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Stromzähler ablesen: Anleitung für Ferraris-, Digital- und Smart-Meter-Zähler

Einmal im Jahr müsst ihr in Deutschland euren Stromzähler ablesen. Entweder macht ihr das selbst oder euer Messstellenbetreiber. Bei analogen Ferraris-Zählern notiert ihr die Zahlen vor dem Komma (in Kilowattstunden), bei digitalen Zählern lest ihr das Display ab. Intelligente Messsysteme (Smart Meter) übermitteln die Daten praktischerweise automatisch. Bis 2032 werden alle analogen Ferraris-Zähler in Deutschland durch digitale Messeinrichtungen ersetzt und seit dem 1. Januar 2025 gilt die Smart-Meter-Pflicht für Haushalte ab 6.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch oder PV-Anlagen Besitzer*innen.¹


Frau schaut glücklich in die Ferne

Das Wichtigste in Kürze

Wie oft muss ich den Stromzähler ablesen? Fristen und Pflichten in Deutschland 2026

In Deutschland müsst ihr euren Stromzähler einmal pro Jahr ablesen – entweder macht ihr das selbst oder der Netzbetreiber bzw. Messstellenbetreiber beauftragt eine Fachkraft. Die Aufforderung erfolgt per Postkarte, Aushang im Treppenhaus oder digital über das Kundenportal eures Stromanbieters.

Zusätzliche Ablesetermine sind möglich bei: 

Wichtig:

Lest ihr den Zählerstand nicht ab, schätzen Anbieter, Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber euren Verbrauch – das kann zu Nachzahlungen führen, wenn der tatsächliche Verbrauch höher liegt. Oder ihr zahlt mehr, als ihr eigentlich verbraucht habt. Regelmäßiges Ablesen (z. B. monatlich) hilft euch außerdem, den Überblick zu behalten und Überraschungen bei der Jahresabrechnung zu vermeiden.

Stromzähler finden: typische Standort in Wohnung, Keller und Treppenhaus

Bevor ihr euren Stromzähler ablesen könnt, müsst ihr ihn erst mal finden. An folgenden Standorten könnte er sein: 

Wohnt ihr zur Miete, könnt ihr einfach bei der Hausverwaltung nachfragen, wo sich euer Zähler befindet. Eigentümer*innen finden den Zähler im Bauplan des Gebäudes – dort ist der Hausanschlussraum eingezeichnet.

Stromzähler-Arten im Überblick: analog, digital & Smart Meter im Vergleich

In deutschen Haushalten sind aktuell (Stand: August 2026) noch drei Zählertypen im Einsatz – die analogen Ferraris-Zähler sollen jedoch bis 2032 vollständig durch digitale Modelle ersetzt werden.²

Stromzähler Analog
Analoge Stromzähler (Ferraris)
Analoge Stromzähler erkennt ihr am mechanischen Zählwerk mit der charakteristischen Drehscheibe. Diese dreht sich, sobald Strom verbraucht wird. Der Zählerstand muss manuell abgelesen werden. Die Kosten variieren je nach Netzbetreiber. Da analoge Stromzähler schrittweise durch moderne Messsysteme ersetzt werden, ist ihr Austausch spätestens bis 2032 vorgesehen.
Stromzähler digital
Digitale Stromzähler (mME)
Die moderne Messeinrichtung (mME) verfügt über ein digitales Display, jedoch nicht über ein Kommunikationsmodul. Sie speichert den Stromverbrauch tagesgenau über einen Zeitraum von 24 Monaten und erleichtert damit den Vergleich des eigenen Verbrauchs. Auch hier erfolgt das Ablesen weiterhin manuell. Die jährlichen Kosten liegen bei maximal 25 Euro.³ Die moderne Messeinrichtung gilt heute als Standard unter den Stromzählern.
Intelligente Stromzähler
Intelligente Stromzähler
Ein Smart Meter besteht aus einer digitalen Messeinrichtung und einem Kommunikationsmodell – dem Smart-Meter-Gateway. Der Zählerstand wird automatisch an den Messstellenbetreiber übermittelt. Manuelles Ablesen entfällt komplett. Die jährlichen Kosten liegen (je nach Verbrauch) zwischen 30-140 Euro.³ Der Einbau eines Smart Meters ist verpflichtend für Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh oder bei PV-Anlagen mit einer Leistung ab 7 kWp.¹

Zählernummer und Zählerstand finden und ablesen: Anleitung für jede Zählerart

Um euren Stromzähler abzulesen, benötigt ihr zwei Angaben: die Zählernummer (zur Identifikation eures Anschlusses) und den Zählerstand (euer Verbrauch in Kilowattstunden).

Stromzählerangaben analog

Zählernummer finden – so geht’s

Die Zählernummer identifiziert euren aktuellen Zähler. Ihr findet sie: 

  • am Zähler: in der Nähe des Barcodes, oft mit „Nr.“ oder „Eigentum des Netzbetreibers“ gekennzeichnet 

  • bei analogen Zählern: unterhalb der Drehscheibe 

  • bei digitalen Zählern: im Display-Bereich oder auf dem Gehäuse 

  • auf der Stromrechnung: zur Kontrolle, ob ihr den richtigen Zähler ablest

Nahaufnahme eines analogen Stromzaehlers

Analogen Stromzähler ablesen

Der Zählerstand befindet sich oberhalb der Drehscheibe auf den weißen Zahlenrollen. Der Zählerstand zeigt den Stromverbrauch in Kilowattstunden an. Daher könnt ihr ihn auch an der Kennzeichnung mit „kWh“ erkennen. Notiert nur die schwarzen Zahlen vor dem Komma – die roten Nachkommastellen werden bei der Abrechnung nicht berücksichtigt. 

Beispiel: Zeigt euer Zähler 015804,9, dann notiert ihr 15804 kWh 

Stromzählerangaben digital

Digitalen Stromzähler ablesen

Bei modernen Messeinrichtungen erscheint der Zählerstand auf dem Display. Er ist leicht erkennbar, weil sich die Zahl ständig verändert, wenn ihr Strom verbraucht. Bei manchen Geräten müsst ihr eine Taste drücken, um den Wert anzuzeigen oder mit einer Taschenlampe den Lichtsensor aktivieren. Notiert nur die Zahlen vor dem Komma – die Nachkommastellen werden bei der Abrechnung nicht berücksichtigt. 

Habt ihr eine PV-Anlage? Dann besitzt ihr einen Zweirichtungszähler – wie ihr den ablest, erfahrt ihr weiter unten.

Mehr zu digitalen Stromzählern

Gut zu wissen:

Bei einem Smart Meter entfällt das Ablesen komplett. Das Gerät übermittelt euren Zählerstand automatisch – ihr erkennt das an der zusätzlichen Gateway-Box neben dem Display.

Sonderfälle: Doppeltarifzähler (HT/NT), Zweirichtungszähler und mehrere Zählerstände

Die meisten Haushalte haben einen Eintarifzähler mit nur einem Zählwerk oder Register. Je nach Situation können aber auch andere Zählertypen verbaut sein:

Eintarifzähler

Eintarifzähler ablesen

Anwendungsfall: Zwei Eintarifzähler messen zwei Stromtarife. Zum Beispiel den Verbrauch von Haushaltsstrom und Heizstrom (Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe). Die Zähler haben zwei unterschiedliche Zählernummern und ihr tragt für jede Zählernummer jeweils einen Zählerstand ein. 

Doppeltarifzähler

Doppeltarifzähler ablesen

Anwendungsfall: Wenn euer Stromtarif unterschiedliche Preise für Tag und Nacht hat, zeigt dieser Zähler zwei Werte: HT (Hochtarif, tagsüber) und NT (Niedertarif, nachts). Zwei Zählwerke, aber nur eine Zählernummer. Achtet hierbei auf das entsprechende Zählwerk. Für gewöhnlich 1.8.0 für den Hochtarif und 1.8.2 für den Niedertarif.  

Zweirichtungszähler mit PV Anlage

Zweirichtungszähler

Anwendungsfall: Einsatz bei PV-Anlagen. Misst eigenen Strombezug und Einspeisung ins öffentliche Netz getrennt. Bei neuen PV-Anlagen ab 7 kW kann ein intelligentes Messsystem erforderlich werden, insbesondere wenn die Anlage als steuerbare Einrichtung gilt. Manuelles Ablesen entfällt. 

Zweirichtungszähler für Solaranlagen

Besitzt ihr eine PV-Anlage, misst ein Zweirichtungszähler zwei Werte: 

Bei neuen PV-Anlagen ab 7 kW ist ein intelligentes Messsystem vorgeschrieben, insbesondere wenn die Anlage als steuerbare Einrichtung gilt. – dann entfällt das manuelle Ablesen. Der Einbau eines solchen intelligenten Messsystems liegt in der Hand des Messstellenbetreibers.

Strom-, Gas- und Wasserzähler unterscheiden: So erkennt ihr den richtigen Zähler

Im Hausanschlussraum befinden sich oft mehrere Zähler. Ihr seid euch nicht sicher, welcher Zähler welcher ist? Kein Problem! So unterscheidet ihr sie: 

Zählertyp 

Einheit 

Erkennungsmerkmal 

Stromzähler 

kWh (Kilowattstunden) 

Drehscheibe oder digitales Display, meist in einem Sicherungskasten zu finden 

Gaszähler 

m³ (Kubikmeter) 

Metallgehäuse, Anschluss an „gelbe“ Gasleitung. 

Wasserzähler 

m³ (Kubikmeter) 

kleiner, oft mit Wasseruhr-Anzeige, Anschluss an Wasserleitung 

Tipp:

Vergleicht die Zählernummer auf eurem Zähler mit der Nummer auf eurer letzten Strom-, Gas- oder Wasserrechnung. Dann wisst ihr genau, welchen ihr vor euch habt.

Zählerstand übermitteln: 4 Wege zur Meldung eures Stromverbrauchs

Nachdem ihr den Zählerstand abgelesen habt, könnt ihr ihn auf folgenden Wegen an euren Stromanbieter übermitteln: 

  1. per Postkarte (nutzt direkt die Ablesekarte des Messstellen- oder Netzbetreibers) 

  2. telefonisch über die Service-Hotline 

  3. per Kundenportal oder App eures Strom- oder Messtellenbetreibers 

  4. per QR-Code auf der Ablesekarte 

Zum LichtBlick Kundenportal 

Bei Smart Metern entfällt die Übermittlung – die Daten werden automatisch gesendet. 

Wichtig: Der Zählerstand ist der Gesamtverbrauch seit Installation, nicht der Jahresverbrauch. Euren Jahresverbrauch berechnet ihr so: 

Jahresverbrauch = Aktueller Zählerstand − Zählerstand vom Vorjahr 

Mann beim Stromablesen

Zuständigkeit: Wer ist für den Stromzähler verantwortlich?

Für moderne Stromzähler ist in der Regel der grundzuständige Messstellenbetreiber verantwortlich – also nicht euer Stromanbieter. Bei älteren Ferrariszählern ist in der Netzbetreiber zuständig. Der Messstellenbetreiber sowie der Netzbetreiber ist auf dem Zähler oder eurer Stromrechnung angegeben. Der Messstellenbetreiber bzw. Netzbetreiber ist zuständig für: 

  • Einbau und Austausch des Zählers 

  • Wartung und Eichung  

  • Ablesung (vor Ort oder per Ablesekarte) 

  • Datenübermittlung an den Stromanbieter 

Euer Stromanbieter nutzt die Infrastruktur des Messstellen- bzw. Netzbetreibers, um euch mit Strom zu versorgen. In den meisten Fällen ist der örtliche Netzbetreiber gleichzeitig auch der grundzuständige Messstellenbetreiber. 

Stromzähler

Smart-Meter-Pflicht 2026: Was ist ein intelligentes Messsystem, was kostet es und für wen gilt die Pflicht?

Ein Smart Meter ist ein intelligentes Messsystem, das aus zwei Komponenten besteht: einem digitalen Stromzähler und einem Kommunikationsmodul (Smart-Meter-Gateway). Dieses Gateway überträgt eure Verbrauchsdaten automatisch verschlüsselt an den Messstellenbetreiber. Ihr müsst euren Stromzähler also nicht mehr manuell ablesen und könnt euren Stromverbrauch meist per App verfolgen. So lassen sich leicht Einsparpotenziale erkennen. 

Stromverbrauch messen und Stromfresser aufspüren

Seit Januar 2025 gilt in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen eine Pflicht zum Einbau intelligenter Messsysteme. Die Kosten dafür sind gesetzlich gedeckelt (je nach Verbrauch auf max. 40 bis 140 Euro).³ Von der Smart-Meter-Pflicht sind zunächst drei Gruppen betroffen:  

Bis Ende des Jahres 2028 sollen 50 Prozent der Haushalte, die diesen Kriterien entsprechen, einen Smart Meter erhalten – 100 Prozent sind bis Ende 2032 geplant. Wenn ihr von der Pflicht betroffen seid, werdet ihr automatisch von eurem Messstellenbetreiber darüber informiert und bekommt einen Termin für den Einbau. Ihr könnt aber auch freiwillig ein intelligentes Messsystem beantragen und auf eigene Kosten einbauen lassen.³

Mehr über Smart Meter und den Pflichteinbau 

Den Zählerstand an LichtBlick online übermittelnJetzt, da ihr wisst, wo alles zu finden ist, könnt ihr euren Zählerstand ganz einfach online über das LichtBlick-Kundenportal oder die LichtBlick App online übermitteln!Zum Kundenportal

Häufige Fragen zum Ablesen eures Stromzählers

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Quelle: BMWE

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Quelle: LichtBlick