Heizungsthermostat wechseln und richtig einstellen

Mit dem Thermostat sorgt ihr in eurem Zuhause für eure Wohlfühltemperatur. Neben den veralteten analogen Varianten sind heute programmierbare Heizkörperthermostate Standard, bei denen sich die Wunschtemperatur per Knopfdruck regeln lässt. Ihr habt noch ein veraltetes Heizungsventil, das ihr durch ein digitales, smartes Thermostat ersetzen wollt? Dann lässt sich dieses ganz einfach ohne großen Aufwand austauschen. In diesem Beitrag wird die Frage geklärt, wie ein Thermostat funktioniert und wie ihr das Heizkörperthermostat richtig wechselt.


Thermostat

Wozu dient ein Heizungsthermostat?

Jede Heizung besitzt ein Thermostat, über das die Temperatur reguliert werden kann. Die gewünschte Temperatur wird entweder über einen Drehregler oder eine digitale Anzeige bzw. per App als Sollwert eingestellt. Der Heizungsregler sorgt dafür, dass Ist- und Sollwert übereinstimmen. Elektronische Thermostate unterstützen euch darüber hinaus beim Energiesparen: Ihr stellt eure Heizkörper so ein, dass sie nur zu einer bestimmten Zeit heizen. Es lohnt sich also, einen analogen Regler durch ein digitales Thermostat für die Heizung zu ersetzen. Das integriert sich wunderbar in euer Smart Home.

Wie funktioniert ein Thermostat?

Das Thermostat an der Heizung erfasst die aktuelle Temperatur im Raum und reguliert den Warmwasserzufluss so, dass die Solltemperatur erreicht werden kann. Obwohl jeder Hersteller das analoge oder das elektrische Thermostat etwas anders aufbaut, sind die wesentlichen Komponenten bei allen Heizungsthermostaten gleich:

  • Thermostatkopf

  • Temperaturfühler

  • Ventil und Ventilunterteil

  • Übertragungsstift

  • Rückstellfeder 

Die Funktion eines Heizungsthermostats ist bei analogen und digitalen Modellen grundsätzlich die gleiche. Bei herkömmlichen Thermostaten mit Drehregler wird durch den Dreh am Thermostatkopf die gewünschte Raumtemperatur stufenweise zwischen 1 und 5 (teilweise auch bis Stufe 7) eingestellt. Bei der digitalen Variante erfolgt die Einstellung über die Knöpfe am Display. Innerhalb des Thermostatkopfs befindet sich eine Flüssigkeit, die sich bei steigender Temperatur ausdehnt und das Heizventil verschließt. Ist die gewünschte Temperatur erreicht, fließt somit weniger oder gar kein Wasser mehr durch den Heizkörper.

Sinkt die Temperatur im Raum wieder und weicht dadurch von der Solltemperatur ab, zieht sich die Flüssigkeit im Thermostat wieder zusammen. Das Heizungsventil wird dadurch geöffnet und das heiße Wasser fließt wieder in den Heizkörper.

Was bedeuten die Stufen 1 bis 5 auf dem Thermostat?

Um ein Heizkörperthermostat richtig einzustellen, solltet ihr die Bedeutung der Ziffern auf dem Thermostatkopf richtig interpretieren. Nur so erzeugt ihr eure Wohlfühltemperatur und verschwendet keine unnötige Energie. Jede Ziffer des Thermostats steht für eine bestimmte Raumtemperatur. Während programmierbare Thermostate etwas genauer sind, dienen die analogen Zahlen auf dem Heizungsthermostat nur einer groben Orientierung.

Folgende Richtwerte geben die Zahlen auf dem Thermostat an:

Thermostat Temepraturen

Manchmal befinden sich noch Teilstriche oder Punkte zwischen den Ziffern. Diese stehen für jeweils ein Grad und erlauben es, die Heizung über das Thermostat noch etwas genauer einzustellen. Die meisten Thermostate verfügen zusätzlich über spezielle Symbole. Ein Stern oder eine Schneeflocke stehen für die Frostschutzeinstellung. Diese wird zum Beispiel bei längerer Abwesenheit genutzt, damit das Heizungswasser auf ein Minimum erwärmt wird und nicht in den Rohren gefriert. Eine Sonne bedeutet eine Grundeinstellung bei 20 Grad, während der Halbmond die Nachtabsenkung auf 14 °C symbolisiert.

Tipps zum richtigen Heizen

LichtBlick hat für euch einige Tipps und Tricks gesammelt, mit denen ihr kostengünstig heizt – und dabei CO₂ spart!

So heizt ihr richtig

Welche Thermostate gibt es?

Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Heizungsreglern: das analoge Thermostat mit Drehregler und das elektronische Thermostat. Letzteres ist mit weiteren Funktionen ausgestattet, mit denen ihr euren Komfort beim Heizen steigern und gleichzeitig Energie sparen könnt. Die Vor- und Nachteile beider Modelle findet ihr in der nachfolgenden Übersicht.

Analoges ThermostatDigitales Thermostat
Funktion• 5-stufige Skala mit Drehregler
• Drehung nach rechts: niedrigere Raumtemperatur
• Drehung nach links: höhere Raumtemperatur
• eignen sich vor allem für Räume, die wenig beheizt werden (z. B. Gästezimmer)
• programmierbare Heizungsthermostate
• über kleinen
Elektromotor geregelt
• Zusatzfunktionen: z. B. Regelung der Raumtemperatur nach Uhrzeit über ein Display
• hohes Energiesparpotenzial beim Tausch von analogem Thermostat gegen smartes Modell
Vorteile• günstiger Preis
• leichte Bedienung
• überall erhältlich
• Heizzeiten programmieren
• keine manuelle Regelung mehr
• Energie sparen
Nachteile• keine Energiesparfunktionen
• heizt durchgehend (auch bei offenen Fenstern)
• anfälliger Temperaturfühler (z. B. in Nischen)
• höherer Preis
• Batterien nötig
• komplexere Bedienung

Wie stellt man Heizungshermostate richtig ein?

In Anbetracht der aktuellen Energiepreisentwicklung lohnt es sich, das Thermostat immer auf die richtige Temperatur zu stellen. So verschwendet ihr keine unnötige Heizenergie und sorgt dauerhaft für eine angenehme Temperatur in euren Räumen. Viele Verbraucher*innen stellen ihre Heizung nach Gefühl ein. Wenn ihr aber einige Tipps und Hinweise berücksichtigt, stellt ihr mit eurem Thermostat die Heizung so ein, dass sie immer optimal läuft.

  1. Regler nicht verdecken
    Oftmals werden die Regler mit Vorhängen verdeckt oder mit Möbeln zugestellt. Dadurch entsteht ein Wärmestau und das Thermostat funktioniert nicht mehr wie gewünscht, weil der Temperaturfühler verfälschte Messwerte empfängt. Das Heizungsventil schließt sich, bevor die gewünschte Temperatur erreicht ist.

  2. Über das Thermostat die Wunschtemperatur einstellen
    Angenommen, ihr kommt an einem kalten Wintertag nach Hause und wollt, dass es in der Wohnung schnell warm wird. In diesem Falle gilt: Viel hilft nicht unbedingt viel. Das Thermostat heizt auf höchster Stufe nicht schneller, sondern nur länger. Und zwar so lange, bis die eingestellte Soll-Temperatur (auf höchster Stufe also 28 Grad) erreicht ist. Wollt ihr eine Temperatur von 20 °C haben, dann solltet ihr das Thermostat auf Stufe 3 einstellen. Steht es auf Stufe 4 oder 5, steigt die Temperatur über das Soll und ihr verschwendet Energie.

  3. Unterschiede zwischen Tag und Nacht berücksichtigen
    Zu verschiedenen Tageszeiten habt ihr auch einen unterschiedlichen Wärmebedarf. In Zentralheizungen ist in der Regel automatisch eine Nachtabsenkung eingestellt und die Heizung heizt für einige Stunden weniger oder gar nicht. Fehlt diese Absenkung, spart ihr mit dem Thermostat, indem ihr es nachts auf etwa 16 Grad stellt.

  4. Räume und deren Nutzung berücksichtigen
    In eurem Wohnzimmer haltet ihr euch tagsüber vermutlich mehr auf als im Schlafzimmer, also heizt ihr diesen Raum auch intensiver. Es gibt für bestimmte Räume Richtwerte für effizientes Heizen: im Wohnzimmer sollten es zwischen 19 und 20 °C sein (Stufe 3). In der Küche sind circa 19 Grad (knapp unter Stufe 3) ideal, im Schlafzimmer reichen 17 Grad (knapp über Stufe 2) und im Flur sind etwa 16 Grad (Stufe 2) ausreichend.

Diese Funktionen haben smarte Thermostate

Mit analogen Heizungsthermostaten habt ihr nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, Energie zu sparen, da ihr alles manuell einstellt. Solltet ihr jedoch vergessen haben, am Tag die Temperatur runterzudrehen, obwohl niemand zu Hause ist, läuft die Heizung einfach weiter. Mit programmierbaren, smarten Heizungsthermostaten habt ihr viel mehr Möglichkeiten, das Energiesparpotenzial beim Heizen maximal auszunutzen.

Smarte Thermostate sind eine Form des digitalen Heizungsthermostats. Sie verbinden sich über WLAN oder Bluetooth mit einem mobilen Endgerät, sodass ihr per App auf eurem Tablet oder Smartphone von überall aus auf eure Heizung zugreifen könnt. Sie sind zum Beispiel mit folgenden Funktionen ausgestattet:

Vorinstallierte Programme

Viele smarte Heizungsthermostate haben bereits voreingestellte Programme. Ihr wählt dann nur noch per Klick das gewünschte Programm aus.

Heizprogramme einstellen

Entsprechend eurem Tagesablauf programmiert ihr für einzelne Räume einmalig die Heizzeiten (und verändert sie auf Wunsch jederzeit).

Selbstlernendes Thermostat

Intelligente Thermostate lernen aus den Voreinstellungen und aus wiederkehrenden Programmierungen. Sie übernehmen nach einiger Zeit selbst die Regulierung.

Anwesenheit erkennen

Hochwertige Heizungsthermostate erkennen digital, ob jemand zu Hause ist oder ob ein Fenster offen steht. Sie regeln in dieser Zeit die Heizungstemperatur automatisch.

Sprachassistenten

Einige Modelle lassen sich sogar mit Sprachassistenten wie Alexa oder Siri verbinden oder haben eine integrierte Wettervorhersage, die sie bei der Heizungseinstellung berücksichtigen.

Offene Fenster

Wenn beim Stoßlüften die Fenster weit offen stehen, geht sehr viel Energie verloren. Smarte Heizungsregler drehen in dieser Zeit die Heizung herunter.

Wie hoch ist das Einsparpotenzial mit smarten Thermostaten?

Mit einem smarten Thermostat sorgt ihr dafür, dass die Heizung nur dann läuft, wenn ihr sie auch wirklich benötigt. Dadurch spart ihr erheblich an Energie. Smarte Thermostate kosten jedoch etwas mehr als analoge Modelle. Je nach gewünschtem Funktionsumfang sind einfache Modelle schon ab etwa 25 Euro erhältlich, können aber auch bis zu 50 Euro und mehr kosten. Da ihr im Idealfall für jeden Raum ein digitales Thermostat braucht, kommt da schon eine kleine Summe zusammen.
Diesen einmaligen Investitionskosten steht eine erhebliche Heizkostenersparnis gegenüber. Allein ein Grad weniger Raumtemperatur macht schon sechs Prozent Ersparnis aus. Das Bundesumweltamt beziffert das durchschnittliche Einsparpotenzial mit einem smarten Thermostat auf 10 bis 15 %.
Die Einsparpotenziale smarter Systeme¹ können wie folgt beziffert werden:

VerbraucherzentraleStiftung WarentestBundesverband der Deutschen Heizungsindustrie
Mögliches Einsparpotenzial bei einer 70 m² großen Wohnung im Jahr60 Euro70 Euro105 Euro
Mögliches Einsparpotenzial bei einem 110 m² großen Einfamilienhaus im Jahr180 Euro130 Euro190 Euro

Je nach Anschaffungskosten kann sich der Kauf eines smarten Modells also bereits im ersten Jahr amortisieren. Wenn ihr die smarten Heizungsregler in mehreren Räumen anbringt, verlängert sich die Amortisationszeit entsprechend – parallel steigt aber auch das Sparpotenzial. Fazit: Auch wenn ihr erst einmal etwas mehr Geld für den Kauf eines smarten Heizungsthermostats in die Hand nehmen müsst, holt ihr die Kosten relativ schnell wieder rein und spart dauerhaft Heizkosten. Noch mehr Tipps zum Energiesparen findet ihr im separaten Ratgeber zu diesem Thema.

So wechselt ihr das Thermostat an der Heizung

Die gute Nachricht: Um ein Heizungsventil zu tauschen, müsst ihr keinen Fachbetrieb rufen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick und herkömmlichen Werkzeugen gelingt euch der Wechsel vom analogen zum digitalen Thermostat schnell und einfach. Im Folgenden findet ihr dazu eine kompakte Anleitung, die euch Schritt für Schritt zeigt, wie ihr euren Heizungsregler austauscht.

Altes Thermostat abnehmen

Altes Thermostat abnehmen

Dreht das alte Thermostat bis zum Anschlag auf, um das darunterliegende Ventil zu entlasten. Es lässt sich dadurch leichter abnehmen. Mit einer Zange dreht ihr die Überwurfmutter lose, um die Verbindung zwischen dem alten Thermostatkopf und dem Heizkörper zu lösen. In der Regel ist dafür nur sehr wenig Kraftaufwand nötig. Ist die Mutter gelöst, zieht ihr den alten Thermostatkopf einfach ab.

Neuen Thermostatkopf aufsetzen

Neuen Thermostatkopf aufsetzen

Die meisten smarten Thermostate besitzen einen Installationsmodus, den ihr jetzt auswählt. Im Anschluss setzt ihr das neue smarte Thermostat auf das Ventil auf. Die meisten Hersteller statten ihre Thermostate mit unterschiedlichen Adaptern aus, um sicherzugehen, dass sie auf jedes Ventil passen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn ihr das Thermostat bei alten Heizkörpern wechselt.

Muttern festziehen

Muttern festziehen

Damit das neue Thermostat auch richtig auf dem Ventil sitzt, zieht ihr es abschließend noch einmal fest. Zunächst dreht ihr die Überwurfmutter mit der Hand, bis es nicht mehr weitergeht. Anschließend könnt ihr eine Zange zu Hilfe nehmen. Durch leichtes Ruckeln überprüft ihr, ob das Thermostat wirklich festsitzt und sich nicht verkantet hat.

Smartes Thermostat einstellen

Smartes Thermostat einstellen

Jetzt könnt ihr eure gewünschten Einstellungen am Thermostat vornehmen. Das ist selbst für Fachfremde meist ganz leicht – oft funktionieren die einzelnen Modi sogar intuitiv, ohne dass ihr euch durch lange Bedienungsanleitungen arbeiten müsst.

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Die wichtigsten Fragen zu Einstellung und Wechsel des Heizungsthermostats

  • Nein – es wird nicht schneller warm, wenn ihr das Thermostat einfach auf die höchste Stufe dreht. Stattdessen heizt es nur über den gewünschten Punkt hinaus und ihr verschwendet Energie. Wenn ihr eine Temperatur von 20 °C in eurem Wohnzimmer haben wollt, dreht den Regler auf 3 bzw. stellt die digitale Anzeige auf 20 °C. Das Thermostat heizt jetzt so lange, bis 20 °C erreicht sind. Steht es auf Stufe 5, heizt es danach weiter.

  • Nein, das ist grundsätzlich kein Problem. Auch alte Heizkörper lassen sich problemlos mit einem digitalen Thermostat steuern. Beim Wechsel des Thermostats kann es sein, dass ihr etwas anders vorgehen müsst, weil das Thermostat beispielsweise über einen Bajonettverschluss mit dem Ventil verbunden ist. In diesem Fall benötigt ihr nicht einmal Werkzeug für den Thermostatwechsel.

  • In der Regel macht sich ein defektes Thermostat dadurch bemerkbar, dass sich die Heizung nicht mehr aufdrehen lässt. Liegt das Problem bei einem kaputten Temperaturfühler, bleibt die Heizung kalt, obwohl die Temperatur im Raum merklich sinkt. Manchmal lässt sich der Heizkörper auch nicht mehr abdrehen – er heizt weiter, obwohl die Wohlfühltemperatur längst erreicht ist.

  • Mieter*innen dürfen veraltete Thermostate ohne Erlaubnis der Vermietenden ersetzen. Einen Rechtsanspruch auf smarte Thermostate gibt es (bislang) jedoch noch nicht. Die Kosten tragen die Mieter*innen.

  • Eine pauschale Ablaufzeit für das Thermostat einer Heizung existiert nicht. Die generelle Empfehlung lautet, ein Thermostat etwa spätestens alle 15 Jahre zu tauschen. Andernfalls können sich erste Defekte eingeschlichen haben, die noch unbemerkt sind, aber trotzdem Energie verschwenden.

  • Es gibt noch keine verlässlichen Daten über die Lebensdauer smarter Heizungsthermostate. In der Regel halten sie aber ebenso wie analoge Modelle mindestens 15 Jahre. In dieser Zeit haben sie sich längst amortisiert.

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Quelle: co2online