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Schnell gefährlich: Warum ihr euer E-Bike lieber nicht tunen solltet

Der Gedanke, euer E-Bike zu frisieren, kann verführerisch sein. Ruck, zuck sind die Tuning-Geräte bestellt und eingebaut. Warum das keine gute Idee ist – und wie ihr stattdessen die Effizienz eures E-Bikes erhöhen könnt, erfahrt ihr hier.

E-Bike frisieren: Ein getuntes Pedelec gilt nicht mehr als Fahrrad

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, euer E-Bike zu tunen? Könnten gerade Pedelecs, bei denen der Motor nur bis 25 km/h unterstützt, nicht ein bisschen fixer sein? Im Netz kursieren viele Anleitungen und das entsprechende Equipment, um E-Bikes zu entdrosseln.

Falls ihr mit solchen Gedanken spielt, lasst auf jeden Fall die Finger davon! Das E-Bike zu frisieren ist gefährlich und kann euch teuer zu stehen kommen.

Ein Mann in den Bergen mit einer Helmkamera.
Ein getuntes E-Bike wird rechtlich zum Kraftrad – und für das gilt die Helmpflicht.#© amesy/iSTock

Laut der deutschen Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Pedelec einem Fahrrad rechtlich gleichgestellt – solange die Motorunterstützung auf 25 km/h begrenzt ist. Wenn ihr es entdrosselt, macht ihr aus eurem Pedelec rechtlich ein Kraftfahrzeug, das nach der StVO nicht mehr als Fahrrad gilt und für das zum Beispiel Helmpflicht besteht.

Beim E-Bike-Tuning erwischt: Das sind die Folgen

Werdet ihr mit einem getunten Bike erwischt, können euch diese Konsequenzen erwarten:

  • Seid ihr nicht berechtigt, ein Kraftfahrzeug zu führen, kann das Fahren ohne Fahrerlaubnis laut § 21 Straßenverkehrsgesetz (StVG) zwei bis drei Punkte in Flensburg sowie eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr nach sich ziehen.
  • Für ein E-Bike mit einer Geschwindigkeit von über 25km/h wäre eine Pflichtversicherung (§ 6 Pflichtversicherungsgesetz) vorgeschrieben, nachzuweisen durch ein entsprechendes Versicherungskennzeichen. Denn eure Privathaftpflichtversicherung gilt nur für Fahrräder und ungetunte Pedelecs.
  • Ohne ausreichenden Versicherungsschutz kann es passieren, dass ihr bei einem selbst verschuldeten Unfall mit eurem gesamten Vermögen für den entstandenen Schaden haftet.
  • Auch bei nicht selbst verschuldeten Unfällen bekommt ihr Probleme mit der Versicherung.
  • Fahren ohne Versicherungsschutz kann laut § 6 Pflichtversicherungsgesetz ebenfalls eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr zur Folge haben.

Zudem gehen sämtliche Gewährleistungs- und Garantieansprüche beim Hersteller verloren.

Bedenken solltet ihr auch, dass mit einem getunten Bike die Unfallgefahr steigt. Das Rad ist nicht für die Geschwindigkeiten konstruiert, die mit dem getunten Bike erreicht werden. Entsprechend können Gabel, Lenker oder Rahmen brechen. Außerdem überschätzen viele Fahrer frisierter E-Bikes ihre Reaktionsfähigkeit.

E-Bike-Tuning: Das Wichtigste auf einen Blick

  • E-Bike-Tuning ist gefährlich, da das Bike nicht für solche Geschwindigkeiten ausgelegt ist.
  • Ein frisiertes E-Bike gilt rechtlich als Kraftfahrzeug.
  • Bei einem Unfall gibt es Probleme mit der Versicherung. Eure Privathaftpflichtversicherung gilt nur für Fahrräder und ungetunte Pedelecs.

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