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Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr

Mit dem Start ins neue Jahr verbinden viele von uns eine Chance für einen Neuanfang und alte Gewohnheiten hinter uns zu lassen. Wohl kaum eine oder einer ist noch nie mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet. Wir haben ein paar Ideen für euch, was ihr 2020 anders machen könntet.

von Anke

Realistische Ziele stecken

Ab dem 1. Januar wird alles besser, alles anders - mehr Bewegung, weniger Stress, mehr Zeit füreinander, weniger rauchen und so weiter. Die Klassiker der guten Vorsätze kennt jede*r und wollen diese auch direkt in die Tat umsetzen - bis spätestens im März oder April anderes wieder wichtiger geworden ist. Wie wäre es mit einfacheren Zielen, deren Erfolge sich gleich zeigen und die erreichbar sind? Wir haben euch ein paar nachhaltige Vorsätze-Ideen zusammengestellt, die sich (mehr oder weniger) leicht in euren Alltag integrieren lassen.

1. CO2-Fußabdruck verringern

Kennt ihr eigentlich euren CO2-Fußabdruck? Meiner liegt bei etwas mehr als 5 Tonnen und ist damit fast halb so groß wie der deutsche Durchschnitt. Ich habe den Vorteil, in einer Stadt zu leben und kein Auto zu brauchen. Außerdem ist meine Ernährung sehr klimafreundlich. Und natürlich fließt in meiner Wohnung nur Ökostrom. Wenn euer Fußabdruck nun höher ist, könnt ihr mit kleinen Schritten anfangen diesen zu senken:

  • Verzichtet aufs Auto, fahrt stattdessen mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Überlegt, ob ihr jeden Tag Fleisch und/oder tierische Produkte essen müsst. Es gibt inzwischen so viele leckere vegetarische oder vegane Alternativen
  • Saisonal und regional – das sollte euer Leitmotto für die Einkäufe werden. Es lässt sich nicht immer umsetzen, aber schaut doch, welche Lebensmittel ihr nach diesem Prinzip zukünftig einkaufen könnt
  • Holt euch auch Ökostrom, zum Beispiel von LichtBlick, so senkt ihr eure CO2-Emissionen beim Stromverbrauch auf 0 Gramm
  • Übrigens: Jede*r Bürger*in startet beim Fußabdruck mit 730 Kilogramm CO2 – das sind die öffentlichen Emissionen, die jede*r mitträgt.
  • Extra-Vorsatz: Kauft bewusst ein. Jede und jeder wirft jährlich im Durchschnitt 80 Kilogramm Lebensmittel weg. Es landet nicht nur bares Geld in der Tonne, sondern das ist auch eine unfassbare Verschwendung. Bevor ihr also noch ein halbes Kilo Tomaten und die Bananen-Staude mitnehmt oder beim Schnäppchen zuschlagt, überlegt, was ihr noch im Kühlschrank habt.

2. Zu Ökostrom wechseln

Es ist so einfach, ihr spart direkt CO2 ein (siehe 1. Vorsatz) und ihr könnt diesen Vorsatz direkt am 1. Januar umsetzen: Wechselt euren Stromanbieter, wenn ihr nicht schon Ökostrom bezieht! Mit Ökostrom setzt ihr ein klares Zeichen für Klimaschutz und die erneuerbaren Energien. Wie einfach ein Anbieterwechsel ist, erfahrt ihr auf unserer Webseite.

3. Strom sparen

Ob Ökostrom oder nicht – die beste Energie ist immer noch die, die nicht verbraucht wird. Doch vielleicht wisst ihr gar nicht, dass bei euch „unentdeckt“ Strom verbraucht wird: Mehrere Milliarden Kilowattstunden und damit auch mehrere Milliarden Euro verschenken wir Deutschen jährlich dadurch, dass Geräte auf Stand-by laufen. Es ist einfach sehr bequem, den Fernseher direkt anzumachen, statt erst wieder komplett anzuschalten. Doch ist es wirklich so kompliziert? Oft ist es nur pure Gewohnheit. Ein einfaches Hilfsmittel ist eine Mehrfachsteckdose mit Schalter. Die gibt es für wenige Euro im jeden Elektro-Laden. Mit einem Energiemessgerät könnt ihr zudem Strom- und Standby-Stromfressern auf die Schliche kommen.

LichtBlick-Tipp: Mit unserem „Weniger-ist-mehr“-Programm unterstützen wir alle Stromsparer – Sinkt euer Jahresverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 10 Prozent belohnen wir das mit 20 Euro. Meldet euch zum Mitmachen einfach bei unserem Kundenportal „Mein LichtBlick“ an.

4. Engagiert euch

Es war wahrscheinlich noch nie so einfach wie heute, sich zu engagieren. Ob online mit Petitionen oder Crowdfunding oder im echten Leben mit Protesten für Klimaschutz und Menschenrechte. Weltweit sind Menschen in Bewegung und setzen sich für ein besseres Leben ein. Doch Engagement könnt ihr auch im Kleinen umsetzen: Vielleicht gibt es bei euch um die Ecke Nachbarschaftsprojekte oder eine Freiwilligenbörse, die eure Unterstützung braucht. Schaut vorab, welche Hilfe ihr leisten könnt und wie viel Zeit ihr in der Woche für euer Engagement zur Verfügung habt.

Übrigens: Ihr könnt euren Engagement-Vorsatz auch ganz einfach im Alltag umsetzen: Tragt doch mal die schweren Einkaufstaschen von älteren Nachbarn die Treppen hoch, lasst in der Warteschlange an der Kasse jemanden vor, der es eilig hat oder packt mit an, wenn jemand den Kinderwagen die Stufen hochschleppen muss.

Freunde beim gemeinsamen Urban Gardening
Gemeinsam mit Nachbarn und Freunden lässt sich mehr bewegen © LichtBlick

5. Fair kaufen

Fair-Trade-Produkte gibt es inzwischen schon beim Discounter. Doch neben Lebensmitteln wie Kaffee oder Schokolade gibt es weitere Produkte, bei denen wir genauer hinschauen sollten. Vor allem in der Bekleidungsindustrie müssen viele Menschen noch unter für uns unvorstellbaren Bedingungen arbeiten. Entscheidet euch daher für fair produzierte Kleidung – die ist zwar teurer, aber hält in der Regel auch länger. Und mit Fair-Fashion statt Fast-Fashion leistet ihr zusätzlich einen Beitrag für den Klimaschutz.

6. Jute statt Plastik

Vater und Sohn haben plastikfrei eingekauft
Ein plastikfreier Einkauf wird immer einfacher © iStock / monkeybusinessimages

226 Kilogramm Verpackungsmüll verursachen wir pro Person jedes Jahr – die Hälfte davon fällt unmittelbar im Haushalt an. Ab 2020 daher: Bitte mehr plastikfrei. In vielen Städten gibt es inzwischen sogenannte „unverpackt“ Läden, in denen ihr Lebensmittel und sonstige Produkte ohne Umverpackung kaufen könnt – ihr müsst nur euren eigenen Behälter mitbringen. In Supermärkten solltet ihr auf (unnötige) Plastikverpackung verzichten – Obst könnt ihr beispielsweise selber schneiden, das müsst ihr nicht doppelt verpackt in Plastik kaufen. Auch der geliebte Coffee-to-go schmeckt aus dem eigenen, mitgebrachten Becher genauso gut.

7. Mal fleischlos genießen

Bei meiner Oma gab es früher nur einmal in der Woche Fleisch – den Sonntagsbraten. Heute gehört Fleisch für viele täglich auf den Teller. In Deutschland isst jeder rund 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Würden wir den Konsum reduzieren, könnten wir mehr als 8 Millionen Tonnen CO2 einsparen, bei komplett vegetarischer Ernährung liegt die Einsparung sogar bei 37 Millionen Tonnen CO2. Es soll niemand von heute auf morgen zum Vegetarier oder Veganer werden. Doch prüft einmal euren Fleischkonsum und genießt ein, zwei, drei Tage in der Woche fleischfreie Gerichte. Vielleicht kommt ihr ja auf den Geschmack. Falls es doch mal ein Steak oder ein Schnitzel sein muss, achtet beim Kauf darauf, dass das Fleisch bio und regional ist.

Unsere Vorsätze-Tipps auf einen Blick

  • Nehmt euch für 2020 ein Ziel nach dem anderen vor, das ihr Schritt für Schritt umsetzt – erst wenn ihr hinter eines den Haken machen könnt, wird es Zeit für den nächsten Vorsatz
  • Schaut, welche klima- und umweltfreundlichen Vorsätze ihr euch vornehmen könnt
  • Mehr Mitmenschlichkeit tut immer gut – wie wäre es 2020 mit einem Ehrenamt

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# Torben

Jetzt aber bitte nicht alle vorhandenen Plastiktüten wegwerfen und Jutebeutel kaufen. Vorhandene Plastiktüte haben bereits eine bessere Umweltbilanz, wenn man sie mehrfach einsetzt. Zudem lassen sie sich gut recyclen, weil sie kein Verbundsstoff sind und aus einer Plastikart bestehen.

Macht doch mal einen Artikel über Fehlwürfe, die dafür sorgen, dass Plastik nicht dem Recycling zugeführt werden kann. Da reichen schon so kleine Dinge, wie z. B. Joghurtbecher nicht ineinander zu stapeln oder die Deckel von den Bechern zu trennen.

Man sollte daher schon schauen, wie man weniger Plastik produziert. Aber es hilft auch immens, wenn man das vorhandene Plastik richtig der Wiederverwertung zuführt. Denn alles was recycelt wird, landet nicht im Meer und nicht auf Deponien oder muss verbrannt werden.

Antwort von Anke

Hallo Torben,

Danke für Deinen Hinweis – die Idee für den Artikel nehmen wir gerne auf. Du hast Recht, dass richtig entsorgtes Plastik recycelt werden könnte – doch besser ist es, auf neuen Plastikmüll zu verzichten.

Viele Grüße
Anke

# Gerhard von Finkenwerder

Mach ich doch schon alles, und noch mehr!
Und da bin ich bestimmt nicht der Einzige.

Was also soll diese Aktion?

Antwort von Anke

Hallo Gerhard,

super, dass Du die Vorsätze schon längst in die Tat umgesetzt hast. Wenn Du noch mehr Tipps hast, teile die gerne mit uns! Der Beitrag richtet sich in erster Linie an die, die gerne etwas ändern möchten und noch auf der Suche nach grünen Vorsätzen sind. Und davon gibt es sicherlich noch ein paar ????

Viele Grüße und Dir einen guten Start ins neue Jahr
Anke

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