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Acht Antworten zum Thema Smart Meter

2009 wurde in der EU ein Gesetz verabschiedet, das festlegt, dass im Jahr 2020 in allen europäischen Ländern in 80 Prozent der Haushalte Smart Meter verbaut sein sollen. Jetzt ist 2020 und bei vielen ist inzwischen vielleicht ein digitaler Stromzähler eingebaut, aber der ist noch lange nicht smart. Was sind also Smart Meter, was bringen sie euch und wann kommt der intelligente Zähler nun?

von Anke

Was ist ein Smart Meter?

Smart Meter heißt übersetzt intelligenter Zähler. Viele von euch haben eventuell bereits einen digitalen Zähler im Keller. Der kann bislang nicht wirklich viel mehr als der analoge Zähler – außer ihr könnt Morsezeichen. Damit diese Zähler intelligent werden, braucht es ein sogenanntes Gateway. Das ist eine Verbindung zwischen dem Zähler und dem Stromnetzbetreiber oder Stromanbieter, so dass ein Datenaustausch stattfinden kann.

Was kann ein Smart Meter?

Sonnenschein durchs Fenster
Die Sonne scheint und viel Energie wird erzeugt? Dank Smart Meter könntet ihr von variablen Strompreisen profitieren. © iStock / fotojog

Die Einführung des intelligenten Zählers hängt mit dem Ausbau der Energiewende zusammen und dem Ziel, die Energieeffizienz zu steigern. Im Idealfall ermöglicht der Smart Meter, dass Energie genutzt wird, wenn Sonne und Wind besonders viel Strom erzeugen. Dieser Strom wird euch bestenfalls zu unterschiedlichen Tarifen angeboten. Verknüpft mit anderen intelligenten Elektrogeräten im Haus, könnten diese dann starten, wenn die Energiepreise besonders niedrig sind. So könntet ihr direkten Nutzen aus dem Ausbau der Erneuerbaren ziehen.


Zudem sollt ihr mit dem Zähler immer genau sehen, wann ihr wie viel Energie verbrauchen: Denn Smart Meter ermöglichen eine kontinuierliche Aufzeichnung und Informationen über den eigenen Energieverbrauch. Verbrauchsdaten können dann an ein geeignetes Softwareprogramm übermittelt und so analysiert werden. Dies ermöglicht die Überprüfung von Energieverbrauch und Energiekosten und schafft so auch Anreize zum Energiesparen.

Wann kommt der Smart Meter?

Der Smart Meter Rollout hätte schon längst stattfinden sollen. Nun wurde im Dezember 2019 bekannt, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weitere Freigaben für die Smart Meter Gateways erteilt hat. Somit kann der flächendeckende Einbau starten. Ursprünglich war der Roll-out auch etappenweise geplant: Wer weniger als 6.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht und auch keine eigene PV-Anlage auf dem Dach hat, sollte im ersten Schritt keinen neuen Stromzähler bekommen. Aktuell ist jedoch offen, ob der phasenweise Einbau noch stattfindet oder ob dieser flächendeckend erfolgt.

Wie teuer wird es?

Mit Smart Meter könnte auch Smart Home Fahrt aufnehmen - und euer Energieverbrauch sinken. © iStock / vm

Bei den Kosten muss zwischen dem digitalen Zähler und dem Smart Meter unterschieden werden. Für den digitalen Zähler können unabhängig vom Verbrauch bis zu 20 Euro pro Jahr berechnet werden. Beim Smart Meter bzw. beim Smart Meter Gateway setzen sich die Kosten aus dem jährlichen Verbrauch zusammen. Die Kosten liegen nach aktuellem Stand zwischen 23 Euro und 130 Euro pro Jahr. Verbraucherschützer fordern daher auch, dass ihr von den Vorteilen der neuen Zähler profitiert. Das heißt konkret: Es sollte beispielsweise variable Strompreise geben. Wenn die erneuerbaren Energien viel Strom erzeugen und die Preise sinken, sollte dieser Kostenvorteil auch für euch gelten.

Wie sieht es mit der (Daten-) Sicherheit aus?

Datenschützer kritisieren bereits, dass die Netzbereiter und Stromanbieter mit dem Smart Meter wesentlich mehr Infos über euch und euer Verhalten erhalten können als momentan. Über den Stromverbrauch könnte so der Tagesablauf einzelner Menschen oder Familien rekonstruiert werden. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Hacker in das System eindringen. Dies mag einer der Gründe sein, warum das BSI relativ lange damit beschäftigt war, die Gateways zu zertifizieren. Eine 100-prozentige Sicherheit wird es wahrscheinlich nicht geben. Aber der vernetzte Zähler soll nur solche Daten erfassen und senden dürfen, die für die Abrechnung eurer Stromkosten notwendig sind.

Ist der Einbau verpflichtend?

Ja, ihr könnt dem Einbau nicht widersprechen. In den kommenden zwölf Jahren soll der Smart Meter in allen Haushalten im Land durch die grundzuständigen Messstellenbetreiber verbaut sein.

Wie steht LichtBlick zu Smart Meter?

Bei vielen unserer Forschungsprojekten, bei denen es beispielsweise um die Einbindung von E-Autos in den Strommarkt ging oder bei Smart Grid-Projekten, sind Smart Meter bereits zum Einsatz gekommen. Eine vernetzte Energiewelt benötigt eine intelligente Optimierung und ein intelligentes Stromnetz. Dafür braucht es entsprechende Zähler. Doch der flächendeckende Einsatz ist aus unserer Sicht erst sinnvoll, wenn der Verbraucher auch wirklich einen Nutzen daraus ziehen kann. Dies können beispielsweise flexible Tarife sein oder Anreize zum Energiesparen.

Wo erfahre ich mehr zu Smart Meter?

Eine gute Übersicht zu den intelligenten Zählern findet ihr bei der Verbraucherzentrale NRW. Hintergrundinfos bietet auch das BSI.

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