Alles über die Förderung von Solaranlagen

Vor der Installation solltet ihr euch unbedingt über mögliche Förderungen für eure Solaranlage informieren. Hier erhaltet ihr einen Überblick über die Bedingungen, Voraussetzungen und Möglichkeiten, die Kosten für eure Solaranlage zu senken.


Häuser mit Solaranlage
Neubau

Warum gibt es überhaupt Förderungen für Solaranlagen?

Erneuerbare Energien sind in Deutschland auf dem Vormarsch: Im Jahr 2021 betrug ihr Anteil am gesamten Stromverbrauch schon rund 41 %.¹ Die Ziele sind aber noch deutlich höher: Bis zum Jahr 2030 sollten laut geltender Vereinbarungen ganze 80 % des Stroms aus grünen Quellen gewonnen werden, bis zum Jahr 2035 soll Deutschland in Sachen Strom völlig klimaneutral werden.² Förderungen und Zuschüsse für Solaranlagen sind für die Einhaltung dieser Ziele immens wichtig und bietet auch den Kunden Anreize, eigenen grünen Strom zu produzieren.

Gut zu Wissen

Das Jahr 2022 wird noch einmal spannend, denn eine Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes steht an – und das könnte weitere Förderungen mit sich bringen. Um den Übergang zu erleichtern, wird beispielsweise die Einspeisevergütung angepasst – eine der wichtigsten Förderungen für Solaranlagen.

Findet eure Solar-Förderung: alle Möglichkeiten auf einen Blick

KfW-Förderung für die Solaranlage, Zuschuss vom Bundesland oder gar von der Kommune? Erfahrt erst etwas über bundesweite Förderungen und dann, welche Förderungen für Solaranlagen auf Landes- oder kommunaler Ebene infrage kommen:

Mann vor Laptop

Die Einspeisevergütung

Die sogenannte Einspeisevergütung ist die wahrscheinlich bekannteste staatliche Förderung für Solaranlagen – beziehungsweise, um genau zu sein, für Photovoltaikanlagen. Diese Vergütung könnt ihr erhalten, wenn ihr den mit eurer PV-Anlage gewonnenen Strom ins öffentliche Stromnetz einspeist. Sie war allerdings schon mal deutlich höher und sinkt auch derzeit weiterhin monatlich ab. Im März 2022 liegt sie aktuell nur noch bei 6,63 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das gilt für PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowatt peak (kWp). Für größere Anlagen mit einer Leistung von 40 bzw. 100 kWp gelten andere Werte.

Aufgrund der neuen Klimaziele gibt es in diesem Bereich jetzt allerdings eine Verbesserung: Zunächst will die Bundesregierung die Einspeisevergütung bis Mitte 2022 auf 6,93 Cent pro kWh anheben. Anschließend soll es bis Anfang 2024 keine weiteren Absenkungen geben, und danach soll die Vergütung nur noch halbjährlich statt monatlich sinken. Wer den gesamten gewonnenen Strom ins Netz einspeist, erhält sogar eine deutlich bessere Vergütung: Im Gesetzesentwurf sind 13,8 Cent pro kWh angedacht.

Tipp:

Wie hoch die aktuelle Einspeisevergütung ist, könnt ihr jederzeit bei der Bundesnetzagentur nachlesen.³

Eigenverbrauch bringt mehr als Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung als staatliche Förderung von Solaranlagen erscheint erst einmal attraktiv. Doch es gibt noch einen deutlich besseren Weg, von einer PV-Anlage zu profitieren: den Eigenverbrauch. Je mehr selbst erzeugten Strom ihr im Haus z. B. durch die Nutzung eines Speichers verbrauchen könnt, desto mehr lohnt sich die Anlage. Warum? Das zeigt ein kleines Reichenbeispiel.

Stromentstehungskosten

Diesem Rechenbeispiel ist ein gerundeter Rechenwert von 43 Cent pro kWh zugrunde gelegt – im Jahr 2021 lag der durchschnittliche Strompreis in Deutschland bei 32,63 Cent.⁴ Für Solarstrom fallen je nach Größe und Ausstattung der PV-Anlage hingegen nur etwa 10 bis 14 Cent an. Dabei handelt es sich um die sogenannten Stromgestehungskosten: Um diese zu berechnen, setzt man die Gesamtkosten für die Anlage ins Verhältnis zu ihrer Lebensdauer und der Strommenge, die insgesamt mit der Anlage produziert werden kann. Wenn ihr also zwei Drittel eures Strombedarfs von 5.000 kWh mithilfe von Solarstrom decken könntet, müsstet ihr nur noch ein Drittel zum Strompreis beziehen (= 717 €) und würdet für die anderen beiden Drittel 366 € zahlen, insgesamt also nur noch 1083 €.

Das ergäbe eine Ersparnis von 1067 € pro Jahr. Darüber hinaus kann das nicht genutzte Drittel der 5.000 kWh natürlich ebenfalls gegen Einspeisegebühr ins Stromnetz abgegeben werden. Dafür erhieltet ihr noch einmal 110,50 € (= 6,63 Cent x 1667 kWh). Insgesamt ergäbe das einen Gewinn von 1177,50 € (gegenüber 690,00 € für das reine Einspeisen).

Das Beispiel zeigt: Die Einspeisevergütung allein ist als Förderung für Solaranlagen nicht die ideale Lösung. Wer möglichst viel Solarstrom selbst verbraucht, kann dadurch noch mehr sparen.

Montage Anlage

KfW-Kredit für die Förderung von Solaranlagen

Die KfW – die Kreditanstalt für Wiederaufbau – ist eine Förderbank in Deutschland, die unter anderem günstige Kredite für bestimmte Förderprogramme ermöglicht. Dazu gehören auch die KfW-Förderungen für Solar- und Speicheranlagen.

Über die KfW könnt ihr eine PV-Anlage, eine Anlage mit Batteriespeicher oder auch nur den Batteriespeicher selbst fördern lassen. Zu den Kosten für eine Solaranlage, die gefördert werden können, gehören nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch weitere Kosten wie etwa für Planung und Installation.

Wichtiges zur KfW-Solar-Förderung auf einen Blick:

Kreditlaufzeit

Die Kredite für die KfW-Solar-Förderung haben eine Laufzeit von 5, 10 oder 20 Jahren.

Jahreszins

Günstigster möglicher effektiver Jahreszins (Stand 24.05.2022): 2,11 % (abhängig unter anderem von der Kreditwürdigkeit).⁵

Antrag

Euer Antrag wird über die Hausbank gestellt und der Kredit wird mit dieser geschlossen.

Bedingung

Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes müssen erfüllt sein (das ist für PV-Anlagen auf Wohnhäusern in aller Regel der Fall).

Erweiterung

Gut zu wissen für alle, die schon eine Anlage besitzen: Auch bestehende Anlagen können erweitert werden.

Gut zu wissen

Eine Solaranlage kann über das KfW-Programm „Erneuerbare Energie – Standard (270)“ gefördert werden. Wichtig ist aber: PV-Anlagen, die ihr mithilfe einer KfW-Solar-Förderung finanziert, dürfen nur 50 % des produzierten Stroms ins Stromnetz einspeisen (Wirkleistungsbegrenzung).

Frau vor Haus

Wirkleistungsbegrenzung

Laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz dürfen PV-Anlagen nur 70 % ihrer Nennleistung ins Stromnetz einspeisen – das nennt man Wirkleistungsbegrenzung. Wenn ihr eine Kfw-Förderung nutzen möchtet, sinkt dieser Satz auf 50 %. Auf diese Weise möchte die Regierung den Eigenverbrauch von Strom aus PV-Anlagen fördern.

Frau vor Laptop

Gibt es eine KfW-Förderung für Solarspeicher?

Vor einigen Jahren gab es eine spezielle Förderung für Solarspeicher: das KfW-Programm „Erneuerbare Energien – Speicher (275)“. Dieses ist zum 31.12.2018 ausgelaufen. Für euch ist das aber nicht weiter schlimm. Ihr könnt eure Solaranlage nämlich wie eben beschrieben über das KfW-Programm 270 fördern lassen – und dazu gehört auch der entsprechende Speicher. Wichtig: Für eine Förderung der KfW müsst ihr unbedingt zuerst den Antrag stellen. Erst danach dürft ihr die Anlage tatsächlich kaufen. Sonst kann es euch passieren, dass der Antrag nicht bewilligt wird.

Backsteinhaus mit Solaranlage

Die KfW-Effizienzhaus-Förderung für Solaranlagen

Eine weitere Möglichkeit, eine Förderung zu erhalten, ist die Sanierung zum Effizienzhaus. Eine PV-Anlage kann dazu beitragen, die Energieeffizienz eines Hauses zu steigern. Das wiederum wird gefördert – und zwar über die KfW-Programme 261 und 461. Hier könnt ihr für eure Solaranlagen Zuschüsse und günstige Kredite ergattern. Einen Fallstrick gibt es dabei allerdings: Finanziert ihr eine Solaranlage über eines der Programme 261 oder 461, dürft ihr nicht zugleich auch die Einspeisevergütung für diese Anlage kassieren. Theoretisch dürftet ihr den Strom zwar direkt vermarkten, praktisch ist das aber derzeit für kleine Anlagen noch nicht umsetzbar. Ihr müsst also auf eine Bezahlung für eingespeisten Strom verzichten.⁶

Haus im Rapsfeld

Diese Förderungen für Solaranlagen erhaltet ihr in den einzelnen Bundesländern

Die Bundesländer bieten unterschiedliche Zuschüsse für Solaranlagen an. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen, denn die Förderungen fallen ganz verschieden aus: Bestimmte Zuschüsse gelten nur für Solaranlagen, andere bieten Förderungen für Solaranlagen mit Speicher, wieder andere beziehen sich ausschließlich auf Batteriespeicher. Einige Zuschüsse gelten für die kompletten Investitionskosten, während weitere auf bestimmte Beträge begrenzt sind.

Außerdem solltet ihr genau prüfen, ob noch Budget zur Verfügung steht. Dieses ist in manchen Bundesländern bisweilen für den jeweiligen Monat oder auch für das ganze Jahr schon aufgebraucht. Deshalb gilt: Informiert euch unbedingt vor dem Kauf einer Anlage, was für euch in eurem Bundesland gilt. Diese Informationen können sich schnell ändern. Wenn ihr dann eine Anlage kauft, ohne den Antrag vorab zu stellen, verliert ihr möglicherweise den Anspruch darauf.

Hier ein Überblick über die Förderungen der KfW und verschiedener Bundesländer (Stand: April 2022):

Wer fördert?FörderprogrammFörderfähige MaßnahmenArt und Höhe der Förderung
KfWErneuerbare Energien ‒ Standard (Programm 270)Errichtung, Erweiterung und Erwerb von PV-Anlagen und Stromspeichernzinsgünstiger Kredit, mit dem bis zu 100 % der Investitionskosten gedeckt werden können
BayernPV-Speicher-ProgrammErst- oder Ergänzungsinstallation eines neuen Stromspeichers (mindestens 5 kWh Speicherkapazität) in Verbindung mit einer neuen PV-Anlage• Zuschuss von 500 € für 5 kWh, der sich pro zusätzlich installierter kWh um 75 € erhöht

• die maximale Förderhöhe beträgt 2.375 €
BerlinEnergiespeicherPLUSInvestition in einen Stromspeicher in Verbindung mit einer neu zu installierenden PV-Anlage• Zuschuss von 300 € für jede installierte kWh

• die maximale Förderhöhe für die PV-Anlage beträgt 15.000 €
NiedersachsenPhotovoltaik (PV) ‒ BatteriespeicherInvestition in einen Stromspeicher in Verbindung mit dem Neubau oder der Erweiterung einer bestehenden PV-AnlageZuschuss bis zu 40 % der Speicherkosten
Nordrhein-Westfalenprogres.nrw KlimaschutztechnikInstallation eines neuen Stromspeichers in Verbindung mit einer neu zu errichtenden PV-Anlage• Zuschuss von 100 € pro kWh

• die maximale Förderhöhe beträgt 75.000 € pro Gebäude und Standort
ThüringenSolar Invest (Antragstellung ab dem 1. April 2022 möglich)Investition in PV-Anlagen zusammen mit einem Stromspeicher (die Förderung erfolgt ausschließlich für den Eigenverbrauch).
Investitionen in Stromspeichersysteme
• Zuschuss von 900 € pro kWp

• Zuschuss von 300 € pro kWh
SachsenFörderrichtlinie SpeicherInvestition in einen Stromspeicher (mindestens 8 kWh Speicherkapazität), der an eine PV-Anlage mit mindestens 9 kWp gekoppelt wirdSockelförderung von 500 € sowie weitere 200 € pro kWh

Gut zu wissen

Das LichtBlick-Team gibt sich große Mühe, diese Informationen für euch aktuell zu halten. Sie können sich jedoch jederzeit ändern und aktuell (Stand April 2022) werden neue Gesetzesentwürfe geprüft bzw. erarbeitet. Informiert euch daher bitte immer auch selbst, bevor ihr eine Solaranlage kauft oder einen Förderantrag stellt.

Dach mit Solaranlage

Indirekte Förderung für Solaranlagen dank Steuerersparnis

Die Steuererklärung gehört vielleicht nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen, aber mit der Anschaffung einer Solaranlage könnte sich das ändern: Hier könnt ihr nämlich eine indirekte Förderung für eure Solaranlage herausholen. Denn mit dem Betrieb einer PV-Anlage nehmt ihr eine unternehmerische Tätigkeit auf – und damit könnt ihr auch Betriebsausgaben absetzen.

Für den laufenden Betrieb könnt ihr beispielsweise folgende Kosten als Betriebsausgaben geltend machen:

  • die Kosten für eine Photovoltaik-Versicherung

  • Kreditzinsen

  • Mietkosten, z. B. für einen Stromzähler

Auch die Anschaffungskosten selbst könnt ihr als Betriebsausgaben absetzen. Diese müssen allerdings abgeschrieben werden ‒ und zwar über die Nutzungsdauer von 20 Jahren. Aber Achtung: Wenn ihr für eure Solaranlage eine Förderung erhalten habt, dürft ihr diesen Betrag natürlich nicht als Ausgabe rechnen, sondern müsst den Kaufpreis entsprechend mindern.

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