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Politik

Mehr Markt für Ökostrom

LichtBlick legt Gesetzentwurf für EEG-Reform vor

Hamburg, 03. November 2020 - LichtBlick schlägt eine Reform des Ökostrom-Marktes vor. Geförderter Strom aus erneuerbaren Quellen soll demnach direkt an Haushalte und Unternehmen verkauft werden können. Bisher ist das in Deutschland meist untersagt – anders bei unseren europäischen Nachbarn. Das Klimaschutz-Unternehmen legte am Dienstag in Berlin einen entsprechenden Gesetzentwurf vor. Der Bundestag befasst sich aktuell mit einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

„Die Klimadebatte hat die Ökostrom-Nachfrage von Haushalten und Unternehmen enorm angekurbelt. Diese Nachfrage kann und muss neben der EEG-Förderung zum Treiber für den Ökostrom-Ausbau werden“, erklärt Ralf Schmidt-Pleschka, Koordinator für Energie- und Klimapolitik bei LichtBlick. Ein weiterer Vorteil der Neuregelung sind Zusatzeinnahmen, mit denen die EEG-Subventionen gesenkt und die Stromverbraucher entlastet werden können.

Die Strommarkt-Experten des Hamburg Instituts haben im Auftrag von LichtBlick einen schlanken Gesetzesvorschlag entwickelt. Er sieht vor, für neue, geförderte Ökostromanlagen Herkunftsnachweise auszustellen. Sie ermöglichen eine lückenlose und gesetzeskonforme Ökostrom-Vermarktung an Endkunden.

2021 könnten so etwa 10 Milliarden Kilowattstunden Wind- und Solarstrom als grüne Strom-Produkte vermarktet werden. Bis 2030 wären es bis zu 160 Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht einem Drittel des Stromverbrauchs in Deutschland. „Die Koalition muss mehr Markt wagen und den aktuellen EEG-Entwurf nachbessern“, fordert Schmidt-Pleschka.

Bisher hat Deutschland das europäische Verbot zur Doppelvermarktung von Grünstrom besonders marktfeindlich umgesetzt. Die Folge: Obwohl erneuerbare Energien im ersten Halbjahr 2020 bereits 56 Prozent der Stromproduktion stellten, dürfen nur geringe Mengen Wind- und Solarstrom direkt an Endkunden verkauft werden. Viele Versorger beziehen deshalb grünen Strom im Ausland. In den meisten anderen EU-Staaten darf geförderter Ökostrom schon seit langem direkt vermarktet werden.

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Ralf Schmidt-Pleschka

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Ralf Schmidt-PleschkaBei Rückfragen hilft Ralf Schmidt-Pleschka gern weiter. Telefonisch unter +49 30 40054824 oder per Mail.

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„Ökostrom“ bedeutet: In Höhe eures Verbrauchs wird Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Der Nachweis erfolgt bilanziell zu 100 % über Herkunftsnachweise gemäß § 42 EnWG, die im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes entwertet werden. Die tatsächliche Stromlieferung an eure Steckdose erfolgt physikalisch über das allgemeine Stromnetz, in dem sich Strom aus verschiedenen Quellen mischt (Strommix). Es kann dabei nicht sichergestellt werden, dass der konkrete Strom, den ihr verbraucht, tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Trotzdem wird durch den Einkauf und die Entwertung sogenannter Herkunftsnachweise sichergestellt, dass eine einmal aus erneuerbaren Energien erzeugte und in das Netz eingespeiste Strommenge auch nur einmal unter Kennzeichnung dieser Eigenschaft wieder entnommen werden kann. Die Zuordnung von Verbrauch und Herkunftsnachweisen sowie die Aufstellung der Herkunftsländer erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Stromkennzeichnung. Diese findet ihr hier: Zusammensetzung unseres Strommix