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  • Wärmepumpe im Altbau: Lohnt sich das?

    Im Neubau gehören sie mittlerweile zum Standard, aber auch in älteren Bestandsgebäuden lassen sich Wärmepumpen wirtschaftlich betreiben. Welche Bedingungen ein Altbau für den Einbau einer Wärmepumpe erfüllen muss, erfahrt ihr in diesem Ratgeber. 


    10 MinutenLesezeit
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    Heizen mit Energie aus der Umwelt

    Wärmepumpen gelten als klimafreundliches und sparsames Heizsystem. Zur Wärmeerzeugung machen sie sich die in der Umwelt gespeicherte Energie zunutze, die überall kostenlos zur Verfügung steht. Es gibt drei verschiedene Wärmequellen, die angezapft werden können: 

    • Luft, Erdreich und das Grundwasser. 

    Das Funktionsprinzip einer Wärmepumpe kennt ihr bereits von einem anderen Gerät in eurer Wohnung: dem Kühlschrank. Bei einer Wärmepumpe läuft der Prozess jedoch in umgekehrter Richtung und mit einer viel höheren Leistung ab. Anstatt dem Innenraum Wärme zu entziehen und nach außen hin abzugeben, nimmt eine Wärmepumpe die Energie der Umgebung auf und leitet diese an das Heizsystem. 

    Damit die Wärmepumpe Umweltwärme auf das Heizsystem übertragen kann, muss die Temperatur des Kältemittels zunächst auf ein niedrigeres Niveau gesetzt werden. Dadurch kann die natürlich vorkommende Wärme auf das Kältemittel übergehen. Anschließend wird das Kältemittel weiter verdichtet, um noch mehr Wärme an das Heizsystem abzugeben. Für diesen Vorgang benötigt die Wärmepumpe Strom, den sie sehr effizient einsetzt: Aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt sie drei bis vier Kilowattstunden Wärme.  

    Grundsätzlich gilt: Je höher die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe, desto mehr Energie verbraucht sie. Neubauten bieten dank des hohen Dämmstandards optimale Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb einer Wärmepumpe. Aber auch in einem Altbau können sie effizient und kostengünstig arbeiten – sofern einige Bedingungen erfüllt sind. 

    Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?

    Bestimmt habt ihr euch als Hausbesitzer*innen auch schon einmal gefragt, ob sich eine Wärmepumpe für euch überhaupt lohnt – schließlich ist die Anschaffung mit einigen Kosten verbunden. Diese Punkte sprechen für den Einbau einer Wärmepumpe: 

    • Nachhaltigkeit und Energieeffizienz: Wärmepumpen arbeiten energieeffizienter als andere Heizungssysteme. Aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom erzeugen sie 3 bis 4 Kilowattstunden Wärme. Zum Vergleich: Konventionelle Öl- und Gasheizungen wandeln die zugeführte Energie nur 1:1 in Wärmeenergie um. Das Verhältnis vom eingesetzten Strom zur erzeugten Wärme wird durch die Jahresarbeitszahl (JAZ) ausgedrückt. Je höher diese ist, desto besser. Die JAZ sollte mindestens 3 betragen. 

    • Fördergelder und finanzielle Anreize: Der Umstieg auf eine klimafreundliche Heizung wird umfangreich vom Bund gefördert. Die Basisförderung beträgt 30 %, hinzu kommen verschiedene Boni. Nach dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) sind insgesamt bis zu 70 % möglich. Mit welchen Fördermitteln ihr rechnen könnt und welche Voraussetzungen gelten, erfahrt ihr im Ratgeber zur Förderung für Wärmepumpen.  

    • Reduzierung der CO-Emissionen: Wärmepumpen kommen ohne Verbrennungsprozess aus. Während ihres Betriebs fallen nur die CO-Emissionen an, die bei der Erzeugung des Antriebsstroms entstehen. Ausgehend vom aktuellen Strommix in Deutschland stößt eine Wärmepumpe mit einer JAZ von 3 rund 35 % weniger COaus als eine Gasheizung¹. Wird die Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, läuft sie klimaneutral. 

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    Vorteile und Herausforderungen im Altbau

    Die Nachrüstung einer Wärmepumpe im Altbau ist aufwendiger als die Installation im Neubau. Demgegenüber stehen die Vorteile der Umweltheizung. 

    Vorteile einer Wärmepumpe Herausforderungen
    • Die Betriebskosten sind sehr gering, da ein Großteil der Energie aus der Umwelt bezogen wird. • Wärmepumpen helfen euch dabei, ein Stück weit unabhängiger von fossilen Energieträgern zu werden. • Reversible Wärmepumpen können die Räume nicht nur heizen, sondern auch kühlen. • Die Kombination mit einer Photovoltaikanlage reduziert die Kosten und die CO₂-Emissionen noch einmal deutlich. • Wärmepumpen sind wartungsarm und langlebig. Zudem punkten sie mit einer hohen Betriebssicherheit. • Damit eine Wärmepumpe effizient betrieben werden kann, muss das Haus ausreichend gedämmt sein. • Eventuell ist eine Anpassung des Heizsystems notwendig. • Eine Wärmepumpe braucht genügend Platz und einen passenden Standort. • Die Kosten für die Anschaffung und die Installation einer Wärmepumpe sind (noch) vergleichsweise hoch.

    Checkliste: Voraussetzungen für eine Wärmepumpe im Altbau

    Für den effizienten Betrieb einer Wärmepumpe im Altbau müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ob euer Haus grundsätzlich für eine Wärmepumpe geeignet ist und was noch zu tun wäre, prüft ihr mit der folgenden Checkliste.

    1. Gebäudeanalyse: Wie ist der energetische Zustand des Hauses?

    Viele Hausbesitzer*innen befürchten, dass mit dem Einbau einer Wärmepumpe aufwendige Sanierungsarbeiten auf sie zukommen. Eine umfassende energetische Sanierung ist jedoch nicht immer notwendig. Oft reichen schon einfache Maßnahmen aus. Um abschätzen zu können, ob sich eine Wärmepumpe für euch lohnt, solltet ihr euer Haus vorab einem gründlichen Check unterziehen. 

    Dämmzustand des Hauses 

    Wichtig ist, dass das Haus gut gedämmt ist, denn je mehr Wärme nach außen verloren geht, desto höher ist der Heizenergiebedarf. Der Dämmzustand des Hauses lässt sich meist am Alter erkennen. Die Standards der Wärmedämmung wurden im Laufe der Jahrzehnte verbessert. 

    BaujahrDämmzustand
    bis 1969 • Wärmedämmung spielte beim Bau noch keine Rolle. Entweder wurde der Wärmeschutz später unzureichend nachgerüstet oder er fehlt nach wie vor. • Es gibt häufig Wärmebrücken innerhalb der Konstruktion. • Meist benötigen die Häuser eine umfassende Dämmung von Dach, Kellerdecke und Außenwänden.
    1970‒1989 • Mit der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 wurde erstmals gedämmt. Die Dämmung entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen. • Um bessere Dämmwerte zu erzielen, reichen oft schon einzelne Maßnahmen wie die Isolierung der obersten Geschossdecke oder des Daches aus.
    90er Jahre • Die Senkung der CO₂-Emissionen rückte in den Fokus, es wurden immer mehr Passiv- und Niedrigenergiehäuser gebaut. • Der Dämmstandard nach der dritten Wärmeschutzverordnung ab 1995 ist oft schon für den Einbau einer Wärmepumpe ausreichend. Dennoch lohnt es sich, die Dämmung zu optimieren.

    Fenster und Türen 

    Große Schwachpunkte in der Gebäudehülle sind die Fenster und Außentüren. Vor allem Fenster mit Einfachverglasung, die noch bis 1977 verbaut wurden, leiten die Wärme fast ungehindert nach außen. Abhilfe schafft der Einbau gut gedämmter Haustüren und Fenster mit moderner Dreifachverglasung. 

    Ob ihr neue Fenster und Türen braucht, prüft ihr anhand folgender Fragen: 

    • Ist am geschlossenen Fenster oder an der geschlossenen Tür ein Luftzug zu spüren? 

    • Dringt bei starkem Regen Wasser ein? 

    • Beschlagen die Scheiben bei Frost von innen? 

    • Lassen sich Fenster und Türen nur schwergängig öffnen? 

    • Ist bei geschlossenen Fenstern und Türen Lärm von außen zu hören? 

    Ideal ist es, wenn ihr den Fenstertausch mit der Außendämmung eures Hauses kombiniert. So könnt ihr die Fenster gleich ein Stück nach vorn setzen lassen, sodass sie bündig mit dem Mauerwerk abschließen. 

    Heizenergiebedarf und Heizlastberechnung 

    Ein weiteres Indiz dafür, wie effizient eine Wärmepumpe in eurem Altbau laufen würde, ist der Heizenergiebedarf. Je niedriger dieser ausfällt, desto besser. Den Heizenergiebedarf lest ihr ganz einfach im Energieausweis ab. Liegt euch kein Energieausweis vor, könnt ihr den Wert auch selbst berechnen: 

    • Ermittelt die zu beheizende Wohnfläche eures Hauses. Zählt dafür die Flächen aller beheizten Räume zusammen. Dazu gehören auch Keller- und Dachgeschossräume mit Heizung. 

    • Nehmt eure letzten drei Jahresheizkostenabrechnungen zur Hand und errechnet daraus euren Durchschnittsverbrauch.  

    • Teilt dann den Durchschnittsverbrauch durch die beheizte Wohnfläche. 

    Als Richtwert gelten 150 kWh Heizenergie pro Quadratmeter im Jahr². Liegt euer Wert höher, kann es sein, dass die Wärmepumpe ohne Sanierung ineffizient arbeitet. Lasst auf jeden Fall von Fachexpert*innen prüfen, ob ein Betrieb möglich und sinnvoll ist. Eventuell reichen schon kleinere Anpassungen – etwa der Austausch einiger Heizkörper. 

    Wenn ihr eine Wärmepumpe einbauen wollt, solltet ihr vorab zudem eine Heizlastberechnung durchführen lassen. Diese erhaltet ihr bei LichtBlick direkt kostenlos dazu, wenn ihr euch für ein neues Heizsystem entscheidet. Die Heizlast ist ein Maß für die Leistung in Kilowatt (kW), die eine Heizanlage aufbringen muss, um das Haus auf angenehme Temperaturen zu bringen. Die Ergebnisse der Heizlastberechnung geben Aufschluss darüber, welche Leistung die Wärmepumpe mindestens haben muss. Wärmepumpen, die zu groß dimensioniert sind, kosten in der Anschaffung unnötig viel Geld. Ist die Wärmepumpe unterdimensioniert, kann sie dagegen den Wärmebedarf nicht vollständig decken. 

    Vorlauftemperatur der Heizung 

    Wärmepumpen lassen sich am effizientesten bei Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 55 °C betreiben. Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, nachdem es vom Wärmeerzeuger erhitzt wurde. Es gibt einen einfachen Test, mit dem ihr prüfen könnt, ob diese Vorlauftemperaturen euren Heizbedarf decken: Stellt die Vorlauftemperatur eurer Heizungsanlage auf 55 °C ein. Dreht dann die Thermostate an allen Heizkörpern voll auf. Wird es in euren Räumen ausreichend warm, dann ist der Einbau einer Wärmepumpe möglich. 

    2. Heizungssystem prüfen 

    Eine Heizungsanlage arbeitet nur dann wirtschaftlich, wenn alle Wärmeerzeuger zueinander passen. Gemeint sind in diesem Fall die Wärmepumpe, das Wärmeverteilsystem (Rohrleitungen) und der Wärmeverbraucher (Heizkörper).  

    Ist das Heizungssystem mit einer Wärmepumpe kompatibel? 

    Findet zunächst heraus, ob ihr mit einem Einrohr- oder einem Zweirohrsystem heizt. Manchmal reicht dafür schon ein Blick unter die Heizkörper: Seht ihr zwei Rohre? Perfekt, dann habt ihr ein Zweirohrsystem, das sich gut mit einer Wärmepumpe kombinieren lässt. 

    Wenn nur ein Rohr unter dem Heizkörper verläuft, kann es sich um ein Einrohrsystem handeln. Für Laien ist das jedoch nicht immer leicht zu erkennen, da sich die Heizungsrohre oft hinter den Wänden befinden. Im Zweifel solltet ihr eine*n Heizungstechniker*in hinzuziehen. 

    Einrohrsysteme wurden vor allem in den 70er und 80er Jahren eingebaut. Sie bestehen aus einer einfachen Ringleitung, die die Heizkörper nach und nach mit dem erwärmten Heizwasser versorgt. Das bringt einen großen Nachteil für den Einbau einer Wärmepumpe mit sich: Da die Temperatur des Heizwassers von Heizkörper zu Heizkörper sinkt, muss die Vorlauftemperatur höher eingestellt werden, als in den Räumen benötigt wird.  

    Ist in eurem Haus ein Einrohrsystem verbaut, heißt das aber noch nicht, dass ihr auf eine Wärmepumpe verzichten müsst. Entscheidend ist die Höhe der Vorlauftemperatur: Liegt diese an kalten Tagen trotzdem unter 55 °C, dann kommt eine Kombination infrage. Aber auch bei höheren Vorlauftemperaturen gibt es noch Optimierungspotenziale. 

    Wie lässt sich das Heizungssystem anpassen? 

    Eure Räume werden durch die Absenkung der Vorlauftemperatur nicht mehr richtig warm? Eventuell lässt sich schon mit kleineren Anpassungen des Heizungssystems Abhilfe schaffen: 

    • Heizkörper austauschen: Als ideale Partner für Wärmepumpen gelten Flächenheizungen wie Fußboden- und Wandheizungen. Aber auch Heizkörper lassen sich mit einer Wärmepumpe im Altbau kombinieren. Voraussetzung ist, dass die Heizkörper eine große Oberfläche aufweisen. Durch die größere Heizfläche wird mehr Wärme an die Räume abgegeben, sodass die Vorlauftemperatur abgesenkt werden kann. Neben Plattenheizkörpern bieten sich auch spezielle Niedertemperatur-Heizkörper an.  

    • Hydraulischer Abgleich: Unausgewogene Druckverhältnisse im Heizungssystem verringern die Effizienz des Wärmeerzeugers. Durch einen hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass das von der Wärmepumpe erwärmte Heizwasser gleichmäßig an alle Heizkörper verteilt wird. So kommt auch in den weiter entfernten Räumen noch genügend Wärme an. 

    3. Den richtigen Standort für die Wärmepumpe im Altbau finden

    Euer Altbau erfüllt alle Bedingungen für den Einbau einer Wärmepumpe? Dann müsst ihr nur noch den passenden Platz für das Gerät finden. Nicht immer sind aufwendige Erdbohrungen oder andere bauliche Maßnahmen möglich. Deshalb entscheiden sich viele Hausbesitzer*innen für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Außenaufstellung.  

    wärmepumpe vaillant

    Platz für den Wärmepumpen-Außenteil

    Die Wärmepumpe muss auf einem stabilen Betonfundament oder einem Sockel installiert werden. Um lange Transportwege und damit einhergehende Wärmeverluste zu vermeiden, eignet sich ein Platz in der Nähe der Hauswand. Das Gerät muss jedoch genügend Luft ansaugen und wieder ausblasen können – ungünstig sind Stellen, an denen zwei Hauswände aufeinandertreffen.

    Abstände zu den Nachbargebäuden

    In der Vergangenheit wurden Wärmepumpen häufig als gebäudeähnliche Bauwerke eingestuft. Bei der Aufstellung musste ein Mindestabstand von 2,5 bis 3 Meter zur Grundstücksgrenze eingehalten werden. Um die Energiewende nicht zu gefährden, haben einige Bundesländer die Regelungen geändert. Heute bestimmt meist die Lautstärke den Abstand zum Grundstück der Nachbar*innen. 

    Finanzielle Aspekte

    Keine Frage: Die Anschaffung einer Wärmepumpe ist auch im Altbau mit Kosten verbunden, die natürlich nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Dabei variiert der finanzielle Aufwand je nach Gebäude, Grundstücksgegebenheiten und Wärmepumpentyp. 

    Gesamtkosten der Wärmepumpe ermitteln 

    Ob sich eine Wärmepumpe für euren Altbau lohnt, hängt maßgeblich von den Gesamtkosten ab, die sich aus den Anschaffungs- und Installationskosten sowie den Betriebskosten zusammensetzen. Die Kosten für eine Wärmepumpe sind grundsätzlich sehr individuell und lassen sich nur schwer beziffern. LichtBlick hat am Beispiel der Luftwärmepumpe aus dem WärmePumpen-Komplettpaket berechnet, was auf euch zukommt: Lebt ihr in einem Haushalt mit drei Personen, belaufen sich die Gesamtkosten der Wärmepumpe inklusive Förderung auf etwa 18.300 Euro. Zu diesen einmaligen Investitionskosten kommen noch die laufenden Kosten für Wärmestrom aus dem öffentlichen Netz (Annahme: 28 ct/kWh) in Höhe von 1.149,12 Euro pro Jahr hinzu. Ein umfangreiches Rechenbeispiel und alle Infos zu den Kosten einer Wärmepumpe erhaltet ihr im Ratgeber zum Thema.  

    Fördermöglichkeiten prüfen 

    Der Umstieg auf eine Wärmepumpe wird vom Staat mit großzügigen Förderungen für Wärmepumpen unterstützt, die ihr kennen und nutzen solltet.  

    Mit der Novelle des GEG trat zum 1. Januar 2024 die neue Förderrichtlinie Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Kraft. Für eine Wärmepumpe gibt es nun Zuschüsse von bis zu 70 Prozent. Die Förderung setzt sich aus vier Bausteinen zusammen: 

    • Die einkommensunabhängige Grundförderung von 30 % der Anschaffungs- und Investitionskosten. 

    • Der Klima-Geschwindigkeitsbonus von 5 % für den zeitnahen Heizungstausch: Ab 2029 soll der Bonus alle zwei Jahre um 3 % sinken, ab 2037 entfällt er. 

    • Der Effizienzbonus von 5 % für Wärmepumpen, die als Wärmequelle Wasser, Erdreich oder Abwasser nutzen oder mit natürlichen Kältemitteln betrieben werden. 

    • Der Einkommensbonus von 30 % für Selbstnutzer*innen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von weniger als 40.000 € pro Jahr. 

    Maximal lassen sich 30.000 Euro für die erste Wohneinheit anrechnen. Bei einem Fördersatz von 70 Prozent beträgt der höchstmögliche Zuschuss für ein Einfamilienhaus also 21.000 Euro

    Übrigens: Auch für weitere Maßnahmen, die den Wirkungsgrad einer Wärmepumpe erhöhen, gibt es Fördergelder. Darunter fallen beispielsweise die Dämmung des Hauses oder der hydraulische Abgleich. Die Höhe der maximal förderfähigen Kosten liegt bei 60.000 Euro

    Neu eingeführt wurden zudem zinsvergünstigte Ergänzungskredite für den Heizungstausch oder sonstige Effizienzmaßnahmen. Ihr könnt das Kreditangebot der KfW in Anspruch nehmen, wenn ihr als Eigentümer*innen eure Immobilie selbst bewohnt und euer zu versteuerndes Haushaltseinkommen bei maximal 90.000 Euro liegt. Mit dem Kredit könnt ihr – nach Abzug der oben genannten Zuschüsse – je Wohneinheit einen Kredit in Höhe von bis zu 120.000 Euro erhalten. 

    Falls Zuschüsse und zinsverbilligte Kredite für euch nicht infrage kommen, könnt ihr die Maßnahmen zur energetischen Sanierung einschließlich des Heizungstauschs steuerlich absetzen

    Amortisationsdauer 

    Jetzt fragt ihr euch bestimmt, ab wann sich eine Wärmepumpe genau für euch rechnet. Der Umstieg auf eine Wärmepumpe ist eine langfristige Investition. Wie lange es dauert, bis sich die neue Heizung amortisiert – also bis die Einsparungen die Investitionskosten ausgeglichen haben – hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

    • Gesamtkosten der Wärmepumpe und Förderung 

    • Effizienz der Wärmepumpe (Jahresarbeitszahl) 

    • Wärmebedarf des Hauses 

    • Strompreis 

    In der Regel liegt die Amortisationsdauer zwischen 10 und 14 Jahren. Ihr könnt die Zeitspanne verkürzen, indem ihr eure Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombiniert.  

    Hybridlösungen und Kombinationsmöglichkeiten für den Altbau

    Wärmepumpen lassen sich mit verschiedenen Technologien kombinieren: 

    • Alte Heizungsanlage und Wärmepumpe: Wenn eure bestehende Heizungsanlage noch gut funktioniert, kann ein bivalentes Heizsystem eine Lösung ein. Die Wärmepumpe fungiert dann als zweiter Wärmeerzeuger, der in der Übergangszeit die Gebäudeheizung übernimmt. Die konventionelle Heizung wird nur bei hohem Heizbedarf eingesetzt. 

    • Photovoltaikanlage und Wärmepumpe: Wärmepumpe und Photovoltaikanlage sind ein echtes Dreamteam. Über die PV-Anlage produziert ihr euren eigenen Strom, den ihr direkt für eure Wärmepumpe nutzen könnt. Dadurch sinken nicht nur eure Betriebskosten, die gesamte Anlage läuft zudem klimafreundlicher. Wie ihr Wärmepumpe und Photovoltaikanlage miteinander kombiniert, lest ihr im Ratgeber. 

    Fachkundige Beratung

    Die Umrüstung auf eine Wärmepumpe erfordert eine gründliche Planung und eine gute handwerkliche Umsetzung. Bevor ihr konkrete Maßnahmen einleitet, solltet ihr euch umfassend beraten lassen. 

    • Energieberater*in konsultieren: Ein*e Energieberater*in kann euch sagen, welche Maßnahmen sinnvoll und wirtschaftlich sind. Qualifizierte Energieberater*innen findet ihr auf dem Portal der Deutschen Energie-Agentur (dena)

    • Angebote von Fachbetrieben einholen: In einem persönlichen Beratungsgespräch werden zunächst die Rahmenbedingungen erfasst. Anschließend erhaltet ihr ein Angebot, das nach euren Bedürfnissen erstellt wurde.  

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    Wärmepumpentypen und ihre Eignung für den Altbau

    Je nachdem, welche Wärmequelle angezapft wird, unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Typen von Wärmepumpen: Luftwärmepumpen, Erdwärmepumpen und Grundwasser-Wärmepumpen. Grundsätzlich eignen sich alle Wärmepumpen für den Altbau – hinsichtlich des Installationsaufwands und der Kosten gibt es aber große Unterschiede.

    luft-wasser-wärmepumpe

    Luft-Wasser-Wärmepumpen

    Luft-Wasser-Wärmepumpen nutzen die Außenluft als Wärmequelle, die sich relativ einfach erschließen lässt. Sie bieten eine große Flexibilität hinsichtlich der Standortwahl: Sogenannte Monoblock-Geräte vereinen alle Komponenten in einem Gehäuse. Sie können entweder innen oder außen aufgestellt werden. Systeme in Splitbauweise bestehen aus einer Innen- und einer Außeneinheit. Egal für welche Bauweise ihr euch entscheidet: Die Effizienz der Luftwärmepumpe sinkt, je kälter es draußen wird, da sie ihre Energie aus der Umgebungsluft zieht. Bei niedrigeren Temperaturen benötigt sie also mehr Strom zum Heizen.
    sole-wasser

    Sole-Wasser-Wärmepumpen

    Erdwärmepumpen, auch als Sole-Wasser-Wärmepumpen bezeichnet, beziehen die Wärme aus dem Erdreich. Aufgrund ihres geringen Stromverbrauchs eignen sie sich gut für Altbauten mit einem hohen Wärmebedarf. Zur Wärmegewinnung kommen entweder Erdkollektoren oder Erdsonden zum Einsatz. Erdkollektoren werden flächig verlegt und beanspruchen viel Platz im Garten. Der Bereich darf später nicht bebaut bzw. versiegelt werden. Erdsonden werden hingegen senkrecht oder schräg über Tiefenbohrungen in die Erde eingebracht. Sie sparen nicht nur Platz, sondern arbeiten auch effizienter als Erdkollektoren. Allerdings sind die Bohrungen genehmigungspflichtig und nicht überall möglich.
    wasser-wasser-wärmepumpe

    Wasser-Wasser-Wärmepumpen

    Das Grundwasser ist eine hervorragende Wärmequelle, da auch im Winter konstante Temperaturen herrschen. Um die Wärme nutzen zu können, müssen zwei Brunnen gebohrt werden: einer zur Entnahme des Wassers, der andere zur Rückführung. Das ist genehmigungspflichtig und nicht überall erlaubt. Wasser-Wasser-Wärmepumpen kommen nur dann infrage, wenn das Grundwasser in ausreichender Menge und Qualität vorhanden ist. Die Installation ist mit einem großen Planungsaufwand und hohen Kosten verbunden. Sie lohnt sich vor allem bei größeren Wohnprojekten.

    Vor- und Nachteile der verschiedenen Wärmepumpen im Altbau

    VorteileNachteile
    Luft-Wasser-Wärmepumpen • günstiger und unkomplizierter Einbau • dank unterschiedlicher Bauweisen maximale Flexibilität hinsichtlich der Aufstellung • Stromverbrauch abhängig von der Außentemperatur • mögliche Lärmemissionen bei Außenaufstellung • besitzen die geringste Effizienz
    Sole-Wasser-Wärmepumpen • arbeiten sehr effizient • lange Lebensdauer • höhere Installationskosten durch Erdarbeiten • Erdkollektoren erfordern ausreichend Platz • Tiefenbohrung ist genehmigungspflichtig und nicht überall möglich
    Wasser-Wasser-Wärmepumpen • effizienteste Wärmepumpenart • vorhandene Grundwasserbrunnen können genutzt werden • langlebig und zuverlässig • hohe Anschaffungs- und Installationskosten • Installation erfordert eine geeignete Wasserquelle • kompliziertes und zeitintensives Bewilligungsverfahren

    Fazit: Wärmepumpe und Altbau passen zusammen

    Wärmepumpen bringen nicht nur Neubauten klimafreundlich und kostengünstig auf wohlige Temperaturen. Auch im Altbau kann sich die Umrüstung lohnen – sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind: 

    • Dach, Wände, Fenster und Türen müssen gut gedämmt sein. 

    • Die Räume werden bei geringen Vorlauftemperaturen ausreichend warm. 

    • Das Heizungssystem ist für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet oder lässt sich darauf anpassen. 

    • Es findet sich ein passender Standort für die Wärmepumpe. 

    Nicht immer ist eine komplette energetische Sanierung notwendig. Oft reichen schon kleinere Maßnahmen aus, um die Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb zu schaffen. Viele Maßnahmen, die die Effizienz einer Wärmepumpe erhöhen, werden staatlich gefördert. Wichtig: Die Wärmepumpe muss fachgerecht geplant und richtig dimensioniert werden.  

    Auch für Altbauten mit einem hohen Wärmebedarf und kleinen Heizflächen gibt es mittlerweile passende Lösungen. Hochtemperatur-Wärmepumpen arbeiten mit Vorlauftemperaturen von 65 °C und mehr. Sie ermöglichen damit einen unkomplizierten Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien. Aufgrund des größeren Kompressors ist ihr Stromverbrauch jedoch höher als der von klassischen Wärmepumpen. Zudem sind sie in der Anschaffung teurer. Eine konkrete Prognose über die anfallenden Kosten und den Nutzen bekommt ihr im Rahmen einer professionellen Beratung durch Fachexpert*innen. 

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    Ihr habt noch Fragen zur Wärmepumpe im Altbau? Hier gibt’s Antworten

    1

    Quelle: Chip

    2

    Quelle: SWR