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Flasche leer? So läuft die Altglasentsorgung

Leere Weinflaschen, Marmeladengläser & Co. landen in der Regel mit einem Klirren im Altglascontainer. Aber wie geht’s weiter? Hier erfahrt ihr, wie Glasrecycling funktioniert.

Vom Altglascontainer in die Recyclinganlage

Mehr als 250.000 Altglascontainer stehen in Deutschland. Sie übernehmen als Sammelbehälter für Altglas eine wichtige Funktion. Aufgeteilt sind sie in Braun-, Grün- und Weißglas. Aus den Scherben entstehen wieder neue Glasverpackungen. Ein Kreislauf, der sich unendlich oft wiederholen kann.

Das war nicht immer so: In Deutschland wurde Altglas bis in die 1970er-Jahre hinein einfach auf der Müllkippe entsorgt. Heute landen jährlich mehrere Millionen Tonnen Altglas in den Containern.

Geleert werden die Metall-Iglus mit Hilfe spezieller Lkw: Ein Kran hebt sie an, dann wird das Glas auf die Ladefläche entleert. Diese ist dreigeteilt, sodass das Glas in Kammern nach Farben sortiert bleibt und so zu den Recyclinganlagen gefahren wird. Die Trennung ist wichtig, damit aus dem Altglas wieder eine neue Flasche in einer bestimmten Farbe entstehen kann. Denn bunt zusammengewürfelte Scherben ergeben keine Farbreinheit bei der Produktion von neuem Glas.   

Glasrecycling-Anlage: Hier wird aussortiert

Förderband mit Glasscherben in der Glasrecycling-Anlage
Aussortieren, reinigen und zerkleinern: Das passiert hauptsächlich in den Anlagen für Glasrecycling. # ©Cylonphoto/iStock

In einer Glasrecycling-Anlage werden täglich Hunderte Tonnen Altglas verarbeitet. Im ersten Schritt sortieren Mitarbeiter von Hand größere Fremdstoffe aus. Je weniger Abfall in den Containern landet, desto weniger muss das Personal am Fließband zugreifen. In der Recyclinganlage folgen noch viele weitere maschinelle Arbeitsschritte.

Unter anderem ziehen Magnete die Metalldeckel aus den Scherben, optische Sensoren spüren in Sekundenbruchteilen verbleibende Störstoffe auf, den Rest erledigen Gebläse. Der Grenzwert für den Fremdkörperanteil pro Tonne liegt bei wenigen Gramm.

Darum ist Glas das perfekte Recycling-Produkt

Glas besteht hauptsächlich aus Quarzsand, Soda und Kalk. Neuglas herzustellen, ist energieintensiv. Altglas kann immer wieder eingeschmolzen werden, ohne dass die Qualität darunter leidet.

Die Wiederaufbereitung spart Ressourcen. Der Energieaufwand ist rund 25 Prozent geringer als bei der Neuproduktion. Eine Glasflasche kann aus 80 bis 90 Prozent Altglas bestehen. Wie viel tatsächlich in ihr steckt, können Verbraucher nicht erkennen – bei grünen (Bier-)Flaschen kommt übrigens besonders viel Altglas zum Einsatz.

  • Glas kann unendlich oft recycelt werden – die Wiederverwertung schont Ressourcen.
  • Glas muss sortenrein sein. Die Trennung nach Farben ist daher besonders wichtig.
  • Werft nichts in den Container, das nicht hineingehört.
  • Je besser eure Vorbereitung der Entsorgung, desto besser läuft das Glasrecycling.

    

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# Glasfreund

Warum eigentlich grün und nicht braun? Das wäre doch von der Farbmischungslehre her eher zu vermuten...

Antwort von Fränze

Hallo Glasfreund, vielen Dank für deine Frage. Grünglas lässt bei der Aufbereitung und der Neuproduktion höhere Toleranzen an Fehlfarben zu. Diese Toleranz ist bei braunem Glas deutlich geringer.
Viel Spaß beim Sortieren wünscht dir deine LichtBlick-Redaktion :)

# Anja

Dürfen die Verschlüsse mit in den Container?

Antwort von Fränze

Hallo Anja, vielen Dank für deine Frage :) Schraubverschlüsse und Deckel von benutzen Gläsern haben im Altglascontainer eigentlich nichts zu suchen. Diese gerhören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Moderene Glasaufbereitungsanlagen können den vergessenen Deckel zwar aussortieren, aber je mehr sich im Container befinden, desto teurer wird die Aufbereitung. Also lieber abschrauben :)
Viele Grüße aus deiner LichtBlick-Redaktion.

# Diedunkle

Muss man die Deckel abmachen? Und sollte man die Gläser ausspülen?

Antwort von Fränze

Hallo Diedunkle, vielen Dank für deinen Kommentar. Ein Deckel aus Metall oder Kunststoff kannst du gerne in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne geben. Die Glasaufbereitung wird teurer, je mehr Fremdkörper sich im Container befinden.
Ein ausspülen der Gläser ist nicht notwendig. Kratze deine leeren Gläser einfach gründlich aus vor dem Einwurf in den Container.
Viele Grüße aus deiner LichtBlick-Redaktion.

# Thomas S.

Hallo,
bei "Was gehört in den Altglas Container- was nicht" steht derselbe Text wie auch im vorherigen Kapitel "Glasrecycling-Anlage"... was gehört denn nun rein und was nicht?
Was passiert zB. mit dem berüchtigten Plastikdeckel des Nutella-Glases, wenn es noch fest auf dem Glas verschraubt ist?

Stimmt es, dass bei einem sehr großen Anteil an Fremdkörpern die ganze Glascontainerladung komplett entsorgt und nicht wieder recycelt wird?
Viele Grüße

Antwort von Fränze

Hallo Thomas, vielen Dank für deine Nachricht. Der kleine Fehlerteufel lauert überall :) Wir haben den Text nun angepasst.
Der berüchtigte Deckel aus Kunststoff oder Metall gehört eigentlich in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Sollte der Deckel doch mal auf dem Glas vergessen werden, dann können moderne Glasaufbereitungsanlagen diese aussortieren. Je mehr sich im Container befinden, desto teurer wird jedoch die Aufbereitung. Generell wird versucht, alle Chargen von Hand und maschinell zu sortieren und zu reinigen. Zu stark von Fremdstoffen durchsetzte Überreste, die nicht zur Herstellung von Recyclingglas verwendet werden können, kommen in der Regel als Füllstoff in Baustoffen zum Einsatz. Also lieber ohne Deckel in den Container :)
Viele Grüße aus deiner LichtBlick-Redaktion.

# Grübler

Zu welcher Farbe kommen rote und blaue Glasprodukte rein?

Antwort von Fränze

Hallo Grübler, vielen Dank für deine Frage. Rotes und blaues Glas kann einfach mit im Grünglas-Container entsorgt werden. Gilt übrigens auch für schwarzes und gelbes Glas ;)
Viel Spaß beim Sortieren und Recyceln. Beste Grüße aus deiner LichtBlick-Redaktion :)

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