Eon / RWE Deal: EU Kommission prüft Auswirkungen auf neue Märkte intensiver

Bereits zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen hat die EU Kommission in Brüssel die Frist zur Überprüfung des Eon / RWE Deals ausgesetzt. Laut Informationen aus EU-Kreisen fordert die Kommission nun weitere Unterlagen an, in denen es vermutlich um die Endkundenmärkte Smart Metering und der Ladesäuleninfrastruktur in Deutschland gehen dürfte.

„Sollte die EU-Kommission nach dem Stromvertrieb nun auch die Zukunftsmärkte unter die Lupe nehmen, wäre das ein sehr wichtiges Signal. Denn Eon wird zum Energie- und Daten- Monopolisten, wenn der Deal nicht deutlich eingeschränkt wird,“ so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft bei Lichtblick SE. Konkret geht es um die geplante Übernahme der Sparten Netz und Vertrieb der bisherigen RWE-Tochter Innogy durch Eon.

Zum Hintergrund: Die neue Eon würde – inklusive ihrer Beteiligungen – rund 20 Millionen Strom-Zähler in Deutschland kontrollieren. Das entspricht einem Marktanteil von über 40 Prozent. Mit dem Zugriff auf diese künftig intelligenten Zähler – den Smart Metern – wird Eon zum führenden Datenkonzern in der Energiewirtschaft.

Darüber hinaus würde die neue Eon durch die Übernahme der öffentlichen Ladesäuleninfrastruktur von Innogy in sehr vielen Regionen zum marktbeherrschenden Betreiber von Ladesäulen. Innogy hat heute schon in vielen Regionen und Städten quasi ein Monopol im Ladesäulen-Markt – und kann hier die Preise für den E-Auto-Strom diktieren. Es ist davon auszugehen, dass Eon die Innogy-Strategie in den eigenen Netzgebieten übernimmt. Damit würde die neue Eon in den eigenen und den von Innogy übernommenen Netzen – also auf rund zwei Dritteln der Fläche Deutschlands – zum Quasi-Monopolisten für Ladesäulen.

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Volker Walzer

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