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Tipps, die sich gewaschen haben: In 10 einfachen Schritten zu mehr Nachhaltigkeit im Badezimmer

Ein Badezimmer von einem Tag auf den anderen auf Zero Waste umzustellen, ist nicht einfach. Zu einem nachhaltigen Badezimmer gehört auch mehr, als nur auf Verpackungen zu verzichten. Mit diesen zehn leicht umsetzbaren Tipps kommt ihr dem Ziel von einem grünen Bad schnell näher.

1. Kein Tropfen auf dem heißen Stein: Wasser sparen

Wahrscheinlich die einfachste Methode, um etwas für die Umwelt zu tun: öfter mal das Wasser abdrehen. Dass der Wasserhahn während des Zähneputzens nicht aufgedreht sein muss, sollte mittlerweile selbstverständlich sein. Auch beim Einseifen oder Einshampoonieren könnt ihr das Wasser abstellen. Wassersparende Armaturen und Spülkästen tragen ebenfalls ihren Teil zu einem nachhaltigen Badezimmer bei.

Modernes Badezimmer mit Duschwanne, Waschbecken und Toilette
LED-Lampen im Badezimmer sind energiesparend sowie langlebig und somit nachhaltig.#© jacek_kadaj/iStock

2. LED there be light: Auf energiesparende Beleuchtung setzen

Moderne LEDs sind effizient und verbrauchen weitaus weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen. Zudem sind sie langlebig und enthalten kein giftiges Quecksilber wie Energiesparlampen. Ihr solltet also nicht nur im Badezimmer auf LED-Leuchten setzen, sondern am besten in der ganzen Wohnung. Wenn ihr nun auch noch 100 Prozent Ökostrom wie den von Lichtblick bezieht, unterstützt ihr zusätzlich die Energiewende.

3. Augen auf: Mikroplastik entlarven und vermeiden

Es ist der Feind in deinen Drogerieprodukten: Mikroplastik. Denn über das Abwasser gelangen die kleinen Partikel in die Natur und können dort großen Schaden in Gewässern anrichten. Etwa, wenn sie von Meereslebewesen gefressen werden und über die Nahrung in den menschlichen Körper gelangen. Nur weil die Kunststoffteilchen winzig sind, sind sie nicht ungefährlich. Leider tarnt sich Mikroplastik oft unter Namen wie

  • Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat (PET)
  • Acrylates Copolymer (AC), Acrylates Crosspolymer (ACS), Polyquaternium-7 (P-7)
  • Nylon-12, Nylon-6, Polyurethan (PUR), Ethylen-Vinylacetat-Copolymere (EVA)

Bevor ihr ein Produkt kauft, empfiehlt es sich, die Inhaltsstoffe auf der Verpackung genau zu studieren. Auf der sicheren Seite seid ihr bei vielen Naturkosmetik-Herstellern. Im Internet, zum Beispiel auf der Webseite vom BUND, könnt ihr euch vorab informieren, ob das Unternehmen garantiert, auf Mikroplastik zu verzichten.

4. Grüne Sauberkeit: Ökologische Wasch- und Putzmittel verwenden

Vor allem Putzmittel können Chemiekeulen sein, die nicht gut für die Umwelt sind. Es ist besser, wenn ihr bei der Reinigung eurer Wäsche und eures Haushalts auf ökologische Mittel setzt, die in der Drogerie auch als solche gekennzeichnet sind. Aggressive Tenside sind nämlich nicht unbedingt nötig, um harte Verschmutzungen zu entfernen. Tatsächlich erfüllen sogar oft schon Hausmittel wie Natron, Zitronensäure und Essig ihren Zweck beim Reinigen.

5. Abtrocknen mit gutem Gewissen: Handtücher aus Bio-Baumwolle

Mutter trocknet Sohn im Badezimmer mit einem Handtuch ab
Handtücher aus Biobaumwolle sind nicht bloß nachhaltig, sondern auch kuschelweich.#© fotostorm/iStock

Auch Handtücher können zu 100 Prozent aus Baumwolle in Bio-Qualität bestehen. Genauso wie weitere Badezimmer-Textilien, zum Beispiel Duschvorleger oder Duschvorhänge. Bei diesen Materialien könnt ihr euch sicher sein, dass sie keine Kunststofffasern enthalten, die sich nur sehr langsam zersetzen.

6. Upcycling: Verpackungen aufbewahren und wiederverwenden

Die Verpackungen eurer Kosmetikprodukte müsst ihr nicht zwangsläufig wegwerfen, nachdem der Inhalt aufgebraucht ist. Schöne Cremetiegel eignen sich als Schmuckdosen, Pumpflaschen können neu befüllt werden, nachdem ihr sie gründlich gereinigt habt. Tipp: Einige Hersteller nehmen die leeren Verpackungen auch zurück und recyceln sie.

7. Lang lebe das Wattepad: Weniger Einmalprodukte benutzen

Viele Einmalprodukte lassen sich ganz einfach durch langlebigere Alternativen ersetzen. Als Alternative für Wattpads und Abschminktücher können alte Stoffe und Tücher dienen. Diese könnt ihr mehrmals benutzen und nach dem gründlichen Waschen erneut verwenden. Das ist sogar günstiger, als sich extra waschbare Wattepads aus dem Geschäft zu kaufen.

8. Fest statt flüssig: Shampoo, Seife und Co. ersetzen

Drei Seifenstücke liegen auf Holzuntergrund
Sehen schön aus und sind besser für die Umwelt: unverpackte Seifenstücke.#© dolgachov/iStock

Natürlich macht Zero Waste oder zumindest die Reduzierung von Verpackungsmüll auch einen nicht unerheblichen Anteil am nachhaltigen Badezimmer aus. Viele feste Produkte könnt ihr bereits unverpackt kaufen, zum Beispiel Shampoo-Stücke, Seifen, Handcreme- und Body-Lotion-Blöcke. Andere Produkte wie Deocreme kommen zwar noch in einer Dose oder einem Tiegel in die Läden, diese sind aber meist aus Glas oder Aluminium gefertigt und nicht aus Plastik.

9. Für ein plastikfreies Badezimmer: Kunststoff gegen Holz, Stein und Glas eintauschen

Badezimmer mit Waschbecken, Kulturbeutel, Bambuszahnbürsten im Glas und Seifenschale
Nicht nur im Badezimmer: Holz und Glas schlagen Plastik.#© Rike_/iStock

Nicht nur bei den Produkten selbst könnt ihr die Kunststoffverpackungen durch umweltfreundlichere Materialien ersetzen. Schaut euch einmal im Badezimmer um und macht eine Bestandsaufnahme, was aus Plastik besteht. Zahnputzbecher? Seifenspender und -schale? Haar- und Zahnbürste? Für jedes dieser Dinge finden sich schöne Alternativen aus anderen Materialien: eine Zahnbürste aus Bambus, eine Haarbürste aus Holz, ein Zahnputzbecher aus Porzellan, ein Seifenspender aus Glas und eine Seifenschale aus Stein zum Beispiel.

10. Sein eigenes Süppchen kochen: Kosmetik selbst herstellen

Etwas zeitaufwendiger als der Griff zu einem Produkt im Ladenregal ist die eigene Herstellung von Kosmetik- und Reinigungsprodukten. Doch viele Mittel lassen sich mit wenigen Zutaten und in kurzer Zeit selbst herstellen. Dabei dürft ihr ruhig ein wenig experimentieren. Fangt mit einfachen Dingen an, beispielsweise mit dem Waschen der Haare mit Roggenmehl und Wasser. Oder einer Haarspülung aus Apfelessig und Wasser. Auch Deo lässt sich innerhalb von nur fünf Minuten mit Leitungswasser, Natron, Limetten- und Teebaumöl herstellen. Und bei diesen Badezimmerprodukten könnt ihr euch sicher sein: Sie sind natürlich und nachhaltig.

Eine Frau stellt Kosmetik selbst her
Einfach mal selbst machen: Viele kosmetische Produkte aus dem Badezimmer lassen sich schnell und mit wenigen Zutaten herstellen.#© KatarzynaBialasiewicz/iStock
Das nachhaltige Badezimmer: Das Wichtigste im Überblick
  • Schon kleine Dinge, die keinerlei Verzicht bringen, sind ein Schritt in Richtung nachhaltigeres Badezimmer.
  • Für ein nachhaltigeres Badezimmer müsst ihr nicht komplett auf Zero Waste umstellen.  
  • Viele Produkte im Badezimmer lassen sich einfach und schnell durch selbstgemachte Alternativen ersetzen.

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