Andenwachspalme

Spanischer Name: Palma de Cera, auch: Palma de Ramos

Lateinischer Name: Ceroxylon alpinum

Systematik:
Arecales (Palmenartige)
Arecaceae (Palmengewächse)
Gattung: Ceroxylon (in den Anden heimische Palmengattung)
Art: Andenwachspalme

Größe: Wuchshöhe von mehr als 20 Meter

Verbreitung: Venezuela, Kolumbien, Ecuador bis Peru und Bolivien

Vorkommen: in den Nebelwäldern der Anden, meist auf Höhenlagen von mehr als 1500 Meter ü. d. M.

Besonderheiten: Das Wachs in der Borke und in den Blättern diente traditionell zur Herstellung von Kerzen. Dieser Tradition entsprechend lassen gläubige Christen am Ostersonntag Blätter dieser Palme segnen. Der Brauch hat dazu geführt, dass die Art als extrem gefährdet gilt. Zwei Vogelarten – der Pinsel- und der Gelbohrsittich – sind vom Aussterben bedroht, weil sie auf der Wachspalme nisten, deren Bestände immer weiter zurückgehen (siehe hierzu auch den Intag-Bericht, Ausgabe März/April 2011).

Status: gefährdet (gem. Roter Liste der Weltnaturschutzunion / IUCN)

Quellen:
http://eol.org/pages/1090929/overview

olinguito

Olinguito – Kleiner Makibär

Spanischer Name: Olinguito

Lateinischer Name: Bassaricyon neblina

Klassifizierung:
Säugetiere
Carnivora (Raubtiere)
Familie: Procyonidae (Kleinbären)
Gattung: Makibären
Art: Anden-Makibär

Größe: 35 Zentimeter plus Schwanz von etwa der gleichen Länge

Gewicht: 750 bis 1100 Gramm

Aussehen: Sieht aus wie eine Mischung aus Katze und Teddybär, hat längeres, dichtes und lebhaft gefärbtes Fell. In Ecuador haben die Makibären ein hellbraunes Fell mit schwarzen Spitzen, in Kolumbien ist das Fell der Tiere rötlich braun.

Verbreitung: in den Anden von Westecuador bis Zentralkolumbien

Lebensraum: im Bergnebelwald zwischen 1500 und 2750 Metern ü. d. M.

Besonderheiten: Die Art wurde erst 2013 wissenschaftlich beschrieben.

Sonstiges: alleinlebend, nachtaktiv und lebt auf Bäumen. Allesfresser, bevorzugt Früchte (z.B. Feigen), frisst aber auch Insekten und Nektar.

Status: noch nicht von der IUCN erfasst. Eine unmittelbare Gefährdung geht jedoch von der Entwaldung und der menschlichen Besiedlung aus, von der bereits 40 Prozent seines mutmaßlichen Verbreitungsgebietes betroffen sind.

Foto: Mark Gurney

Nashornkäfer

Spanischer Name: Escarabajo rinoceronte

Lateinischer Name: Heterogomphus chevrolati

Systematik:
Coleoptera (Käfer)
Scarabaeidae (Blatthornkäfer)
Dynastinae (Riesenkäfer)
Gattung: Heterogomphus
Art: Chevrolati

Größe: bis zu 8 Zentimeter

Gewicht: 5 - 8 Gramm

Verbreitung: in Bergnebelwäldern Zentral- und Südamerikas

Vorkommen: im Wald und am Waldrand

Status: ungefährdet (lt. IUCN)

Quellen:
http://museum.unl.edu/research/entomology/Guide/Scarabaeoidea/Scarabaeidae/Dynastinae/Dynastinae-Tribes/Oryctini/Heterogomphus/Heterogomphus.html
http://eol.org/pages/141464/overview

Froschlurch

Spanischer Name: Batracio

Lateinischer Name: Pristimantis appendiculatus

Klassifizierung:
Amphibien (Lurche)
Kategorie Anura (Froschlurch)
Familie: Craugastoridae
Gattung: Pristimantis

Größe: Weibchen 3 bis 3,5 Zentimeter lang; Männchen rund 2 Zentimeter

Gewicht: wenige Gramm

Aussehen: spitze Schnauze. Hellbraune Färbung mit dunklen Flecken

Verbreitung: nur an den Westhängen der Anden in den Provinzen Imbabura und Pichincha von Ecuador und ganz im Süden Kolumbiens

Lebensraum: im Bergnebelwald zwischen 1460 und 2800 Metern ü. d. M., unter feuchten, modrigen Blättern

Besonderheiten: Dieser „Minifrosch“ ist eine von mindestens 455 anerkannten Arten der Gattung Pristimantis! Bei allen Vertretern dieser Gattung fehlt das Kaulquappenstadium: Die Jungen schlüpfen also direkt aus dem Ei.

Quellen:
http://www.iucnredlist.org/details/56429/0
Jörg Köhler (Zoologe), Darmstadt
Martin Bustamante (Amphibienforscher), Ecuador

Zweifarbfledermaus-Orchidee

Spanischer Name: Orquidea Dracula

Lateinischer Name: Dracula verspertilio

Systematik:
Arecales (Spargelartige)
Orchidacea (Orchideengewächse)
Gattung: Dracula
Art: Zweifarbfledermaus

Größe: bis 12 cm

Verbreitung: in den Nebelwäldern von Costa Rica, Nicaragua, Kolumbien und Ecuador

Besonderheit: wächst als „Aufsitzerpflanze“ (Epiphyt) auf anderen Pflanzen

Status: ungefährdet

Quellen:
Orquideas Nativas de Colombia, Sociedad de Orquideas de Colombia, 1991.
http://eol.org/pages/1094946/overview
http://www.orchidspecies.com/dracvesperillo.htm

Drachenblutbaum

Drachenblutbaum

Spanischer Name: Sangre de Drago

Lateinischer Name: Croton sp. (Croton lechleri)

Klassifizierung:
Gattung: Croton
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceen)

Größe: bis 20 Meter

Vorkommen: in den Tropen und Subtropen, speziell in Ecuador, Kolumbien, Peru und Brasilien

Besonderheiten: Heilpflanze: Beim Einritzen der Rinde tritt eine gummiartige, blutrote Flüssigkeit aus. Dieser Milchsaft tötet Bakterien, Pilze und Viren ab und findet in Südamerika vielfach Verwendung in der traditionellen Medizin. Drachenblutbäume wachsen schnell.

Status: unbekannt

Foto: Eva Danulat

Brillen- oder Andenbär

Spanischer Name: Oso de anteojos

Lateinischer Name: Tremarctos ornatus

Klassifizierung:
Säugetiere
Carnivora (Raubtiere)
Familie: Ursidae (Bären/Kurzschnauzenbären)
Art: Brillenbär

Größe: Männchen bis 190 Zentimeter; Weibchen rund 125 Zentimeter

Gewicht: Männchen 130 bis 175 Kilogramm; Weibchen 60 bis 80 Kilogramm

Verbreitung/Lebensraum: ausschließlich in den tropischen Anden und vorgelagerten Gebirgszügen in Kolumbien, dem westlichen Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien

Aussehen: auffällige helle Gesichtsfärbung. Ansonsten ist sein Fell schwarz oder dunkelbraun gefärbt, es ist lang und borstig. Relativ kurze Schnauze

Besonderheiten: einzige Bärenart Südamerikas. Einziger überlebender Vertreter der Kurzschnauzenbären (Tremarctinae); Allesfresser; Einzelgänger

Status: gefährdet (IUCN). Es wird angenommen, dass die Bestände des Brillenbären aufgrund des zunehmenden Lebensraumverlustes von zwei bis vier Prozent pro Jahr durch Rodungen und Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen kontinuierlich zurückgehen.

Quelle: IUCN

Andenklippenvogel

Spanischer Name: Gallo de la Peña

Lateinischer Name: Rupicola peruviana

Systematik:
Passeriformes (Sperlingsvögel)
Cotingidae (Schmuckvögel)
Gattung: Rupicola (Felsenhähne)
Art: Andenklippenvogel

Größe: 32 Zentimeter

Gewicht: 220 Gramm

Verbreitung: Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien. Die Unterart Rupicola peruviana sanguinolentus kommt nur in Westecuador und Kolumbien vor.

Vorkommen: Der Vogel lebt im Wald oder am Waldrand in Höhenlagen der Anden zwischen 900 und 2200 Metern ü. d. M.

Besonderheiten: Einzelgänger. Nur in Gruppen und bei der Balz sind sie lautstark. Zur Paarungszeit treffen sich die Männchen in einer „Balzarena“. Sie werben dort um die Weibchen. Nur selten, etwa wenn sie gestresst sind, wechseln sie den Ort. Die Weibchen bauen ihre Nester an einer Felswand oder –klippe (daher der Name) und haben während der Brutzeit ein unauffälliges rötlich braunes Federkleid zum Schutz vor Raubtieren. Der Andenklippenvogel frisst Früchte und Insekten.

Status: ungefährdet laut IUCN, doch die Art wird als selten und lückenhaft vorkommend erachtet.

Quelle: http://neotropical.birds.cornell.edu/portal/species/overview?p_p_spp=492876

Ameisenbaum

Spanischer Name: Guarumbo (auch Yarumbo)

Lateinischer Name: Cecropia maxima

Systematik:
Rosales (Rosenartige)
Urticaceae (Brennesselgewächse)
Cecropia (Ameisenbaum)

Größe: bis zu 20 Meter

Verbreitung: ausschließlich in Ecuador beheimatet

Vorkommen: in Sekundärwäldern zwischen 1500 und 2500 Metern ü. d. M.. Die meisten Ameisenbäume wachsen im Flachland, einige montane Arten kommen aber auch in größeren Höhen in Nebelwäldern vor.

Besonderheiten: schnell wachsende Baumart (da lichthungrig), häufig in Sekundärwäldern vorkommend. Die meisten Arten der Ameisenbäume leben mit Ameisen in einer speziellen Symbiose – daher der Name. Sie sind aber auch Nahrungsquelle für auf Bäumen lebende Säugetiere und Vögel.

Status: bedroht