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Umweltfreundlich zur Schule: 11 Tipps für einen nachhaltig gefüllten Ranzen

Früh übt sich – auch in Sachen Umweltschutz! Und den Ranzen eurer Kinder zum Schulstart nachhaltig zu füllen, ist alles andere als schwer. Eigentlich gilt es nur, auf einige Dinge besonders zu achten. Hier ein paar Ideen.

1. Schulranzen: Aller Anfang ist öko

Euer Kind wird eingeschult oder braucht einen neuen Ranzen? Dann habt ihr sicher im Blick, dass der Tornister ergonomisch geformt und nicht zu schwer sein soll. Auch Reflektoren sind ein Muss, damit euer Nachwuchs im Straßenverkehr gut gesehen wird. Genauso wichtig sollte euch auch das Material sein. Einige der gängigen Modelle enthalten nämlich Weichmacher, die Gesundheit und Umwelt schaden.

Ressourcenschonend ist es, ein langlebiges Modell zu kaufen. Am besten eines, bei dem ihr Einzelteile nachkaufen und ersetzen könnt, wenn diese mal kaputtgehen – was bei Kindern ja durchaus vorkommen soll. Modelle der letzten Saison sind übrigens um einiges billiger als der letzte Schrei auf dem Ranzenmarkt.

Am nachhaltigsten – und zugleich günstigsten – kauft ihr übrigens einen Ranzen aus zweiter Hand. Secondhand finden sich zahlreiche Schultornister, -rucksäcke und -taschen, die noch bestens in Schuss sind.

2. Federmappe: Schick Stoff geben

Federmäppchen aus Stoff
Es muss nicht immer der “Schlamper” sein: Mittlerweile gibt es schöne, übersichtlich gestaltete Federmappen aus Stoff – wie dieses Exemplar, das sich zusammenrollen lässt. # © AnastasiaRasstrigina / Shutterstock

Federtaschen aus Leinen oder Leder sind langlebiger und nachhaltiger als Kunststoff-Etuis. Achtet beim Leder darauf, dass es pflanzlich gegerbt ist. Denn Leder aus industrieller Massenfertigung wird größtenteils mit giftigen Chemikalien behandelt. Noch besser, ihr bleibt ganz pflanzlich bei Leinen.

Auch wenn es auf den ersten Blick praktisch erscheint: Kauft lieber keine fertig gefüllten Federmäppchen. Sie enthalten in der Regel Schreibutensilien, die ihr unter Umweltschutzaspekten garantiert nicht gekauft hättet.

Tipp: Falls ihr zur Handarbeit begabt seid, näht eurem Kind doch einfach selbst ein Etui. Vielleicht lasst ihr es sogar den Stoff dafür selbst aussuchen. Oder ihr kauft eine schlichte Federmappe, die ihr gemeinsam dekoriert, zum Beispiel mit schönen Aufnähern.

3. Stifte: Wo kein Lack drauf ist, geht auch keiner ab

Kinderhand schreibt mit unlackiertem Bleistift
Unlackierte Blei- und Buntstifte sind für eure Kinder und die Umwelt am besten. # © Marilyn Nieves / Shutterstock

Schreiben üben und nach Herzenslust malen: Gute Stifte bleiben auch in Zeiten von Tablets und Whiteboards für Schüler*innen unersetzlich. Hier gilt: Kauft möglichst unlackierte Blei- und Buntstifte. Denn: Viele Kinder kauen auf ihren Stiften herum – und der Lacküberzug kann Schwermetalle enthalten.

Gut sind zudem giftfreie Wachsmalfarben mit Papier- statt Plastikhülle. Und falls euer Kind nicht auf Filzstifte verzichten mag – und das ist wahrscheinlich –, könnt ihr ihm nachfüllbare Stifte auf Wasserbasis als Alternative zu den lösungsmittelgetränkten Billigfilzern kaufen. Ein super Textmarker-Ersatz sind übrigens fluoreszierende Buntstifte.

Generell geben euch die Verpackungen Auskunft über die ökologische Qualität der Stifte, zum Beispiel mit folgenden Siegeln:

  • FSC oder PEFC: Diese Zertifizierungen stehen für Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft.
  • DIN EN 71: Diese europäische Norm legt Grenzwerte für Schwermetalle bei Spielzeug fest.
  • “Spiel gut”-Siegel: Mit dem orangefarbenen Siegel zeichnen unabhängige Experten qualitativ hochwertige und umweltfreundliche Spielsachen aus.

4. Füller: Gibt’s auch mit Mehrweg-Tank – und wer braucht eigentlich Tintenkiller?

Euer Kind braucht einen Füller? Dann gilt auch hier, wie so oft im Leben: Mehrweg ist besser als Einweg. Statt die üblichen Modelle mit Ex-und-hopp-Tintenpatronen zu kaufen, investiert lieber in einen schönen Kolbenfüller oder Konverter.

 

Auf Tintenkiller sollten eure Kinder generell verzichten. Die Löschstifte enthalten giftige Inhaltsstoffe und erzeugen außerdem Plastikmüll. Falls sich Fehler einschleichen: einfach durchstreichen! Und wenn etwas wirklich mal getilgt werden soll, eignen sich Korrekturbänder oder -roller.

5. Radiergummi: Plastikfrei und Spaß dabei

Radiergummis sind in allerlei lustigen Formen, Farben und Düften erhältlich – allerdings leider auch häufig aus PVC, sprich: Sie enthalten gesundheitsschädliche Weichmacher. Entscheidet euch daher lieber für einen “Ratzefummel“ aus Naturkautschuk. Die gibt es mittlerweile auch mit allerlei süßen Motiven drauf.

6. Anspitzer: Langlebigkeit ist Trumpf

Ein Radiergummi ist irgendwann aufgebraucht. Anspitzer hingegen können Schülergenerationen überdauern – wenn ihr euch für ein langlebiges Modell aus Holz oder Metall entscheidet. Ein gutes Indiz ist es, wenn die Klinge mit einer Schraube befestigt und somit austauschbar ist. Falls euer Kind einen Spitzer mit Auffangbehälter benötigt, sollte die Dose aus hochwertigen Kunststoffen wie Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) sein.

7. Lineal: Qualität zahlt sich aus

Kinder- und Erwachsenenhände beim Zeichnen mit Lineal
Gerade für technische oder geometrische Zeichnungen braucht euer Kind ein Lineal von guter Qualität. # © shironosov / Shutterstock

Ein Billiglineal aus Plastik bricht schnell und wird danach zu Müll, der nur langsam verrottet. Weit langlebiger ist eines aus Holz – und zudem in der Produktion deutlich umweltfreundlicher. Damit exakte geometrische Zeichnungen anzufertigen, ist allerdings schwierig. Falls solche Aufgaben auf dem Unterrichtsplan stehen, wählt lieber hochwertige Lineale und Dreiecke aus schlag- und kratzfestem Kunststoff sowie mit abriebfester Skalierung.

8. Kleber: Herstellern nur auf den lösungsmittelfreien Leim gehen

Kinderhände kleben Papierstücke auf einen Ball
Mit lösungsmittelfreiem Leim basteln eure Kinder gesund und nachhaltig. # © Ina Fischer / Shutterstock

Augen auf beim Kleberkauf: Lösungsmittel sind gefährlich für Kinder und können zum Beispiel Kopfschmerzen auslösen. Zum Glück gibt es eine Menge Alternativen, ideal sind wasserlösliche Papierkleber. Kauft am besten große Tuben oder Klebestifte, so spart ihr zudem Abfall.

9. Hefte & Co: Himmlisch nachhaltig mit dem “Blauen Engel”

Grundschülerin schreibt am Tisch
Recyclingpapier ist von den ersten Schreibübungen an die beste Option. # © skynesher / iStock

Schreibhefte und Mappen gibt’s zum Glück schon lange aus Recyclingpapier – und das ist für euch selbstverständlich erste Wahl. Denn für die Produktion werden etwa 60 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger Wasser verbraucht als für die Herstellung von Frischfaserpapier. Außerdem werden für Produkte aus Altpapier keine neuen Bäume gefällt.

Den Kundenwunsch nach Recyclingpapier haben auch viele Hersteller verstanden und schmücken ihre Produkte gern mit Pseudo-Natursiegeln wie “Aqua pro Natura” oder “Chlorfrei gebleicht”. Lasst euch davon nicht verleiten. Auch wenn das Papier ohne Chlor gebleicht wird: Der Zellstoff für seine Herstellung wird immer noch aus frischem Holz gewonnen. Auf der sicheren Seite seid ihr mit dem deutschen Umweltzeichen “Blauer Engel”.

Euer Kind benötigt Papiersorten, die nicht als Recyclingmaterial zur Verfügung stehen? Dann bietet sich Papier mit dem FSC-Siegel an, das für eine nachhaltige Waldnutzung steht.

10. Schulbücher: Papier ist die bessere Folie!

Bücher in Schutzumschläge einbinden: Wer kennt das Ritual zu Schuljahresbeginn nicht? Seit Jahrzehnten wird hierzu vor allem durchsichtige Kunststoff-Klebefolie benutzt. Deren Herstellung belastet allerdings die Umwelt erheblich, außerdem wird sie schlecht abgebaut. Wie leicht ist es doch, sie durch umweltfreundliches Einband- oder Zeitungspapier zu ersetzen! Vielleicht hat euer Kind sogar Lust, den Einband zu dekorieren?

11. Endlich Pause: Umweltfreundlich essen und trinken

Natürlich wollen und sollen die Kinder auch etwas essen – und zwar am liebsten aus wiederverwendbaren Brotdosen. Und was kommt hinein? Selbstverständlich pflanzliche, regionale und Bioprodukte, viel Obst und Gemüse. Auf einzeln eingepackte Snacks verzichten wir der Umwelt zuliebe. Und den Durst löscht Leitungswasser aus der nachfüllbaren Edelstahl-Trinkflasche am besten.

Mit Nachhaltigkeit Schule machen: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ranzen und Bücher könnt ihr oft secondhand kaufen – das freut Umwelt und Geldbörse.
  • Plastik muss nicht sein: Mittlerweile gibt es viele Schulutensilien aus umweltfreundlichen Alternativen.
  • Achtet auf Zertifizierungen, aber lasst euch nicht von den Herstellern irreführen.
  • Für langlebige Produkte zahlt ihr vielleicht etwas mehr, spart dafür aber Müll.

Quellen:
nabu.de

zbh-ksr.de
schulstart.de
verbraucherbildung.de
schuleinkauf.at

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