Bürokratische Kleinstaaterei der Netze muss reformiert werden
Hamburg, 19. September 2018 - Der Ökostrom-Marktführer LichtBlick fordert im Vorfeld des Berliner Netzgipfels eine umfassende Reform der Netze in Deutschland. „Die Vorschläge von Minister Altmaier für neue Stromleitungen greifen zu kurz. Das ganze Netzsystem ist eine Blackbox und behindert die Energiewende. Wir müssen die bestehenden Leitungen erst einmal sinnvoll nutzen und die Kosten senken“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei LichtBlick.
So fordert LichtBlick die Einrichtung von 25 regionalen Kompetenz- und Dienstleistungs-Clustern. Sie sollen die bisher zersplitterte Landschaft aus 900 lokalen Stromnetzen bündeln. „Die bürokratische Kleinstaaterei im Netz behindert die Netz-Digitalisierung und den Wettbewerb um neue Geschäftsmodelle wie virtuelle Kraftwerke und Mieterstrom“, sagt Lücking.
Bürokratie und Geld könne auch dadurch eingespart werden, dass die vier Übertragungs- netzbetreiber Tennet, 50 Hertz, Amprion und TransnetBW Leitungen künftig zu einer deutschen Strom-Regelzone zusammenschließen. Die Bewirtschaftung von vier Regelzonen ist nicht mehr zeitgemäß.
LichtBlick fordert zudem eine wirkungsvollere Regulierung und mehr Transparenz bei den Netzkosten sowie eine Senkung der staatlichen Garantierenditen für die Betreiber. Die Netzentgelte sind mit 280 Euro der teuerste Posten auf der Stromrechnung der Haushalte. Die Kosten für die Stromleitungen belaufen sich auf über 25 Milliarden Euro im Jahr.
LichtBlick warnt zudem vor der großen Marktmacht von E.ON, das die Strom- und Gasleitungen von RWE übernehmen will. „Hier ein entsteht ein Netzriese, der einen großen Teil der Energie-Lebensadern Deutschlands kontrolliert. Ohne wirksame Regulierung werden die Verbraucher dafür tief in die Tasche greifen müssen“, so Lücking. Nun sei die Politik gefordert, dass bestehende Regulierungs- und Transparenzdefizit aufzulösen.
„Ökostrom“ bedeutet: In Höhe eures Verbrauchs wird Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und in das Stromnetz eingespeist. Der Nachweis erfolgt bilanziell zu 100 % über Herkunftsnachweise gemäß § 42 EnWG, die im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamtes entwertet werden. Die tatsächliche Stromlieferung an eure Steckdose erfolgt physikalisch über das allgemeine Stromnetz, in dem sich Strom aus verschiedenen Quellen mischt (Strommix). Es kann dabei nicht sichergestellt werden, dass der konkrete Strom, den ihr verbraucht, tatsächlich aus erneuerbaren Energien stammt. Trotzdem wird durch den Einkauf und die Entwertung sogenannter Herkunftsnachweise sichergestellt, dass eine einmal aus erneuerbaren Energien erzeugte und in das Netz eingespeiste Strommenge auch nur einmal unter Kennzeichnung dieser Eigenschaft wieder entnommen werden kann. Die Zuordnung von Verbrauch und Herkunftsnachweisen sowie die Aufstellung der Herkunftsländer erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Stromkennzeichnung. Diese findet ihr hier: Zusammensetzung unseres Strommix