Zusammensetzung des Gaspreises: Wie entstehen die Kosten?

Einmal im Jahr erhaltet ihr von eurem Energieanbieter eine Gasabrechnung, die sich aus eurem Verbrauch und dem aktuellen Gaspreis ergibt. Doch wie setzt sich der Gaspreis genau zusammen? In diesem Beitrag erfahrt ihr alles über die Zusammensetzung des Gaspreises, die einflussnehmenden Faktoren und darüber, wie sich der Gaspreis aktuell entwickelt.


Gaspreis

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Wie entwickelt sich der Gaspreis seit 2022?

Im Jahr 2022 stiegen die Gaspreise in Deutschland rasant. Während der Preis für eine Kilowattstunde Gas im Januar 2021 durchschnittlich noch bei rund vier Cent lag, mussten die Verbraucher*innen Anfang 2022 schon fast das Fünffache zahlen. Die gute Nachricht: Der Gaspreis hat sich wieder entspannt und hält sich aktuell auf einem verlässlichen Niveau. Am 1. März 2023 trat zusätzlich die Gaspreisbremse in Kraft, die den Preis für eine Kilowattstunde Gas für 80 Prozent des Jahresverbrauchs auf 12 Cent senkt.

Alles zu Energiepreisen

Wie setzt sich der Gaspreis in Deutschland zusammen?

Üblicherweise setzt sich der Preis für Gas aus dem Grundpreis und dem Arbeitspreis zusammen. Mit dem Grundpreis werden die Grundkosten wie die Zählermiete und die Leistungsbereitstellung gedeckt. Er ist deshalb unabhängig von eurem Verbrauch. Der Arbeitspreis hingegen ist umso höher, je mehr Gas ihr verbraucht. Deshalb wird er auch Verbrauchspreis genannt.

Aber was genau ist im Gaspreis enthalten? Auf die meisten der Bestandteile des Gaspreises habt ihr als Verbraucher*innen keinen Einfluss. Der Preis setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen: dabei beträgt der Aufwand für die Energiebeschaffung und den Vertrieb anteilig 45,8 Prozent, die Steuern und Abgaben an den Staat in etwa 28 Prozent und die Netzentgelte für einen sicheren Transport 15,4 Prozent.¹

Gaspreis-Icon: Steuern & Co

Steuern und Abgaben

Ein Teil des durchschnittlichen Gaspreises besteht aus Steuern und Abgaben an den Staat. Dafür, dass Gas verwendet werden darf, zahlen Verbraucher*innen allein bereits 8 Prozent Erdgassteuer und die Mehrwertsteuer. Hinzu kommen Konzessions- und Förderabgaben. Auf die Steuern und Abgaben haben Energieanbieter selbst keinen Einfluss.

Gaspreis-Icon: Netzentgelte

Netzentgelte

Um einen sicheren Transport zu gewährleisten, fallen Netzentgelte beispielsweise für die Wartung der Zähler und die Instandhaltung sowie den Betrieb der Gasleitungen an. Diese werden von der Bundesnetzagentur und der Landesregulierungsbehörde festgelegt.

Gaspreis-Icon: Gasbeschaffung

Gasbeschaffung und Vertrieb

Der restliche Anteil des Gaspreises entfällt auf die Gasbeschaffung, also etwa auf den gesamten Verwaltungsaufwand wie Beratung und Rechnungsstellung, Vertrieb und Marge. Dieser Anteil ist deshalb der größte bei der Zusammensetzung des Gaspreises.

So entsteht der Gaspreis bei LichtBlick

Der durchschnittliche Gaspreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, die jeweils Schwankungen unterlegen sind. Steigen die Kosten für eine dieser Komponenten, wirkt sich dies auf den gesamten Gaspreis aus. Da seit 2021 die Preise für die Energiebeschaffung kontinuierlich gestiegen sind, haben sich auch die Preise für Gas stark verändert.

Bei LichtBlick setzt sich der Gaspreis wie folgt zusammen:

ÖkoGas Ringgrafik

76 % Kostenanteil LichtBlick
Einen Großteil des Gaspreises braucht euer Energieversorger für die Energiebeschaffung als durchlaufender Posten

11 % Steuern und Abgaben
Der Gaspreis wird auch durch Steuern und Abgaben an den Staat bestimmt. Dazu gehören die Erdgassteuer und die Mehrwertsteuer.

13 % für Netzentgelte
Um das Gas bis zu eurem Haushalt zu transportieren, müssen Gasleitungen instandgehalten, Zähler installiert und gewartet werden.

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Der Gaspreis: ein Rückblick¹

In den vergangenen 15 Jahren war der Gaspreis relativ stabil. In 2022 mit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine stieg der Gaspreis stark. Anfang September 2022 erreichte er mit 40,41 Cent pro Kilowattstunde seinen Höchststand. Im Vergleich dazu kostete Gas zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr 5,83 Cent pro Kilowattstunde. Im Verlauf der ersten Monate in 2023 erreicht der Gaspreis wieder ein recht stabiles Niveau.

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Was bestimmt den Gaspreis im Wesentlichen?

Wie ihr anhand der Zusammensetzung des Gaspreises erkennen könnt, entfällt der wesentliche Anteil des Gesamtpreises auf die Kosten für die Energiebeschaffung. Und der Energiemarkt ist ein europäischer. Deutschland exportiert und importiert auch Energie in europäische Nachbarländer. Seit dem Jahresende 2021 sind die Großhandelspreise für Erdgas allerdings massiv gestiegen, sodass Energielieferanten seitdem wesentlich mehr Geld für die Beschaffung des Gases ausgeben müssen. Je länger also so eine angespannte Marktlage andauert, desto mehr sind Energieanbieter gezwungen, die gestiegenen Kosten im Energieeinkauf an Kund*innen weiterzugeben. In Zahlen bedeutet das: Für die Beschaffung und den Vertrieb mussten die Energieversorger im Jahr 2022 rund 65 Prozent Mehrkosten aufwenden.

Im Jahr 2023 hat sich die Lage zunehmend entspannt³ (Stand: Mai 2023). Neue Tarife sind günstiger als im Vorjahr. Zudem liegt die Mehrwertsteuer für Gas bis März 2024 bei nur 7 statt 19 Prozent. Trotzdem bleibt der Gaspreis insgesamt weiterhin auf einem höheren Niveau als noch vor wenigen Jahren.

Welche weiteren Faktoren Einfluss auf die Energiepreise haben können, lest ihr im separaten Ratgeber nach.

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Häufige Fragen zur Zusammensetzung des Gaspreises

  • Der Grundpreis für Gas deckt die Kosten, die den Energieversorgern durch die Bereitstellung der Gasleitungen und deren Wartung, die Abrechnung und die Verwaltung sowie die Zählermiete entstehen.

  • Das, was ihr am Ende bezahlen müsst, setzt sich aus dem festen Grundpreis, den ihr nicht beeinflussen könnt und dem Arbeitspreis für euren tatsächlichen Verbrauch zusammen.

  • Die Höhe des Abschlags berechnet sich aus eurer Wohnfläche und dem Arbeitspreis an eurem Wohnort.

  • Zu den staatlichen Abgaben gehören die Konzessionsabgaben, die Netzbetreiber an die Kommunen entrichten müssen sowie die Gas- und die Umsatzsteuer.

  • Netzgebühren sind Kosten, die durch den Betrieb, die Instandhaltung und den Ausbau des Gasnetzes entstehen. Sie decken die Kosten für Pipelines, Verteilstationen und andere Infrastrukturen, die zur Gasversorgung notwendig sind.

  • Nein, die Netzgebühren variieren je nach Region und Netzbetreiber. Sie werden von den zuständigen Regulierungsbehörden genehmigt und fallen abhängig von Infrastrukturkosten und anderen Faktoren unterschiedlich aus.

2

Quelle: verivox.de

3

Quelle: zdf.de

4

Quelle: finanztip.de