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So umgeht ihr Mikroplastik-Fallen im Alltag

Neben den CO2-Emissionen gehört die Plastik-Vermüllung der Welt zu den akutesten Themen beim Klima- und Umweltschutz. Wir haben euch in unserem Magazin bereits über die unterschiedlichsten Möglichkeiten berichtet, wie ihr Plastik vermeidet oder eure Stadt von Plastikmüll befreit [Link]. Doch manchmal sehen wir gar nicht, ob wir Plastik in unserem Einkaufskorb haben. Wir geben euch Tipps, wie ihr Mikroplastik identifiziert und vermeidet.

von Anke

Was ist Mikroplastik überhaupt?

Die Plastikberge unseres Verpackungsmülls sind kaum zu übersehen. Das Mikroplastik hingegen können wir mit dem bloßen Auge kaum sehen – das heißt aber nicht, dass es für Umwelt und Natur weniger gefährlich ist. Als Mikroplastik werden kleinste Partikel bezeichnet, die weniger als fünf Millimetern groß sind. Dabei gelangt das Plastik entweder über unsere Abwässer in den Umwelt-Kreislauf, beispielsweise aus Kosmetikprodukten. Oder die kleinen Partikel entstehen durch die Zersetzung von größerem Plastikmüll. Doch so klein das Plastik auch ist, es verschwindet nicht vollständig, sondern lagert sich in der Natur und den Tieren, die es mit ihrer Nahrung aufnehmen, ab. Am Ende landet der Müll eventuell auch in unserem Körper – in Fischen und Muscheln wurde Mikroplastik bereits nachgewiesen.

Plastik sammeln am Strand
Mikroplastik gelangt über den Wasserkreislauf in die Umwelt – mit Müllsammeln an Stränden und in Parks können wir die Umweltschäden zumindest etwas abmildern. © doble-d / iStock

Hier ist Mikroplastik enthalten

Die kleinsten Plastikpartikel kommen in den verschiedensten Produkten vor, die viele von uns im Alltag nutzen: Im Waschmittel, in Kosmetikprodukten, in unserer Kleidung. Und oftmals wissen wir es gar nicht. Oder habt ihr euch schon einmal die Inhaltsstoffe eurer Zahnpasta oder eures Reinigungsmittels angeschaut? Doch selbst der Blick darauf hilft nicht wirklich weiter. Die umweltschädlichen Partikel verbergen sich hinter Abkürzungen, wie PE, PUR, AC oder PQ und vielen anderen. Der BUND hat eine gute Übersicht – zumindest für Kosmetikprodukte – zusammengestellt. Bei folgenden Produkten solltet ihr auch einen zweiten Blick auf die Inhaltsstoffe werfen.

  • Putzlappen und Schwämme könnten aus Plastikfasern sein. Achtet beim Kauf auf Produkte aus Pflanzenfasern, die abbaubar sind.
  • Waschmittel und Weichspüler können die kleinsten Partikel enthalten – vor allem die Waschmittel-Tabs sollten auf eure No-go-Liste. Ihr könnt auf Eco-Waschmittel oder auch Waschnüsse umsteigen. Damit wird die Wäsche auch sauber und die Umwelt geschont.
  • Fleece-Kleidung und Kleidung mit anderen Plastikfasern können beim Waschen kleinste Partikel ins Waschwasser abgeben, wodurch diese in den Wasserkreislauf kommen. Schaut beim nächsten Einkauf am besten aufs Etikett und entscheidet euch für natürliche Faserstoffe.
  • In Peelings, Bodylotion und Bleaching-Zahncremes ist meistens ebenfalls Mikroplastik enthalten. Verzichtet am besten auf diese Produkte und stellt euch beispielsweise euer Peeling aus Kaffee oder Salz selbst her.

So tappt ihr nicht in die Mikroplastik-Falle

Plastikfreie Kosmetik
Plastikfreie Kosmetik gibt es inzwischen in immer mehr Läden – auch in Drogeriemärkten. © Newman Studio / iStock

Da wir uns die lange Liste an umweltschädlichen Inhaltsstoffen absolut nicht merken könnten, gibt es zum Glück Unterstützung für den Mikroplastik-freien Einkauf.

Schnell und einfach geht es mit der kostenlosen CodeCheck-App. Mit der App könnt ihr den Barcode eures Produkts scannen und seht direkt, ob Mikroplastik enthalten ist.

Der BUND oder Greenpeace bieten eine Übersichtsliste mit Bezeichnungen und Abkürzungen hinter denen Mikroplastik steckt. Greenpeace hat diese Übersicht auf ein Portemonnaie-taugliches Format gebracht, so dass ihr diese Übersicht immer dabei haben könnt.

Im besten Fall weisen euch Super- oder Drogeriemärkte direkt in den Regalen darauf hin, welche Produkte Mikroplastik-frei sind. Hier in Hamburg macht das unter anderem die Drogeriemarktkette Budni.

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# Aslan

Hallo Zusammen,
der Link zur CodeCheck-App klappt nicht. Hätte ihn gerne getestet. Schade!

Antwort von Anke

Hallo Aslan,

Danke für Deine Rückmeldung. Bei mir funktioniert der Link. Aber ich leite Dir gerne einmal die direkten Links zu Google Play und zum App-Store weiter.

Viele Grüße
Anke

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