Regenwaldbericht
März 2016
– Carlos Zorrilla, Direktor unserer Partnerorganisation DECOIN, schreibt über die LichtBlick-Aktivitäten in der Intag-Region

Neue Projekte im LichtBlick Regenwald – dank Weihnachtsspende zurück

Es ist mal wieder an der Zeit, Neues aus der gemeinsamen Projektarbeit von LichtBlick, „GEO schützt den Regenwald“ und DECOIN hier im Intag zu berichten. Eine Nachricht vorweg: Zum Glück sind in unserer Region die Auswirkungen des gefürchteten Wetterphänomens El Niño, das seit Wochen in anderen Teilen des Landes zu Verheerungen führt, bislang kaum zu spüren. Starkregenfluten scheinen diesmal nur die Küste Ecuadors und Ausläufer der Anden heimzusuchen und uns von ihrer zerstörerischen Kraft zu verschonen.

Umweltschutz im Intag

Trotz aller bürokratischer Hürden von Seiten der Gemeinde- und Zentralregierungen, geht unsere Arbeit mit voller Kraft voran. Im vergangenen Jahr konnte das DECOIN-Team 426 Hektar Regenwald kaufen und als Gemeindewald schützen. Der Kauf von zwei weiteren kleinen Waldflächen hat sich so sehr in die Länge gezogen, dass er nicht vollständig abgeschlossen werden konnte. Diese Waldkäufe werden nun in diesen Wochen abgeschlossen. Das Interesse, die kostbaren Nebelwaldflächen durch Kauf zu schützen ist Dank der Zahl der LichtBlick-Kunden einerseits sowie der lokalen Regierungen andererseits ungebrochen. Den erwähnten Herausforderungen zum Trotz, sind die Aussichten, unsere Ziele zu erreichen, also weiterhin sehr gut und wir hoffen bis Ende 2016 das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen zu können.

Im Fokus: das Wassereinzugsgebiet Nangulví

Ein interessantes Waldgebiet für Schutzflächen ist das zur Gemeinde Peñaherrera gehörende Wassereinzugsgebiet von Nangulví. Hier wird eines von mehreren Kleinwasserkraftwerken gebaut. Das Bauvorhaben ist ein Gemeinschaftsprojekt von HidroIntag; unter diesem Namen arbeiten verschiedene Organisationen und lokale Regierungsstellen zusammen; der Kanton Cotacachi, die Provinzregierung von Imbabura und Consorcio Toisán, ein Zusammenschluss verschiedener Gemeindeinitiativen, zu denen auch DECOIN gehört. Damit Wasserkraftprojekte umweltverträglich sind, müssen die Wassereinzugsgebiete intakt sein. Unser Kooperationsprojekt mit LichtBlick und „GEO schützt den Regenwald“ bewirkt, dass das Gebiet dauerhaft bewaldet bleibt und so Beeinträchtigungen – darunter die Erosion von Landflächen – möglichst vermieden werden. Wir hoffen, in den nächsten Jahren eng mit den lokalen Regierungen, Gemeinden und Organisationen arbeiten zu können, um die Umweltverträglichkeit des Nangulví-Wasserkraftwerks sichern zu können.

Die nächste Generation der Regenwald-Schützer

Waldkäufe für die Gemeinde- und Bezirksregierungen abzuwickeln ist bei weitem nicht alles, was DECOIN macht. Unsere Organisation engagiert sich auch stark für die Umweltbildung in der Region. Im vergangenen Schuljahr erreichte der Unterricht unserer „Umweltlehrer“ Freddy Villalba, Susana Navarrete und Milton Arcos hunderte Kinder. Zur Arbeit dieser Team-Mitglieder gehört es, die Schüler auf Ausflügen in einen der Gemeindeschutzwälder zu begleiten - und auch diese Aktivität wird durch das LichtBlick-Projekt finanziert. DECOIN kaufte im vergangenen Jahr zudem Sendezeit bei Radio Intag, um Radio-Spots auszustrahlen, die sich mit dem Artenreichtum der Region und dessen Bedrohungen beschäftigen.

Weihnachtsspende 2015

Seit 2010 spendet LichtBlick jährlich an Weihnachten einen zusätzlichen Betrag für Organisationen in der Intag-Region. 2015 wurde die Spendensumme aufgeteilt – je 50 Prozent gingen an die Frauenkooperative von El Rosal und an das Gemeindezentrum Casa Palabra y Pueblo (CPP). Als Carolina Carrión, die Leiterin des Gemeindezentrums, von dem unerwarteten Weihnachtsgeschenk erfuhr, war sie außer sich vor Freude. „Ich werde diese tolle Nachricht sofort an das Team weitergeben, wir machen uns gleich an die Arbeit. Es ist wirklich eine phantastische Neuigkeit, weil wir dank des Spendengeldes so viele Dinge dokumentieren und über Radio Intag verbreiten können!“. Das im Jahr 2010 gegründete Gemeindezentrum hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Bürgertreffpunkt zu sein, wo sich die Intag-Bewohner informieren und miteinander austauschen können. In dem kleinen Gebäude der CPP in der Bezirksstadt Apuela befinden sich eine öffentliche Bibliothek, Archive über die Geschichte der Intag-Region und das Studio von Radio Intag. Daneben hält das Zentrum einen großen Spielraum für Kleinkinder bereit, bietet Schülern Internetzugang und druckt eine Buchserie mit den ungewöhnlichen Lebensgeschichten einiger Bewohner der Region. All dies auf Dauer zu finanzieren ist natürlich eine große Herausforderung. Ohne die Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer, und ohne externe Spenden, hätte das Gemeindezentrum längst geschlossen werden müssen. Oft erhält die CPP Unterstützung durch Freiwillige aus Deutschland, die hier ein „Soziales Jahr“ verbringen – Interessierte können sich gerne mit CPP in Verbindung setzen. Zweimal pro Woche berichtet Radio Intag für 10 bis 15 Minuten über aktuelle Geschehnisse und Veranstaltungen in Intag. Aufgrund der bergigen Landschaft und geografischen Lage wird das Intag-Gebiet kaum von den Radiosignalen anderer Sender erreicht. Daher ist Radio Intag nicht nur zur Unterhaltung der Menschen wichtig, sondern auch zu ihrer Information. Der kleine Sender berichtet über Themen, die sie bewegen – lokale Ereignisse und auch Umweltschutzthemen. Die Weihnachtsspende von LichtBlick ermöglicht dem Gemeindezentrum, zehn neue Radioprogramme zu produzieren, Sendezeit zu kaufen und Mitarbeiter für weitere Produktionen zu bezahlen.

Die zweite Gruppe, die am Jahresende 2015 besonderen Grund zur Freude hatte, ist die Frauenko-operative von El Rosal. Die Frauen stellen Seifen, Shampoos und andere Körperpflegeprodukte in Handarbeit her – in einem meiner nächsten Berichte erfahren sie mehr darüber.

Materialien zu dieser Meldung
Regenwaldbericht_März_2016 (PDF, 2 Seiten, 233 KB) Download