Kosten für eine Solaranlage

Wer mit dem Gedanken spielt, mittels Photovoltaik (PV) Strom zu erzeugen, der möchte natürlich vorab wissen, welche Kosten auf ihn zukommen. Nur so lässt sich ermitteln, ob sich eine Photovoltaikanlage wirklich lohnt. Aber woraus setzt sich der Preis zusammen und was kostet eine Solaranlage eigentlich genau?


LichtBlick Fachpartner mit T-Shirt und silberfarbener Uhr trägt Solarmodul, im Hintergrund steht ein Holzhaus.

Das kostet eine Solaranlage auf dem Dach

Wie hoch die Gesamtkosten für eine Photovoltaikanlage letztendlich ausfallen, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Entscheidend ist dabei die Größe der Photovoltaikanlage. Sie ergibt sich aus der nutzbaren Dachfläche und dem angestrebten Ertrag.

Um verschiedene Anlagen miteinander vergleichen zu können, werden die Kosten für Photovoltaik meist pro Kilowattpeak (kWp) oder pro Quadratmeter (m²) angegeben. Mit 1 kWp Solarleistung können in Deutschland durchschnittlich 1.000 kWh Strom im Jahr erzeugt werden. Dafür wird eine Fläche von 6 bis 8 m² benötigt. Da die meisten Einfamilienhäuser eine nutzbare Dachfläche von bis zu 60 m² besitzen, bewegt sich die typische Leistung von Photovoltaikanlagen zwischen 4 und 10 kWp.

  • Mit der Einheit kWp wird die Leistung einer Photovoltaikanlage gemessen. Dabei handelt es sich um die Nennleistung, die unter genormten Bedingungen ermittelt wird. Standort, Neigung und Ausrichtung werden nicht berücksichtigt. Die Nennleistung ist damit meist höher als die tatsächliche Leistung.

  • In der Einheit kWh wird der unter realen Bedingungen erzeugte Strom gemessen. 1 kWh entspricht der Energie, die eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1 kW in einer Stunde erzeugen kann.

    Im Schnitt kostet 1 kWp derzeit (Februar 2022) rund 1.200 €. Die Anschaffungskosten steigen aber nicht proportional mit der Anlagengröße. Vielmehr gilt: Je höher die Leistung, desto geringer ist der Preis pro kWp. Das liegt nicht zuletzt an den Installationskosten, die 15 bis 20 % der Gesamtkosten ausmachen können. Wenn ihr einen entsprechenden finanziellen Spielraum besitzt, solltet ihr möglichst die gesamte Dachfläche ausnutzen.

Wie setzen sich die Kosten einer Photovoltaikanlage zusammen?

Aufgrund geringerer Produktionskosten sind die Preise für Solarmodule in den letzten Jahren stark gefallen. Gleichzeitig stiegen die Wirkungsgrade stetig an – Solarmodule werden immer effizienter. Um den gleichen Ertrag zu erzielen, benötigt ihr heute eine deutlich kleinere Modulfläche. Neben den Solarmodulen, die den größten Kostenfaktor ausmachen, gibt es noch eine Reihe weiterer Positionen:

Funktiondurchschnittliche Kosten
Solarmodule• erzeugen aus Sonnenenergie Strom, mehr dazu erfahrt ihr im Artikel: „Wie funktioniert eine Solarzelle?“ca. 700 € pro kWp (abhängig von der Art der Solarzellen und Herkunftsland der Module)
Wechselrichter• wandelt den Gleichstrom in haushaltsüblichen Wechselstrom umca. 1.200–3.500 € (abhängig von der Qualität und Features)
Montagesystem• Unterkonstruktion, mit der die Solarmodule auf dem Dach befestigt werden100–250 € pro kWp (abhängig von der Montageart, dem Material und den Anforderungen an das System)
Intelligentes Messsystem (optional für kleinere Anlagen von 1–7 kWp)• erfasst den Haushaltsstromverbrauch und die Einspeiseleistung in Echtzeit und übermittelt die Daten an ein intelligentes EnergiemanagementsystemDer Gesetzgeber hat Preisobergrenzen festgelegt:

• max. 60 € pro Jahr bei einer installierten Leistung bis 7 kWp

• max. 100 € pro Jahr bei einer installierten Leistung von 7–15 kWp

Für einen freiwilligen Einbau gelten die Preisobergrenzen allerdings nicht!
Stromspeicher• speichert Stromüberschüsse• kleine Speicher mit einer Speicherkapazität von 5–6 kW liegen zwischen 5.000 und 7.000 €

• große Speicher mit einer Speicherkapazität von 7–10 kW kosten etwa 7.000–10.000 €
Montage• Installation der Solarmodule und des Montagesystems, Verkabelung, Sicherung, Anschluss an das Stromnetz und Inbetriebnahme der Anlag800-1000 € für eine 7,5 kWp-Anlage (abhängig von der Montageart und den Gegebenheiten vor Ort, etwa dem Zugang zum Dach)
Gerüst• erleichtert die Arbeit und erhöht die Sicherheit

• ab einer Arbeitshöhe von 3 m ist ein Gerüst vorgeschrieben
ab 1.000 € (je höher das Gebäude und je komplizierter das Einrüsten, desto höher sind die Kosten)

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Einsparpotenziale einer Photovoltaikanlage

Klar, eine Photovoltaikanlage ist eine große Investition, die ihr stemmen müsst. Dafür spart ihr aber eine Menge Strom ein, wenn sie erst einmal in Betrieb ist. Wie viel genau, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Wohnsiedlung mit Einzelhäusern, vereinzelten Solardächern und kleinen Straßen aus der Vogelperspektive.

Der Standort

Der genaue Standort spielt eine wesentliche Rolle für den Ertrag einer Photovoltaikanlage. Das liegt daran, dass die Sonneneinstrahlung nicht überall gleich ausgeprägt ist. In Deutschland liegt die jährliche Sonneneinstrahlung bei durchschnittlich 1.000 kWh/m². Im Süden Deutschlands könnt ihr mit bis zu 1.200 kWh/m² rechnen, im Norden dagegen mit nur 950 kWh/m². Auch die Anzahl der Sonnenstunden sinkt nach Norden hin. Dementsprechend produziert eine Photovoltaikanlage in Bayern in der Regel mehr Strom als beispielsweise an der dänischen Grenze. Grundsätzlich reichen die Sonneneinstrahlung und die Anzahl der Sonnenstunden auch in Norddeutschland aus, damit sich eure Photovoltaikanlage schnell amortisiert.

Ein Installateur mit grünem Sweatshirt, Sonnenbrille und weißer Mütze montiert Solarmodule auf einem steilen Hausdach.

Ausrichtung und Verschattung

Ideal ist eine Neigung von 30° und eine Ausrichtung nach Süden ohne Verschattung. Je größer die Abweichung, desto geringer ist der Ertrag eurer Photovoltaikanlage.

Am Tisch sitzende Frau mit Laptop berechnet in einem Notizheft Eigenverbrauchsanteil und Einspeisevergütung einer Solaranlage.

Eigenverbrauchsanteil

Eine Photovoltaikanlage produziert den meisten Strom in den Mittagsstunden – gerade dann, wenn der Stromverbrauch im Haushalt am niedrigsten ist. Es kann also nur ein kleiner Teil direkt genutzt werden. Der überschüssige Strom wird ins Netz eingespeist. Dafür erhaltet ihr als Anlagenbesitzer*innen eine Vergütung. Mehr zur Einspeisevergütung erfahrt ihr weiter unten.

In den Morgen- und Abendstunden müsst ihr dagegen Strom hinzukaufen. Die Höhe der Einspeisevergütung liegt deutlich unter dem aktuellen Strompreis. Und beide Werte driften immer weiter auseinander. Dazu aber später mehr. Im Schnitt liegt der Eigenverbrauchsanteil bei einer Photovoltaikanlage mit 5 kWp bei etwa 25 %. Erhöhen lässt sich dieser durch die Einbindung eines Stromspeichers.

Nahaufnahme von Solarmodulen auf einem Hausdach mit starker Sonnenreflexion.

Autarkiegrad

Mit Autarkie ist die Unabhängigkeit vom Strombezug aus dem öffentlichen Stromnetz gemeint. Oft werden die Begriffe Eigenverbrauch und Autarkie synonym verwendet, dabei müssen sie nicht unbedingt im Zusammenhang stehen. Bei einer kleinen Anlage könnt ihr einen hohen Eigenverbrauch haben, ohne dass euer Autarkiegrad steigt. Letzterer beschreibt nämlich den Anteil von selbst produziertem Strom am gesamten Stromverbrauch. Um möglichst unabhängig von den Energieversorgern zu werden, braucht ihr eine möglichst große Anlage, einen Stromspeicher sowie eine intelligente Steuerung mit Eigenverbrauchsoptimierung. Euren eigenen Autarkiegrad könnt ihr über den LichtBlick-Solarrechner ermitteln.

Teil eines Solardachs mit Hochspannungsmast und blauem Himmel im Hintergrund.

Einspeisevergütung

Wenn ihr euren Solarstrom in das öffentliche Netz einspeist, erhaltet ihr nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eine Einspeisevergütung, die auch EEG-Vergütung genannt wird. Der Vergütungssatz wird für 20 Jahre festgeschrieben. Er richtet sich nach der Größe der Anlage und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme.

Da die Stromgestehungskosten ‒ also die Kosten für die Erzeugung einer Kilowattstunde Solarstrom ‒ stark gefallen sind, ist auch die Einspeisevergütung gesunken. Aktuell liegt sie für Photovoltaikanlagen bis 10 kWp bei knapp 7 Cent pro kWh (Stand Februar 2022). Monatlich wird die Einspeisevergütung um weitere 0,5% abgesenkt.

Große Gewinne könnt ihr mit der Einspeisevergütung also kaum mehr erzielen. Gerade im Hinblick auf die steigenden Preise für Haushaltsstrom, die aktuell durchschnittlich bei etwa 43 Cent (Stand: Mai 2022, Quelle: Verivox) liegen, wird der Eigenverbrauch immer attraktiver.

Beispielrechnung: Das bringt eine Solaranlage ohne Stromspeicher unterm Strich

Ihr fragt euch nun bestimmt, was eine Photovoltaikanlage wirklich bringt. Schauen wir uns dazu ein Beispiel mit den oben bereits erwähnten Werten an:

Infografik zur Kosteneinsparung bei einer Solaranlage durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung.Infografik zur Kosteneinsparung bei einer Solaranlage durch Eigenverbrauch und Einspeisevergütung.

Wenn ihr eine typische Anlage mit 5 kWp nehmt, kommt ihr auf Anschaffungskosten von rund 6.000 €. In welchem Zeitraum sich diese Kosten amortisieren, zeigt das folgende Rechenbeispiel.

Der Kostenseite stehen die Einsparungen gegenüber, die sich aus dem Eigenverbrauch und der Einspeisevergütung ergeben. Um diese zu ermitteln, wird zunächst der Stromertrag benötigt. Dieser liegt im Beispiel bei 5.000 kWh. 25 % davon, also 1.250 kWh, könnt ihr selbst nutzen. Legt man den aktuellen Strompreis von 43 Cent/kWh (Stand: Mai 2022, Quelle: Verivox) zugrunde, ergibt das eine Einsparung von 537,50 € im Jahr.

Die übrigen 75 % des Solarstroms werden in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Bei 3.750 kWh zu je 0,07 € macht das 262,50 € im Jahr. Rechnet man die Einsparungen von Eigenverbrauch und die Einspeisevergütung zusammen, kommt man auf einen Gesamtbetrag von 800 € im Jahr. In 7,5 Jahren hätte sich eure Photovoltaikanlage also refinanziert. Danach gehen die berechneten Gewinne auf euer Konto.

Tipp:

Wie hoch die aktuelle Einspeisevergütung ist, könnt ihr jederzeit bei der Bundesnetzagentur nachlesen.

Ein Vater sitzt mit zwei Kleinkindern im Arm und ausgestreckten Beinen auf einem Sofa und schaut auf ein Laptop.

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So steigert ihr euren Eigenverbrauch: Solaranlage mit Stromspeicher

Steigern lassen sich die Einsparungen mit einem Stromspeicher. Er speichert den Strom, den ihr in sonnenreichen Zeiten produziert habt, und stellt ihn in sonnenarmen Zeiten zur Verfügung. So kann der Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 80 % gesteigert werden. Die Kosten richten sich nach der Speicherkapazität. Sie liegen derzeit bei etwa 1.200 €/kWh. Allerdings sind kleinere Speicher im Verhältnis teurer als größere Modelle.

Ein junges Paar sitzt im Wohnzimmer Arm in Arm auf dem Sofa und schaut etwas auf dem Fernseher.

Wie ein Stromspeicher die Stromkosten reduzieren kann, soll folgendes Beispiel verdeutlichen: Ein Vier-Personen-Haushalt besitzt einen durchschnittlichen Strombedarf von 4.000 kWh im Jahr. Auf dem Dach des Einfamilienhauses ist eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 8 kWp installiert, die jährlich 6.870 kWh Solarstrom produziert.

ohne Stromspeichermit Stromspeicher
Autarkiegrad43 %76 %
Stromverbrauch pro Jahr, der über die Solaranlage gedeckt werden kann1.720 kWh3.040 kWh
Reststrombedarf im Jahr, der aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss2.280 kWh960 kWh
Stromkosten im Jahr bei einem Strompreis von 43 Cent/kWh (Stand: Mai 2022, Quelle: Verivox)980,40 €412,80 €
Strommenge, die nach Abzug des Eigenverbrauchs in das öffentliche Netz eingespeist wird5.150 kWh3.830 kWh
Einspeisevergütung (0,07 €/kWh)360,50 €268,10 €
verbleibende jährliche Stromkosten619,90 €144,70 €
Ein junges Paar berechnet mit dem LichtBlick Solarrechner per Smartphone die Wirtschaftlichkeit ihrer Solaranlage.

Rendite und Ertrag mit dem Photovoltaik-Rechner berechnen

Wenn ihr die Wirtschaftlichkeit eurer Solaranlage selbst berechnen möchtet, könnt ihr den Solarrechner von LichtBlick nutzen. Hier gebt ihr einige Parameter ein und könnt dann ganz leicht Kosten, Solarertrag, Autarkiegrad, Kostenersparnis und CO2-Einsparungen eurer Photovoltaikanlage einsehen. Die Grundlage hierfür bilden der Standort und der Energieverbrauch eures Hauses.

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Solaranlage finanzieren: Förderungen und Steuertipps

Auch wenn die Preise in den letzten Jahren deutlich gefallen sind, bleibt eine Photovoltaikanlage eine große Investition von mehreren Tausend Euro. Die Kosten könnt ihr jedoch durch die Einbindung von Förderungen reduzieren. Bund und Länder stellen dafür verschiedene Programme bereit.

Hinzu kommen Steuerersparnisse: Wenn ihr euren Solarstrom in das öffentliche Netz einspeist, geltet ihr als Unternehmer*innen und kommt in den Genuss steuerlicher Vorteile:

  • Investitionsabzugsbetrag (IAB) bis zu 40 % der Anschaffungskosten. Den Investitionsabzugsbetrag könnt ihr bereits in dem Jahr geltend machen, in dem die Investitionsabsicht besteht. Mit der frühzeitigen Steuerentlastung soll die Finanzierung der Photovoltaikanlage erleichtert werden.

  • Sonderabschreibung von 20 % der Anschaffungskosten. Die Sonderabschreibung könnt ihr beliebig auf die ersten 5 Jahre verteilen.

  • Lineare Abschreibung von 5 % pro Jahr für verbleibenden Restwert. Die Kosten für den Stromspeicher zählen nur mit, wenn Letzterer vor dem Wechselrichter an die Anlage angeschlossen ist.

Fazit: Photovoltaik lohnt sich – ökologisch und ökonomisch

Solaranlagen nutzen die Energie der Sonne, um daraus Strom zu produzieren – ohne schädliche CO2-Emissionen. Für das Klima ist die Investition in eine Solaranlage auf jeden Fall sinnvoll. Aber auch wirtschaftlich lohnt sie sich. Je größer dabei der Autarkiegrad, desto mehr spart ihr. Deshalb solltet ihr möglichst die gesamte Dachfläche ausnutzen und einen Stromspeicher in das System integrieren. Mit dem Solarrechner von LichtBlick könnt ihr ganz einfach ausrechnen, welchen Ertrag eure Photovoltaikanlage erzielen kann.

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