Keine Gasbeschaffungsumlage: Was Kund*innen wissen sollten

Die Gasbeschaffungsumlage wurde kurzfristig gekippt, d.h. ab dem 1.10. zahlt auch bei LichtBlick kein*e Kund*in diese Umlage. LichtBlick verschickt kein gesondertes Anschreiben dazu, bei der Turnusabrechnung wird dies aber selbstverständlich berücksichtigt und zu viel gezahlte Beiträge gutgeschrieben. Der Abschlag wird nicht angepasst. 

Ab dem 1.10. ist geplant, die Mehrwertsteuer auf die Gaslieferung von 19 auf 7 Prozent zu senken. Sobald der Bundesrat dem zugestimmt hat, werden wir den gesenkten Mehrwertsteuersatz selbstverständlich in der Abrechnung berücksichtigen.


Ihr habt Fragen? Wir haben das Wichtigste für euch zusammengefasst:

Wegfall der Gasbeschaffungsumlage

  • Nein, allerdings wurde die Gasbeschaffungsumlage sehr kurzfristig gekippt und LichtBlick verschickt kein gesondertes Anschreiben mehr dazu. Bei deiner Abrechnung wird das selbstverständlich berücksichtigt und bereits zu viel gezahlte Beträge werden gutgeschrieben bzw. erstattet.

  • Dein ab dem 1.10. gültiger Abschlag wurde automatisch angepasst und dir im Preisanpassungsschreiben mitgeteilt. Nach Wegfall der Gasbeschaffungsumlage passen wir den Abschlag nicht neu an, berücksichtigen aber zu viel gezahlte Beiträge in der Turnusabrechnung. So sparst du dir jetzt schon mit deinen Abschlägen einen kleinen (Energie-)Kostenpuffer an.

  • Nein, da die Gasbeschaffungsumlage sehr kurzfristig gekippt wurde, gibt es kein gesondertes Schreiben mehr dazu.

  • Die Gasspeicherumlage (§ 35e EnWG) deckt die Mehrkosten, die durch die planmäßige Befüllung der Gasspeicher in Deutschland und die Einhaltung entsprechender Vorgaben (z. B. 95 Prozent Füllstand zum 1. November) entstehen, um die Gasversorgung insbesondere für die kommenden Heizperioden weiterhin gewährleisten zu können. Diese Herausforderung besteht nach wie vor.

    Die SLP-Bilanzierungsumlage ist nicht neu und wird erhoben, um die Kosten der Gasnetzbetreiber für den Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie auszugleichen. Regel- und Ausgleichsenergie wird benötigt, um jederzeit die auf Stundenbasis ermittelte Gasmenge im Netz zu haben. Die SLP-Bilanzierungsumlage lag bisher bei 0,00 Cent pro Kilowattstunde und erhöht sich ab dem 1. Oktober 2022 auf 0,57 Cent pro Kilowattstunde. LichtBlick wird diese Erhöhung an alle Kund*innen mit entsprechendem Jahresgasverbrauch weitergeben.

Weitere Umlagen

  • Erstmalig wird die Gasspeicherumlage (§35 EnWG) erhoben. Sie soll sicherstellen, dass die Gasspeicher für den Winter ausreichend gefüllt sind und keine Versorgungsengpässe entstehen. Verbraucher*innen leisten dafür einen Beitrag von 0,059 ct/kWh.

    Darüber hinaus wird ab dem 1. Oktober 2022 die so genannte Bilanzierungsumlage angehoben. Sie dient dazu, die Kosten der Gasnetzbetreiber für den Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie zu decken. Die Bilanzierungsumlage weist dabei für Kund*innen mit niedrigerem Verbrauch (SLP) einen anderen Preis auf als für Kund*innen mit höherem Verbrauch (RLM).

    Die SLP-Bilanzierungsumlage gilt für Verbraucher*innen, die über einen Standard-Last-Profil-Zähler (kurz SLP-Zähler) verfügen und einen Jahresgasverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden aufweisen. Sie steigt ab dem 1. Oktober von 0,00 ct/kWh auf 0,57 Cent ct/kWh.

    Die RLM-Bilanzierungsumlage gilt für Verbraucher*innen, die einen Zähler für die Registrierende Leistungsmessung (kurz RLM-Zähler) nutzen und einen Jahresgasverbrauch bei ca. 100.000 Kilowattstunden aufwärts aufweisen. Ab dem 1. Oktober steigt der Preis von 0,00 ct/kWh auf 0,39 ct/kWh.

  • Die Gasspeicherumlage (§ 35e EnWG) läuft voraussichtlich bis Mitte 2025. Die Bilanzierungsumlage gilt für die Dauer von 12 Monaten.

    Die Höhe der Umlagen hängt von der Entwicklung der Marktpreise und der zu beschaffenden Ersatzmenge ab. Die Gasspeicherumlage kann alle sechs Monate angepasst werden. Der Preis für die Bilanzierungsumlage gilt für die nächsten 12 Monate.

  • Ja, LichtBlick wird die Umlagen an alle Gas-Kund*innen weitergeben. Es handelt sich hierbei um staatliche Umlagen zur Sicherung der Versorgung. Diese Mehrkosten gibt LichtBlick, so wie es der Gesetzgeber vorsieht, an die Kund*innen weiter.

    Dass alle Gaskund*innen diese tragen, entspricht dem Willen des Gesetzgebers. Sinn und Zweck der Gasspeicherumlage ist es, die Mehrkosten zur Gaseinspeicherung auf alle Gasverbraucher*innen gleichmäßig zu verteilen. Denn alle Gasverbraucher*innen profitieren von der Sicherstellung der Gasversorgung in den kommenden Monaten, die durch diese Instrumente erst gewährleistet werden kann.

  • Auch an Kund*innen mit Preisbindungsverträgen werden die Umlagen weiterberechnet, da neue gesetzlich veranlasste Umlagen nicht von der Festpreisgarantie erfasst sind. Das entspricht dem Willen des Gesetzgebers: Sinn und Zweck der neuen Regelungen ist es, die Mehrkosten auf alle Gasverbraucher*innen gleichmäßig zu verteilen. Denn von der Sicherstellung der Gasversorgung in den kommenden Monaten, die diese Instrumente gewährleisten, profitieren alle Gasverbraucher*innen.

  • Nein. Die Umlagen gelten nur für Gaskund*innen.

  • Kurz gesagt: Nichts. Denn die EEG-Umlage garantierte bisher Betreibern von Ökostromanlagen nicht nur die Abnahme des von ihnen produzierten Stroms, sondern darüber hinaus eine feste Vergütung für jede produzierte Kilowattstunde. Dadurch entstehende Mehrkosten wurden bislang über die EEG-Umlage auf den Strompreis umgelegt. Ab dem 1. Juli 2022 werden sie jedoch vollständig aus dem Bundeshaushalt – also aus Steuereinnahmen – finanziert. Eine EEG-Umlage, die über den Strompreis finanziert wird, gibt es seitdem nicht mehr.

    Bis auf den Mechanismus der Umlage hat sie nichts mit den jetzt in Kraft tretenden Gasumlagen zu tun.

Steigende Beschaffungspreise

  • Die zum 1. Oktober 2022 in Kraft tretenden Umlagen fallen zusätzlich zu bereits bestehenden Preisbestandteilen an. In der Regel sind auch diese Preisbestandteile wegen der hohen Gaspreise gestiegen. Die neuen Umlagen decken lediglich Einspeicherungskosten u.ä., nicht aber die weiteren Mehrkosten der Versorger.

    So werden überdies die Lasten insgesamt gleichmäßiger verteilt. Die entstehenden Mehrkosten ausschließlich auf die Kund*innen zu übertragen, die vom Ausfall der Gaslieferungen aus Russland direkt betroffen sind, würde zu extremen Diskrepanzen führen.

  • Der Kostenbestandteil hat sich aufgrund zweier Bilanzierungsumlagen weiter geändert, die ebenfalls ab dem 1.10. erhoben und von Versorgern weitergereicht werden. Dabei handelt es sich um die SLP- und RLM-Bilanzierungsumlage, die für unterschiedliche Verbrauchergruppen gelten.

    Eine Preiserhöhung aufgrund gestiegener Energiebeschaffungskosten hat außerdem in den Fällen stattgefunden, in denen die neuen Beschaffungskosten bislang noch nicht berücksichtigt worden sind, also z.B. typischerweise bei Auslaufen einer Preisgarantie.