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Was ist Sondermüll – und wie entsorgt ihr ihn richtig?

Lackreste, leere Batterien, kaputte Energiesparlampen: Ab damit in die graue Tonne? Bloß nicht! Diese und viele weitere Stoffe sind Sondermüll, den ihr besonders entsorgen müsst. Wie das geht – und was es kostet, erfahrt ihr hier.

Was müsst ihr als Sondermüll entsorgen?

Als Sondermüll gelten alle gefährlichen Abfälle. Also aller Müll, der Mensch oder Umwelt schaden kann. Diesen Müll kennzeichnet eines oder mehrere dieser schädlichen Merkmale:

  • Explosiv
  • Leicht entzündlich
  • Giftig

 

Entsprechend sind die Stoffe meist:

  • gesundheitsgefährdend
  • krankheitserregend
  • ökotoxisch (gefährden also Wasser, Luft oder Boden)
Sondermüll oder nicht? Ein Blick aufs Etikett hilft meist weiter.
Sondermüll-Warnsymbol Flamme #© tzahiV/iStock

Energiesparlampen entsorgen: Ab auf den Sondermüll

Ob etwas Sondermüll ist oder nicht, vermag der Laie oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen. Tatsächlich zählen insgesamt mehr als 400 gefährliche Abfallarten zu Sondermüll. Einen genauen Überblick liefert euch die Abfallverzeichnis-Verordnung. Ansonsten lohnt sich im Zweifel ein Anruf beim örtlichen Wertstoffhof.

Dass die Lage bisweilen kompliziert ist, zeigt beispielsweise ein Ausflug in die Welt der Lampen. Klassische Glühbirnen und Halogenlampen gehören in den Restmüll.

Anders gestaltet sich die Lage bei Energiesparlampen. Diese enthalten das gesundheitsschädliche Quecksilber. Daher seid ihr gesetzlich dazu verpflichtet, sie an einer zugelassenen Sammelstelle abzugeben. Zum Beispiel auf dem Recyclinghof oder bei der mobilen Schadstoffsammlung. Auch Händler müssen laut Gesetz alte Leuchtstoffröhren zurückzunehmen und fachgerecht entsorgen.

Ungiftig, aber wertvoll sind die umweltfreundlichen LED-Lampen, die in Kombination mit hundertprozentigem Ökostrom ein sauberes und stromsparendes Leuchtmittel ergeben. Entsorgen solltet ihr sie allerdings ebenfalls als Sondermüll – weil sie wertvolle Rohstoffe enthalten, die fachgerecht recycelt werden sollten.

Sondermüll entsorgen: Kosten sind unterschiedlich

Je nachdem, was ihr als Sondermüll entsorgt, kommen im Zweifel Kosten auf euch zu. Allerdings müsst ihr nicht immer bezahlen. Gratis entsorgen könnt ihr in der Regel:

  • chemische Reinigungsmittel: Wertstoffhof
  • Farben und Lacke: Wertstoffhof
  • Batterien: Wertstoffhof oder in einer entsprechenden Box im Supermarkt oder in der Drogerie
  • Leuchtmittel: Wertstoffhof oder Händler
  • Elektroschrott: Wertstoffhof – bevor ihr eure alten Fernseher jedoch zum Recyclinghof tragt, überlegt lieber, ob ihr sie nicht in einem Repair-Café instand setzen lassen oder weitergeben könnt.
  • alte Medikamente: Wertstoffhof oder Apotheke – falls ihr sicher seid, dass euer Restmüll verbrannt wird, könnt ihr sie auch dort entsorgen. Informiert euch darüber auf der Webseite der Müllentsorgung eurer Stadt.

Ein besonderer Fall ist Altöl: Für diesen Sondermüll gibt es spezielle Sammelstellen. Diese befinden sich – so schreibt es das Gesetz vor – nah bei der Verkaufsstelle. Lasst euch daher am besten schon beim Kauf zeigen, wo ihr das Öl später entsorgen könnt. Gegen Vorlage des Kassenbons wird es vom Verkäufer kostenlos angenommen. Habt ihr den Beleg nicht mehr oder entsorgt das Öl an anderer Stelle, könnt ihr mit einer Gebühr von 3 Euro pro Liter rechnen.

Etwas mehr kostet es, giftigen Bauschutt zu entsorgen. Asbest zum Beispiel. Um dieses hochgradig krebserregende Material fachgerecht zu entsorgen, müsst ihr einen Spezialdienst anheuern. Beim Wertstoffhof kostet die Entsorgung dann knapp 20 Euro pro 100 Liter.

Sondermüll richtig entsorgen – der Umwelt zuliebe

  • Zum Sondermüll zählen alle gefährlichen Abfälle, die deshalb fachgerecht entsorgt werden müssen.
  • Während normale Glühbirnen und Halogenlampen in den Restmüll gehören, sind Energiespar- und LED-Lampen Sondermüll.
  • Sondermüll wie Batterien und Leuchtmittel können gratis auf dem Wertstoffhof entsorgt werden, bei anderen giftigen Abfällen wie Asbest kommen Kosten auf euch zu.

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# Anja Kremer

Wie oder wo kann ich Glasscheiben wie z.b. vom Gewächshaus entsorgen und was kostet das? Vielen Dank.

Antwort von Anke

Hallo Anja,

vielen Dank für Deine Frage. Die Glasscheiben von einem Gewächshaus oder auch von Fenstern oder Vitrinen ist sogenanntes Flachglas und das müsstest Du zu einem Recyclinghof bringen. Es ist anscheinend von Stadt zu Stadt unterschiedlich, ob dafür Kosten entstehen. In Berlin ist es beispielsweise kostenlos. Am besten informierst Du Dich bei Deinen lokalen Recyclinghöfen.

Viele Grüße
Anke