Wichtiger Schritt im Streit um Traumrenditen: Behörde bietet Stromnetz-Betreibern die Stirn

Der Ökostrom-Marktführer LichtBlick begrüßt die Entscheidung der Bundesnetzagentur, im Streit um die staatlich garantierten Renditen der Strom- und Gasnetzbetreiber vor den Bundesgerichtshof zu ziehen. Über 1000 Betreiber von Strom- und Gasleitungen hatten in der ersten Instanz vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf erfolgreich gegen die von der Behörde geplante Kürzung ihrer Garantiezinsen geklagt. Nun legt die unterlegene Bundesnetzagentur Revision ein. LichtBlick ist als einziger netzunabhängiger Energieanbieter an dem Verfahren beteiligt.

Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick, sagt: „Die Behörde zeigt Courage im Streit mit der Netzlobby aus Eon, RWE und Stadtwerken. Das ist ein erfreuliches Signal für alle Stromkunden in Deutschland. Der Bundesgerichtshof muss nun einen fairen Ausgleich zwischen Verbrauchern und Netzbetreibern ermöglichen. Wir fordern ein Ende der staatlich garantierten Traumrenditen.“

Die Einnahmen aus dem Monopol-Geschäft mit den Energieleitungen sind weitgehend risikofrei, müssen aber von der Bundesnetzagentur genehmigt werden. Die tatsächlichen Eigenkapitalrenditen der Netzbetreiber sind nach Angaben der Bundesnetzagentur im Schnitt deutlich zweistellig. Auch deshalb sind die Netzentgelte mit durchschnittlich 287 Euro im Jahr der teuerste Posten auf der Stromrechnung eines Familienhaushaltes.

Die Bundesnetzagentur hatte eine moderate Senkung der Netzbetreiber-Renditen beschlossen, dadurch würden Stromkunden in den Jahren 2019 bis 2023 um rund 2,1 Mrd. Euro entlastet. Der vom OLG bestellte Gutachter Dr. Jonas sah dagegen nur eine Senkung von rund 1,3 Mrd. Euro vor. Zwei von LichtBlick beauftragte Gutachten – u.a. von Prof. Wein – ermittelten bei einer konsequenten Anwendung des gesetzlichen Rahmens hingegen eine mögliche Kostensenkung um rund 4 Mrd. Euro, ohne den Netzausbau zu gefährden.

Pressekontakt

Ralph Kampwirth

Bereichsleiter Unternehmens­kommunikation

040 6360-1208
ralph.kampwirth@lichtblick.de

Materialien zur Meldung

icon-download icon-loupe
JPG, 1,29 MB
LichtBlick_Infografik_Kosten_Stromnetze

LichtBlick_Infografik_Kosten_Stromnetze

JPG, 1,29 MB
Download

Alles Material zur Meldung per E-Mail schicken (ZIP, 1,63 MB)


Mehr Meldungen zum Thema

Netzentgelte-Urteil: Stromkunden sind Verlierer

Hamburg, den

Der Ökostrom-Marktführer LichtBlick kritisiert, dass Verbraucher auch weiterhin die hohen Renditen der Stromnetzbetreiber finanzieren müssen. Denn der Vorstoß der Bundesnetzagentur, die Garantiezinsen für Stromnetzbetreiber zu kürzen, wurde heute vom Oberlandesgericht Düsseldorf kassiert. Das Urteil war auch vor dem Hintergrund der geplanten Bündelung der Netzgeschäfte von Eon und RWE mit Spannung erwartet worden. Eon würde damit künftig rund ein Drittel des deutschen Stromverteilnetzes kontrollieren.
WEITERLESEN

Schluss mit staatlich garantierten Traumrenditen für Netzbetreiber

Hamburg, den

Am Mittwoch verhandelt das Oberlandesgericht Düsseldorf über die Kosten für Deutschlands Strom- und Gasnetze. Zahlreiche Netz-Unternehmen laufen Sturm gegen den Beschluss der Bundesnetzagentur, die Garantierenditen für Investitionen in Energieleitungen zu senken. Ab 2019 soll die Eigenkapitalverzinsung von 9,05 auf immer noch auskömmliche 6,91 Prozent reduziert werden.
WEITERLESEN

Netzentgelte: Bundesverfassungsgericht schwächt Rechte der Stromkunden

Hamburg/Karlsruhe, den

Das Bundesverfassungsgericht hat mit einem heute veröffentlichten Beschluss die Rechte der Nutzer von Strom- und Gasnetzen geschwächt. Das Energie- und IT-Unternehmen LichtBlick hatte in Karlsruhe für sein Grundrecht auf eine wirksame gerichtliche Überprüfung der Netzentgelte geklagt. Diese Verfassungsbeschwerden wurden nicht zur Entscheidung angenommen.
WEITERLESEN

Geschäftskunden
Service