Vater Sohn am Laptop

Alles über steigende Energiepreise

Wie sich die Strom- und Gaspreise zusammensetzen und warum sie gerade so stark ansteigen.

Die aktuelle Lage auf dem Energiemarkt

Die Energiepreise erreichen derzeit historische Höhepunkte. Wettbewerber ziehen sich aus dem Markt und viele Verbraucher*innen sind verunsichert. Die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine treiben die Preise weiter in die Höhe und sorgen für noch mehr Marktunsicherheiten. Hier erfahrt ihr, wie sich die Preise zusammensetzen, welche Ursachen neben dem Krieg zur aktuellen Situation geführt haben und was ihr jetzt und in Zukunft tun könnt.

Wie setzen sich die Energiepreise zusammen?

1. Kosten von LichtBlick

Die machen den größten Anteil aus. Allerdings fließt der Löwenanteil davon als durchlaufender Posten in die Energiebeschaffung.

2. Steuern und Abgaben

Der zweite große Brocken verteilt sich auf Steuern, Abgaben, Umlagen und das KWKG¹.

3. Netzentgelte

Der Rest ist für die Netznutzung und Messung.

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Und so sieht das Ganze für LichtBlickende aus

ÖkoStrom Ringgrafik
WärmeStrom Ringgrafik
ÖkoGas Ringgrafik
steigerung beschaffungskosten strom

Steigerung der Einkaufspreise

In den letzten 15 Jahren waren die Kosten der Energiebeschaffung relativ stabil. Seit 2021 sind die Preise permanent gestiegen – sowohl für Gas als auch für Strom. Ein Beispiel: Strom, den Versorger heute für 2023 einkaufen, kostet aktuell etwa dreimal mehr als noch vor gut einem Jahr. Und auch der Gaspreis, der den Strompreis mitbestimmt, steigt seit 2021 kontinuierlich an.

6 Gründe für die Preisentwicklung

Derzeit führt vor allem der Ukraine-Krieg zu steigenden Energiepreisen. Aber schon vor Kriegsausbruch lagen die Preise auf einem Rekordniveau. Dafür gibt es viele Gründe.

Kohleabbau

Fossile Energie als Preistreiber

Einer der Hauptgründe für die Preisanstiege ist die massive Verteuerung fossiler Energieträger – vor allem von Steinkohle und Erdgas. Weil fossile Energie in Deutschland immer noch weit verbreitet ist, wirkt sich das besonders stark auf die Gas- und Strompreise aus. 2021 war der Gaspreis auf dem Weltmarkt zwischenzeitlich viermal so hoch wie 2020³. Und weil Gas auch bei der Erzeugung von Strom verbraucht wird, steigen die Strompreise mit.

Windräder

Die Altmaier-Lücke

In Deutschland gab es in der letzten Dekade deutliche Versäumnisse beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Als langjähriger Bundeswirtschaftsminister bremste Peter Altmaier erst den Solar- und dann den Windstromausbau massiv aus. Darum hat Deutschland zu wenig neue Kraftwerke und ist auf den Ausstieg aus Kohle und Atom schlecht vorbereitet. Das führt zur Knappheit im Energiemarkt und damit zu höheren Preisen.

Fabrik

Nachfragehoch nach Coronatief

Vor dem Krieg war die Krise: Zu Beginn der Coronapandemie ging es mit der Wirtschaft erstmal ziemlich in den Keller. Doch dann erholte sie sich nach der ersten Talfahrt doch viel schneller als erwartet. Diese überraschend schnelle Erholung der Konjunktur und eine zeitweise deutlich höhere Gasnachfrage in Asien führten zu einem spürbaren Anstieg der Preise nach der Coronawelle.

Solar & Windkraft

Weniger erneuerbare Energie

2021 war mau in Sachen Wind und Sonne. Nur etwa 40 % des Strommixes stammten aus erneuerbaren Quellen. Der Hauptgrund: zu wenig Wind. Die Nachfrage überstieg das Angebot deutlich. Vor allem auch, weil es hierzulande viel zu wenig Windräder gibt. Deren Bau wird nämlich regelmäßig durch Politik und private Initiativen ausgebremst. Die Folge: Die Preise für erneuerbare Energie kletterten immer weiter in die Höhe.

Gas Pipelines

Zu wenig Gas

Der Bedarf an Erdgas nimmt immer weiter zu. Um diesen stetig steigenden Bedarf auch an kalten Tagen und in Krisenzeiten zu decken und Engpässe in der Lieferung zu überbrücken, gibt es Gasspeicher. Deutschland verfügt über 47 solcher Untertage-Anlagen. Ihre Füllstände waren in letzter Zeit allerdings niedrig wie nie. Hinzu kommen (Teil-)Ausfälle von wichtigen Gasfeldern in Mittel- und Nordeuropa.

Erdgas-Leitungen

Der Ukraine-Krieg

Verschärft wird die Situation durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Mehr als die Hälfte des deutschen Erdgases stammt aus Russland. Putins Krieg führt aber nicht nur bei uns, sondern im gesamten europäischen Markt zu Gas-Engpässen. Das lässt die Preise extrem in die Höhe steigen. Und zwar nicht nur im Gassegment: Weil Gas auch bei der Stromerzeugung eingesetzt wird, steigen die Strompreise entsprechend mit.

Steigende Energieeinkaufspreise – was heißt das für euch?

Stark gestiegene Einkaufspreise für Strom und Netzentgelte sorgten schon zum Jahreswechsel bei vielen für besorgte Blicke auf die Energieabrechnung. Entlastend und etwas preismildernd wirkte sich der Wegfall der EEG-Umlage zum 01. Juli aus. Aber das reicht nicht, um die steigenden Kosten abzufedern. Bleiben die Einkaufspreise für Strom und Gas dauerhaft so hoch, steigt auch euer Preis. Daher musste LichtBlick bereits zur Jahreshälfte eine erste Preisanpassung bei ÖkoStrom-, WärmeStrom- und ÖkoGas-Tarifen von LichtBlickenden vornehmen.

Lösungen und Forderungen

Was hilft gegen den Energiepreisanstieg?

Die Politik muss Haushalte und Unternehmen entlasten. Die Streichung der EEG-Umlage, die Energiepauschale, Steuervergünstigungen und Heizkostenzuschüsse reichen nicht. Auf Dauer helfen nur Energiesparen und der komplette Umstieg auf erneuerbare Energien.

  • Energiekund*innen entlasten, vor allem einkommensschwächere Haushalte. Umweltschädliche Energien dürfen aber nicht bevorteilt werden.

  • Das Ausbautempo bei Wind- und Solarstrom vervielfachen. Deutschland soll bis spätestens 2035 vollständig auf Ökostrom umsteigen.

  • Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen zum Normalfall machen. Damit die Energiewende auch im Verkehr und bei der Wärmeversorgung vorankommt.

  • Förderung rauf und Bürokratie runter bei der Nutzung von Solarstrom, Batterien, Wärmepumpen und Ladestationen zu Hause. So können alle ganz einfach zur Energiewende beitragen.

  • Statt mehr als 900 lokale Stromnetze nur noch 25 regionale Netzcluster. Das senkt die Netzkosten für Verbraucher*innen und beschleunigt die Energiewende.

Ihr habt noch Fragen?

Hier findet ihr weitere Infos zur aktuellen Marktentwicklung.

  • Es ist schwer vorherzusagen, wie sich die Einkaufspreise für Strom in den kommenden Monaten entwickeln. Deswegen lassen sich aktuell keine verbindlichen Aussagen zur künftigen Entwicklung der LichtBlick-Tarife treffen.  

    Bleiben die Einkaufspreise dauerhaft so hoch, werden auch die Verbraucherpreise weiter steigen. LichtBlick rät allen Kund*innen, sich vorsorglich darauf vorzubereiten, und fordert von der Politik eine weitere Entlastung der Bürger*innen bei Steuern und Abgaben.

  • LichtBlick verfolgt eine langfristige, nachhaltige Stromeinkaufspolitik, deswegen wirkt sich die derzeitige Lage noch nicht voll auf unsere Preise aus. LichtBlick hat den Wegfall der EEG-Umlage zum 1.Juli 2022 vollumfänglich an alle Stromkund*innen weitergegeben. Das entspricht einer Entlastung von 4,4 Cent brutto pro Kilowattstunde. Die Preisanpassung für die WärmeStrom-, ÖkoStrom- und ÖkoGas-Tarife sind erforderlich, da die Einkaufspreise für Strom und Gas stark gestiegen sind. Die Politik hat alle Stromanbieter dazu verpflichtet, die Streichung der EEG-Umlage und die Veränderung anderer Kostenfaktoren nicht zeitgleich vorzunehmen. An diese Vorgabe aus Berlin muss sich natürlich auch LichtBlick halten. In Summe heißt das zum Beispiel für viele ÖkoStrom-Bestandskund*innen, dass sie ab dem 1.Juli weniger für Strom bezahlen als vor der Preiserhöhung im Juni.

  • Der Abschlag bleibt gleich. Aufgrund der volatilen Marktlage empfiehlt LichtBlick euch, eure Abschläge eher mit etwas Puffer zu planen. So könnt ihr euch ein kleines Energiekonto ansparen, das euch im Idealfall ausgezahlt wird und vor Nachzahlungen bewahrt. Euren Abschlag könnt ihr jederzeit im Kundenportal anpassen.

  • Der Strompreis richtet sich immer nach den aktuellen Kursen an der Strombörse und der Erwartung der zukünftigen Preise. Die Strombörse funktioniert ähnlich wie eine Wertpapierbörse: Ob der Kurs (und damit der Preis) steigt oder fällt, hängt von Angebot und Nachfrage ab. 

    Die Nachfrage nach Energie wird am Strommarkt in einer gewissen Reihenfolge bedient. Als erstes wird Energie von günstigen Kraftwerken abgenommen – das sind erneuerbare Energien, denn die haben niedrige Produktionskosten. Steigt die Nachfrage nach Strom, werden nach und nach immer „teurere“ Kraftwerke angefragt und zugeschaltet. 

    Den Strompreis an der Börse bestimmt das letzte, also das teuerste Kraftwerk, das zugeschaltet wird (sog. Merit-Order-Effekt). Diesen Preis pro MWh erhalten zu dem Zeitpunkt auch alle anderen Kraftwerke, die Strom geliefert haben. Das heißt: Auch Ökostrom kostet dann genau so viel wie Strom aus dem letzten Kraftwerk. Das Merit-Order-System funktioniert im Normalfall sehr effizient. Im Moment ist das letzte Kraftwerk allerdings häufig ein Gaskraftwerk. Durch die extrem hohen Gaspreise ist der Strom aus diesen Kraftwerken aktuell enorm teuer – und damit durch die Merit-Order leider auch der gesamte Strom.

  • Beim LichtBlick WärmeStrom-Tarif, der generell günstiger ist als der klassische ÖkoStrom-Tarif, sind die Kosten für Netzentgelte und Konzessionsabgaben geringer. Damit ergibt sich ein anderes Verhältnis der drei Bestandteile zueinander.

  • LichtBlick setzt bei der Beschaffung auf eine Reihe von Sicherheitsankern, um Risiken zu minimieren. Dabei kommt LichtBlick die jahrzehntelange Erfahrung in den Energiemärkten zugute. Erfahrene Energieeinkäufer*innen und ein professionelles Risikomanagement sorgen dafür, dass LichtBlick auch in Phasen historisch hoher Energiepreise sicher steuert. Der Energiebedarf aller LichtBlickenden ist langfristig abgesichert.

  • Seit dem 23. Juni gilt die Alarmstufe des Gas-Notfallplans. Das bedeutet, dass der Energiemarkt zwar unter staatlicher Überwachung steht, aber ohne Interventionen intakt bleibt.

    Für LichtBlick Kund*innen ändert sich erst einmal nichts, denn die Gasversorgung ist derzeit noch in vollem Umfang gesichert. Allerdings sind alle Verbraucher*innen aufgerufen, ihren Energieverbrauch so gut wie möglich zu reduzieren. Sollte sich die Versorgungslage wesentlich verschlechtern, wird die Notfallstufe ausgerufen.

    Der Gasnotfallplan der Regierung sieht dann vor, dass bei einem Gasmangel im ersten Schritt gasintensive Industriebetriebe abgeschaltet werden müssen. Im zweiten Schritt würde die Stromerzeugung aus Gas beendet. Erst im dritten Schritt kämen auch Abschaltungen bei besonders geschützten Gaskund*innen in Frage – dazu zählen alle Privatkund*innen. Im Moment erscheint es sehr unwahrscheinlich, dass selbst in der Notfallstufe LichtBlickende betroffen wären.

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Genauer: Steuern, Konzessionsabgaben, Sonderkundenumlage, Offshore-Haftungsumlage, Abschaltbare-Lasten-Umlage und das KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz)