SucheKontaktMein Konto

Heizen mit Strom: Möglichkeiten & Kosten im Überblick

Das Heizen mit Strom kann eine gute Lösung sein, um das eigene Zuhause mit wohliger Wärme zu versorgen und gleichzeitig Kosten zu sparen. Welche Möglichkeiten ihr habt und mit welchen Kosten ihr rechnen müsst, lest ihr in diesem Beitrag. 


Mutter und Kind spielen auf Kissen auf dem Boden vor einer Heizung

Heizen mit Strom: Das Wichtigste in Kürze

Was ist Heizen mit Strom und wie funktioniert das?

Beim Heizen mit Strom wird elektrische Energie meist direkt in thermische Energie, also Wärme, umgewandelt – mit Ausnahme von Wärmepumpen. Auf welche Art und Weise das geschieht, hängt von der Art der elektrisch betriebenen Heizung ab. Die meisten dieser Heizungen nutzen einen elektrischen Heizleiter. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen Metalldraht. Dieser wird durch Anschluss an eine Stromquelle unter Spannung gesetzt. Es bildet sich ein Widerstand, wodurch sich der Heizleiter erwärmt. Die Wärme wird dem Raum entweder direkt zugeführt oder in einem Speichermedium bevorratet und dann zeitversetzt über einen längeren Zeitraum hinweg übertragen. 

Die Wärmeabgabe erfolgt über zwei verschiedene Wege: 

Der Strom wird von einer elektrisch betriebenen Heizung meist 1:1 in Wärme umgesetzt. Eine Ausnahme bilden Wärmepumpen: Sie beziehen den größten Teil der Energie kostenlos aus der Umwelt. Lediglich für den Antrieb wird Strom benötigt. Aus einer Kilowattstunde (kWh) Strom können sie etwa 4 kWh Wärme erzeugen. Eine Wärmepumpe verbraucht also nur etwa ein Viertel des Stroms, um den gleichen Wärmebedarf zu decken. 

Welche elektrisch betriebenen Heizungen gibt es?

Elektrisch betriebene Heizungen unterscheiden sich in ihrer Funktion und ihren Anwendungsbereichen. Ein Überblick über die gängigsten Systeme: 

Art der elektrisch betriebenen HeizungFunktion Einsatzbereich
Direktheizung (Konvektoren und Radiatoren)• Radiatoren nutzen Öl oder Wasser, das durch Heizspiralen erwärmt wird und durch die Heizrippen fließt. • Konvektoren saugen kalte Raumluft am Boden an und geben sie nach oben ab. • Temporär genutzte Räume wie Werkstatt, Keller oder Garage • Camper und Ferienhäuser
Nachtspeicherheizung • Besitzt einen Speicherkern, der nachts über einen Nachstromtarif aufgeladen wird. Tagsüber gibt sie die gespeicherte Wärme mithilfe eines integrierten Ventilators an die Räume ab. • Wird heute nur noch selten genutzt, da es kaum noch Nachtstromtarife gibt. • Kommt allenfalls für Gebäude ohne ausreichend Platz für ein zentrales Heizungssystem infrage.
Infrarotheizung • Besteht aus Heizplatten, die mit elektrisch leitfähigen Materialien bestückt sind. Unter Spannung erwärmen sie sich und geben die Wärme anschließend als Infrarotstrahlung ab. • Temporär genutzte Räume • Wenn die Wärmequelle nur punktuell benötigt wird • Als Zusatzheizung im Badezimmer
Elektrische Fußbodenheizung • Durch Strom werden Heizmatten oder Heizfolien erhitzt, die ihre Wärme an den Fußboden abgeben. Dieser strahlt die Wärme dann in den Raum ab. • Als Ergänzung zur Hauptheizung • Zum Temperieren kalter Fußböden, etwa mit Fliesenbelag
Wärmepumpe • Entzieht der Umgebung (Erdreich, Luft oder Grundwasser) Wärmeenergie und bringt diese mithilfe eines Kompressors auf die gewünschte Temperatur. Im Prinzip funktioniert sie wie der Kühlschrank, nur andersherum.• Für die effiziente Beheizung und Kühlung von Neubauten und Bestandsgebäuden • Kann auch zur Warmwasserbereitung eingesetzt werden.
Ihr wollt endlich weg von fossilen Brennstoffen?Eine elektrisch betriebene Heizung kann unter Nutzung erneuerbarer Energiequellen eine gute Alternative zu konventionellen Heizungsanlagen sein. Alle Infos zu Elektroheizungen

Kostenübersicht: Anschaffung, Betrieb und Wirtschaftlichkeit

Ob sich eine elektrisch betriebene Heizung lohnt, hängt nicht nur von den Anschaffungskosten, sondern auch von den monatlichen Ausgaben ab.

Anschaffungskosten

Im Vergleich zu anderen Heizanlagen fallen die Preise für eine elektrisch betriebene Heizung gering aus. Was eine Stromheizung genau kostet, richtet sich nach ihrer Art und ihrer Leistung. Konvektoren und Radiatoren bekommt ihr bereits ab 100 € pro Gerät. Infrarotheizkörper sind mit 200 bis 1.000 € etwas teurer.¹ Eine elektrische Fußbodenheizung schlägt mit 20 bis 50 € pro Quadratmeter Heizfläche zu Buche.² Möchtet ihr ausschließlich mit Strom heizen, dann könnt ihr mit Gesamtkosten zwischen 4.000 und 8.000 € rechnen.³ Entscheidet ihr euch für eine Wärmepumpe, müsst ihr etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Anschaffungskosten inklusive Installation liegen zwischen 21.000 und 43.000 €. Allerdings kann die Investition mit staatlichen Förderungen unterstützt werden und die Wärmepumpe kann mit optimaler Auslegung besonders effizient arbeiten. 

Laufende Kosten pro Jahr

Hier findet ihr eine Beispielrechnung der Heizkosten (ohne Warmwasserbereitung) für ein teilgedämmtes, 140 Quadratmeter großes Familienhaus mit einem Heizwärmebedarf von 18.200 Kilowattstunden:

Heizsystem Angenommene JAZ / WirkungsgradEnergieverbrauch pro JahrDurchschnittlicher Energiepreis (2026)Jährliche Heizkosten⁴
Elektroheizung118.200 kWh Strom0,31 €/kWh5642,00 €
Gasheizung118.200 kWh Gas0,112 €/kWh2098,40 €
Ölheizung11.820 l Öl (10 kWh/l)0,123 €/l2.236,78 €
Wärmepumpe3,54.572 kWh Strom0,31 €/kWh1.417,32 €

Bei diesem Beispiel haben wir der Einfachheit halber die Kosten für die Warmwasserbereitung außen vor gelassen. Eine detailliertere Berechnung für Heizkosten und generelle Kosten einer Wärmepumpe findet ihr in einem gesonderten Text. 

Der Vergleich zeigt: Wärmepumpen können richtig Heizkosten sparen. Der Grund: Wärmepumpen vervielfachen die eingesetzte Energie – aus 1 kWh Strom werden je nach Modell rund 4 kWh Wärmeenergie. Das macht sie extrem effizient und im Betrieb deutlich günstiger als Gas- oder Ölheizungen.

Wirtschaftlichkeit

Wie wirtschaftlich eine elektrisch betriebene Heizung ist, hängt vom gewählten Stromtarif, vom individuellen Verbrauch und von der Effizienz der Heizung ab. Als alleinige Wärmeerzeuger sind reine Stromheizungen am ehesten in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf sinnvoll. Meist werden sie als Zusatzheizung im Badezimmer oder im Küchenbereich eingesetzt. Gerade in der Übergangszeit, wenn die Zentralheizung noch nicht in Betrieb ist, sorgen sie für wohlige Wärme. Auch in temporär genutzten Räumen wie der Werkstatt, im Wintergarten oder im Gästezimmer kann es sich lohnen, mit Strom zu heizen. Wenn ihr jedoch ein Heizsystem mit vergleichsweise niedrigem Strombedarf sucht, das auch die Warmwasserbereitung übernimmt, dann ist eine Wärmepumpe für euch die bessere Wahl.

Mit dem richtigen Tarif am meisten sparenOb sich das Heizen mit Strom für euch lohnt, ist nicht zuletzt eine Frage des Stromtarifs. Egal, ob ihr mit einer Nachtspeicherheizung oder einer Wärmepumpe heizt: WärmeStrom von LichtBlick ist die richtige Wahl.Hier geht’s zu den WärmeStrom-Tarifen

Heizen mit Strom: Vor- und Nachteile

Es gibt mehrere Gründe, die für eine elektrisch betriebene Heizung sprechen, aber auch einige Gegenargumente. Pro und contra im Überblick:

Vorteile:

  • Niedrige Anschaffungskosten: Stromheizungen kosten weniger als konventionelle Heizungsanlagen.  
  • Geringer Installationsaufwand: Reine elektrisch betriebene Heizungen müssen nur an das Stromnetz angeschlossen werden. Sie benötigen keinen Schornstein und – mit Ausnahme der Wärmepumpe – kein wasserführendes System.
  • Flexibel einsetzbar: Elektrisch betriebene Heizungen können die komplette Wärmeversorgung in gut gedämmten Gebäuden übernehmen. Zudem sind sie eine praktische Lösung für selten genutzte Räume.
  • Nutzung von Solarstrom möglich: Elektrisch betriebene Heizungen lassen sich mit Solarstrom vom eigenen Dach und am besten mit integriertem Speicher betreiben. Das steigert den Eigenverbrauch und kann die Heizkosten senken.

Nachteile:

  • Höhere Betriebskosten: Das dauerhafte Heizen mit einer elektrisch betriebenen Heizung ist – Wärmepumpen ausgenommen – kann teurer sein als mit einer konventionellen Heizungsanlage. 
  • Abhängigkeit von den Strompreisen: Die Betriebskosten sind direkt an den Strompreis gekoppelt. Steigt dieser, dann steigen auch die monatlichen Ausgaben. Es kann aber auch gleichzeitig ein Vorteil sein, denn auch der Gaspreis kann steigen. 
  • Einbau ist nicht überall sinnvoll: Im unsanierten Altbau eignen sich reine Elektroheizungen nicht als alleiniger Wärmeerzeuger. Allerdings können sie das bestehende Heizsystem ergänzen.

Heizen mit Solarstrom: Ist das sinnvoll?

Solarstrom entsteht aus Sonnenenergie, und die sowohl kostenlos als auch zu 100 % erneuerbar. Was liegt da näher, als die Elektroheizung mit selbst produziertem Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage zu betreiben? Heizt ihr mit Solarstrom, könnt ihr nicht nur eure Kosten senken, sondern macht euch auch unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz mit seinen schwankenden Preisen. Gleichzeitig steigert ihr die Wirtschaftlichkeit eurer Solaranlage. Die Rechnung ist einfach: Je mehr eures eigenen Solarstroms ihr verbraucht, desto schneller amortisiert sich die PV-Anlage.  

Besonders sinnvoll ist die Kombination einer PV-Anlage mit einer Wärmepumpe. Die Wärmepumpe bezieht etwa drei Viertel der Energie aus der Umwelt, das restliche Viertel wird durch Strom gedeckt. Mit einer Photovoltaikanlage erzeugt ihr einen großen Teil des benötigten Stroms selbst. Überschüssige Wärme kann in einem Pufferspeicher zwischengelagert werden, bis ihr diese abruft. Erst, wenn nicht genügend Solarstrom vorhanden ist, wird auf Strom aus dem Netz zurückgegriffen.  

Mehr zur Kombination von Wärmepumpe mit Photovoltaik erfahrt ihr in einem separaten Beitrag.

Haus mit Waermepumpe und PV Anlage

Wo eignet sich das Heizen mit Strom besonders?

Es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für Elektroheizungen: 

Als Alleinheizung

Als Übergangsheizung

Als Zusatzheizung

Mit erneuerbarer Energie Heizkosten sparenHeizen mit Strom kann eine gute Idee sein – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Eine davon ist die Wahl des richtigen Stromtarifs. Mit WärmeStrom von LichtBlick bringt ihr euer Zuhause kostengünstig auf Wohlfühltemperatur und profitiert gleichzeitig von 100 % erneuerbarer Energie mit Herkunftsnachweis.* Jetzt WärmeStrom-Tarife berechnen

Ihr habt noch Fragen zum Heizen mit Strom?

Weitere Artikel zu diesem Thema

Gut kombiniert: Fußbodenheizung und WärmepumpeWärmepumpen und Fußbodenheizungen gelten als ideale Partner. Welche Vorteile die Kombination bringt und wie sich die beiden Komponenten verbinden lassen, lest ihr hier. Zum Artikel
Heizkurve einstellen: So passt ihr eure Heizung richtig an Wusstet ihr schon, dass moderne Heizungsanlagen ihre Leistung automatisch an die Außentemperatur anpassen können? Das Programm dafür liefert die Heizkurve. Sie sorgt dafür, das weder zu viel noch zu wenig geheizt wird. Was die Heizkurve genau aussagt und wie ihr sie richtig einstellt, erfahrt ihr hier.Zum Artikel
Waermepumpe im Garten
Reduzierte Umlagen für Wärmepumpen nach § 22 Energiefinanzierungsgesetz (EnFG)Wärmepumpen gelten als zukunftsfähiges Heizsystem. Mit dem Betrieb dieser leistet ihr also einen Beitrag zur Wärmewende. Das fördert die Regierung mit einer Reduzierung der Umlagen für Wärmepumpen. Wie ihr von den reduzierten Umlagen profitieren könnt, erfahrt ihr im Ratgeber. Zum Artikel
1

Quelle: wegatech.de

3

Quelle: thermondo.de

*

„Ökostrom“ bedeutet: In Höhe eures Verbrauchs wird Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Der Nachweis erfolgt bilanziell zu 100 % über Herkunftsnachweise gemäß § 42 EnWG, die im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes entwertet werden. Die tatsächliche Stromlieferung an eure Steckdose erfolgt physikalisch über das allgemeine Stromnetz, in dem sich Strom aus verschiedenen Quellen mischt (Strommix). Es kann dabei nicht sichergestellt werden, dass der konkrete Strom, den ihr verbraucht, tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Trotzdem wird durch den Einkauf und die Entwertung sogenannter Herkunftsnachweise sichergestellt, dass eine einmal aus erneuerbaren Energien erzeugte und in das Netz eingespeiste Strommenge auch nur einmal unter Kennzeichnung dieser Eigenschaft wieder entnommen werden kann. Die Zuordnung von Verbrauch und Herkunftsnachweisen sowie die Aufstellung der Herkunftsländer erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Stromkennzeichnung. Diese findet ihr hier: Zusammensetzung unseres Strommix