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Nachhaltigkeit im Badezimmer? Es lohnt sich definitiv!

Im Badezimmer machen wir eigentlich fast alle das Gleiche. Welche Produkte wir dabei nutzen, unterscheidet uns allerdings schon viel mehr. Selten wissen wir wirklich, was in den Produkten steckt, die wir tagtäglich nutzen – wie nachhaltig, bio, fair sind wir tatsächlich im Bad ausgerüstet? Ich habe mal etwas genauer hingeschaut und einige Alltagspraktiken bei mir hinterfragt.

von LichtBlicker

Morgenstund hat Gold im Mund und meist Plastik in der Hand

Es geht los: Wieder werde ich durch das Klingeln meines Weckers aus meinen Träumen vom Urlaub gerissen und der Tag beginnt. Mehr im Halbschlaf als wirklich wach, schleppe ich mich ins Bad und greife zur Zahnbürste. Während ich meine Zähne schrubbe, fällt mir etwas auf: Die Zahnbürsten von mir und meiner Freundin sind aus Plastik. Ich lasse den Blick schweifen und stelle fest, dass eine enorme Zahl an Kosmetika, Zahnpasta-Tuben, Tüchern usw. wahlweise aus Plastik besteht oder in Plastik eingepackt ist. Wusstet ihr, dass ein Großteil des Plastikmülls an den Stränden tatsächlich aus Hygieneartikeln besteht?

Fangen wir also bei der Zahnbürste an. Meist ist die Zahnbürste aus Plastik, und aus Hygienegründe müssen wir die auch alle 3-4 Monate auswechseln. Das bedeutet Plastikproduktion und Entstehung von Plastikmüll. Deswegen habe ich als ersten Schritt unsere Plastikzahnbürsten durch Bambuszahnbürsten ersetzt. Bambusholz ist komplett biologisch abbaubar und wächst schnell nach. Das Gewächs bindet außerdem ziemlich viel CO2 und produziert im Ausgleich ein Mehr an Sauerstoff.

Bambus-Zahnbürste statt Plastik-Bürste
Schnell, einfach und im Sinne der Nachhaltigkeit haben wir unser Plastikzahnbürsten gegen Bambus-Bürsten getauscht. © Julian

Bambus-Zahnbürste im Praxistest

Die Bambus-Zahnbürste ist zwar etwas teurer, bringt dafür aber auch ein Mehr an Vorteilen mit sich. Sind wir ehrlich: beim Zähneputzen habe ich kaum einen Unterschied gemerkt. Die Zahnbürste ist leichter und fühlt sich geschmeidig hölzern an. Entgegen meiner Befürchtungen erinnert die Holzzahnbürste auch nicht an das trockene Holzstäbchen, das einem der Arzt auf die Zunge legt, wenn man sich mit verschnupfter Nase untersuchen lässt. Seit wir unsere Plastikzahnbürsten das erste Mal durch Bambuszahnbürsten ersetzt haben, hat sich keine weitere Plastikzahnbürste mehr in unser Badezimmer verirrt.

Die plastikfreie Zahnpasta

Nachdem wir die Zahnbürste ersetzt hatten, fällt mir direkt die nächste Plastik-Baustelle in unserem Badezimmer auf: die Plastikverpackung der Zahnpasta. Hierfür gibt es glücklicher Weise auch Ersatz. In Unverpackt-Läden könnt ihr zum Beispiel Zahnpasta-Tabletten kaufen. Doch da muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Tabletten, die ich ausprobiert habe, eher pulverig geblieben sind und das Putzgefühl eigenartig war. Sicher ist das eine Frage der Gewöhnung, ich bin aber doch auf eine in Glas verpackte Bio-Zahnpasta umgestiegen. Auch hierfür muss ich etwas mehr bezahlen, aber dafür vermeide ich Plastik, bin selbstreflektiert und mir dessen bewusst, was ich konsumiere bzw. verbrauche.

Plastikfrei unter der Dusche

Weiter geht es bei der Suche nach Plastikfallen im Badezimmer. Wir haben schon immer feste Seifenstücke benutzt und auf Plastik-Spender verzichtet. Inzwischen haben wir die Seife sogar wegen der Inhaltsstoffe durch eine vegane Pflanzenöl-Seife ersetzt. Wer den Seifenspender durch ein Stück Seife ersetzt, kann (und sollte) das übrigens auch mit dem Duschgel machen. Unsere Duschseife hat ehrlich gesagt nicht so geschäumt, wie das ursprüngliche Shampoo, das war etwas gewöhnungsbedürftig. Im Ergebnis gab es jedoch keinen Unterschied. Dafür hält die Duschseife länger, was den Aufpreis im Vergleich zu herkömmlichen Shampoos wieder ausgleicht.

Den Kaffee unter der Dusche?

Eigentlich bin ich persönlich überhaupt kein Fan von Peelings. Nicht nur weil sie meist mit Mikroplastik versetzt sind, sondern auch einfach weil sie meiner Haut (mit Neurodermitis) meist mehr Schaden zufügen, als dass sie mir gut tun. Dennoch mag ich genauso wenig unreine Haut wie ihr sicherlich auch. Es muss also eine Alternative her. Und da kann ich euch wirklich einen tollen Tipp geben:

Kaffee-Peeling selbst gemacht
Im selbst gemachten Kaffee-Peeling ist definitiv kein Mikroplastik und es pflegt die Haut 100% natürlich © Julian

Um morgens halbwegs wach in den Tag zu starten, kippe ich gefühlt den einen oder anderen Liter Kaffee in mich hinein. (Keine Sorge, ganz so viel ist es dann auch nicht). Für gewöhnlich landet der Kaffee- bzw. Espressosatz im Müll. Seit ca. einem Jahr gibt es jedoch Ausnahmen – dann wandert er in die Dusche. Ihr fragt euch, warum ich meinen Kaffee in der Dusche entsorge? Nein, ich entsorge den nicht einfach. Ich vermenge die Reste des Kaffeepulvers mit ca. 2 Esslöffeln Leinöl, vermische das Ganze und trage es dann auf Schultern und (sanft) auf das Gesicht auf. Durch den körnigen Kaffee reinige ich damit die Poren. Der verbliebene Koffeingehalt hat einen vitalisierenden Effekt für die Haut und das Leinöl spendet mir Feuchtigkeit für meine trockene und sensible Haut. Außerdem entsteht ein leichter Schutzfilm aus Öl auf der Haut, der meine Haut vor dem Austrocknen beim Duschen bewahrt. Letzten Endes kann ich dadurch nicht nur meine Haut reinigen, sondern sie auch noch zusätzlich mit Feuchtigkeit und Schutz versorgen. Beim Abtrocknen tupfe ich meine Haut vorsichtig ab, sodass der Ölfilm nicht mehr sicht- dafür aber noch spürbar ist. (Das spart mir im Übrigen auch das Eincremen nach dem Duschen). Ein unglaublich tolles Gefühl für mich, weil ich recycle und gleichzeitig endlich meine Haut schonend reinigen kann, ohne Geld für Produkte aus Plastik auszugeben, die meine Haut reizen.

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# Miriam

Ich kann die Bumble Brush von DM auch sehr empfehlen :)
Hält ein bisschen länger als die von Hydrophil, aber jeder hat da ja seine Lieblingszahnbürste. Toller Beitrag :)