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Party on – aber nachhaltig: 8 Tipps für grüne Feste und Festivals

Ihr wollt eine Party schmeißen? Oder plant einen Festival-Besuch? Viel Spaß! Neben tollen Erlebnissen produzieren solche Events aber leider häufig auch eine Menge Müll. Das muss nicht sein. Hier ein paar Tipps, wie ihr die Umwelt in eure Feierei einschließt. Und dann: Get the party started!

1. Die Ausstattung: Leihen statt kaufen

Ihr benötigt für euer Fest mehr Stühle? Geschirr? Lichterketten? Oder ihr fahrt zum Festival und braucht ein Zelt? Statt die fehlenden Dinge neu zu kaufen, fragt doch erst einmal im Freundeskreis herum. Das ist günstiger und zugleich nachhaltiger. Meistens kann euch jemand die benötigten Sachen leihen. Ansonsten gibt es jede Menge gut aufgestellter Party-Mietservices.

2. Das Essen: Ran ans nachhaltige Buffet

“Mich deucht, das Größt bei einem Fest / ist, wenn man sich’s wohlschmecken lässt.” Wer stimmt dem Dichterfürsten Goethe hier nicht zu? Leckere Speisen heben die Stimmung, und wenn sie dann noch nachhaltig sind, schmeckt’s gleich doppelt so gut. Ob kleine Feier oder große Sause: Für beide gilt: Setzt bei den Zutaten möglichst auf regionale und saisonale Lebensmittel. Umwelt und Tiere freuen sich, wenn ihr auch tierische Produkte vermeidet.

Klar, Bioprodukte sind nicht günstig. Doch mit den passenden Rezepten könnt ihr viele Leute beköstigen und werdet trotzdem nicht arm. Wie wäre es zum Beispiel mit einem deftigen Eintopf, etwa Chili sin Carne? Das Gericht mit Bohnen, Paprika, Tomaten lässt sich gut im Voraus kochen, macht satt und ist eine super Grundlage für ausgelassene Feierei. Und wenn ihr die Hülsenfrüchte selbst quellen lasst, anstatt Dosenbohnen zu verwenden, schmeckt‘s nicht nur besser – ihr spart zusätzlich Müll!

 

Auch selbst gemachte Pizza eignet sich wunderbar als Partyessen. Tolle hausgemachte Snacks sind Gemüsechips aus Zucchini oder Roter Bete.

Am Ende ist noch viel Essen übrig? Friert es ein, anstatt es wegzuschmeißen! Oder noch besser: Packt es euren Gästen ein. Die freuen sich am nächsten Tag darüber. Vielleicht gebt ihr ihnen vorher den Tipp, Mehrwegboxen mitzubringen, in denen sie die Leckereien verstauen können.

Auf Festivals sind die Möglichkeiten, selbst zu kochen, meist beschränkt. Trotzdem müssen es keineswegs Ravioli aus der Dose sein. Couscous zum Beispiel lässt sich super transportieren, lagern und ist leicht und vielfältig zuzubereiten. Als Snack spenden Nüsse bestens Energie.

3. Die Getränke: Die besten Quellen sprudeln regional

Junge Leute mit Flaschen in der Hand tanzen auf einer Party
Nachhaltige Partygetränke kommen zum Beispiel in Pfandflaschen daher. # © wundervisuals / iStock

"Was wollen wir trinken, sieben Tage lang, was wollen wir trinken, so ein Durst?!"
Die Antwort für alle Gastgeber lautet auch hier: ganz klar regional. Kauft Sprudel aus dem Umland (Pfandflaschen!), statt französisches Wasser zu servieren. Oder bietet Leitungswasser in Karaffen an. Mit Zitronenschnitzen, Gurkenscheiben oder Minze aufgepeppt, wird es zum erfrischenden Drink, der sich endlos nachfüllen lässt. Ansonsten bevorzugt ihr auch bei Säften, Limonaden und Alkohol Hersteller, die aus der Region stammen, bzw. auf Bio-Siegel achten.

Das Gleiche gilt für Festivalbesuche. Hier der Tipp: Nehmt eine nachfüllbare Flasche mit, in die ihr immer wieder frisches Leitungswasser nachzapft. Das erfrischt zwischen den Tanzsessions und ist zudem kostenlos.

4. Das Geschirr: Plastikbesteck war gestern!

Gabel, Messer und Löffel aus Bambus in Papierbechern
Bambus statt Plastik: Auf vielen Events bereits gang und gäbe. Allerdings sollte es aus reinem Bambus sein – ansonsten droht Schadstoffgefahr! # © mirror/iStock

Einer der größten Müllverursacher auf Partys und Festivals war lange Zeit Einweggeschirr aus Plastik: einen Moment an den Lippen, hunderte Jahre auf der Müllkippe. Eindeutig: Wegwerfgabeln, -teller und -becher aus Kunststoff braucht wirklich niemand. Vor allem nicht die Umwelt. Zum Glück gibt es nachhaltige Alternativen: Einwegbesteck aus dem nachwachsenden Rohstoff Bambus ist mittlerweile vielerorts erhältlich.

Falls ihr euch dafür entscheidet, achtet unbedingt darauf, dass das Geschirr aus reinem Bambus ohne Zusätze hergestellt ist. Ihr erkennt dies daran, dass Löffel & Co. eine Faserstruktur aufweisen und sie insgesamt hölzern aussehen. Wirkt das Geschirr wie aus Kunststoff, habt ihr in der Regel eine Bambus-Harz-Mischung vor euch, die giftige Schadstoffe an die Lebensmittel abgibt. Davon solltet ihr also die Finger lassen!

Am besten verwendet ihr allerdings gar kein Wegwerfgeschirr, sondern stellt euren Gästen abwaschbare Teller und Becher zur Verfügung. Falls ihr nicht ausreichend Geschirr da habt, könnt ihr eure Besucher bitten, eigenes Besteck mitzubringen.

Wer ein Festival besucht, packt sich ebenfalls einfach eigenes Geschirr und Besteck von zuhause ein. Das nimmt im Rucksack nicht viel Platz weg und spart in der Summe enorm viel Müll. Denn falls ihr an einer Essensbude etwas kaufen möchtet, könnt ihr euch Pommes, Burger und Co. gleich auf eurem Teller servieren lassen.

5. Servietten & Co: Wisch und weg mit Stoff oder Recyclingpapier

Stoffservietten, Besteck und Gläser auf einem Tisch
Stoffservietten sind edel und nachhaltig. # © Boris_Kuznets/iStock

Ihr ladet zum Candle-Light-Dinner? Dann geben Stoffservietten eurer Tafel eine edle Note und sind zudem nachhaltiger, weil ihr sie wiederverwenden könnt. Bei größeren Events kann es jedoch schwierig sein, jeden Gast entsprechend auszustatten. Alternativ könnt ihr auf Servietten aus Recyclingpapier zurückgreifen – oder bei lockeren Partys hübsch bedruckte Recycling-Papiertaschentücher-Boxen aufstellen, mit deren Inhalt sich die Besucher den Mund abwischen können.

Wer glaubt, Recyclingpapier sei von minderer Qualität, sei beruhigt: Die Zeiten grauer, harter Fasern sind längst vorbei. Und: Im Vergleich zu Frischfaserpapier spart Recyclingpapier bei der Herstellung bis zu 60 Prozent der Energie und bis zu 70 Prozent Wasser, C02-Emissionen und Abfall. Außerdem werden für die Produktion garantiert keine Urwälder abgeholzt. Daher solltet ihr natürlich bei allen Events auch auf recyceltes Toilettenpapier setzen.

Und zum Abtrocknen der Hände sind die guten, alten Stoffhandtücher die beste Alternative.

6. Die Deko: Weniger ist mehr

Frau pustet Konfetti aus ihren Händen
Konfetti lässt sich ganz leicht selbst herstellen. # © Simonapilolla/iStock

Heliumgefüllte Ballons, metallbeschichtete Girlanden und Co. sind bunt, lustig – aber nach wenigen Stunden leider ein Fall für die Tonne. Überlegt daher vorher genau, ob eine überbordende Deko wirklich notwendig ist – oder ob ihr und eure Gäste nicht auch anders in Stimmung kommen könnt.

Komplett zu verzichten braucht ihr natürlich nicht, aber wählt mit Bedacht aus. Zum Beispiel Luftballons aus biologisch abbaubarem Material. Oder Girlanden und Wimpelketten aus buntem Recyclingpapier. Wer gern bastelt, kann selbst kreativ werden. Ganz leicht geht Konfetti: Statt eine Plastiktüte voll zu kaufen, könnt ihr es einfach mit einem guten Locher selbst ausstanzen oder sogar bunte Laubblätter dafür benutzen. Ihr habt Kinder? Dann helfen die sicherlich gern! Denkt allerdings bitte daran, das Konfetti nur in geschlossenen Räumen zu werfen - im Freien verteilt es der Wind einfach zu schnell, sodass es im Zweifel als Müll in der Umgebung liegen bleibt.

Lichterketten auf einer nachhaltigen Party
Vom Pavillon bis zur Lichterkette: Leihen und recyclen statt kaufen lautet die Devise für eure nachhaltige Party. # © VTT Studio / iStock

7. Einladung & Co: Digital statt auf Papier

Eine Menge Papier spart ihr, wenn ihr eure Infos digital verschickt: Auch am PC lassen sich wunderhübsche, kreative Einladungen erstellen. Eintrittskarten für Festivals, Bahntickets und mehr habt ihr ebenfalls digital auf eurem Smartphone dabei.

8. Die Anreise: Öffis und Fahrgemeinschaften

Gebt euren Gästen schon in der Einladung Tipps, wie sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu euch gelangen. Das erspart vielleicht einigen die Anreise mit dem Auto – und der Umwelt einiges an CO2. Falls ihr sehr abgelegen feiert, bittet eure Besucher, sich zu Fahrgemeinschaften zusammenzuschließen. Auch zu Festivals könnt ihr oft recht bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Häufig gibt es auch einen Shuttle-Service, der euch vom Bahnhof zum Festivalgelände bringt. Erkundigt euch im Vorfeld und nutzt ihn!

Falls ihr nicht allzu weit vom Festival entfernt wohnt, könnt ihr vielleicht sogar mit einem Lasten-E-Bike anreisen, das ihr der Umwelt zuliebe mit Ökostrom ladet – wie dem von LichtBlick.

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