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Streiken für den Klimaschutz: Was ihr über #FridaysForFuture wissen müsst

Angefangen hat alles im August 2018 in Stockholm – die damals 15-jährige Greta Thunberg streikte jeden Freitag, um die schwedische Regierung an die Einhaltung der Pariser Klimaziele zu ermahnen. Über Social Media wurde daraus innerhalb kürzester Zeit eine Klima-Bewegung von Schüler*innen und Jugendlichen, die im Dezember 2019 auch erstmals Deutschland erreichte.  Wir haben für euch die wichtigsten Infos zu #FridaysForFuture zusammengestellt.

Wie ist die #FridaysForFuture-Bewegung entstanden?

Keine Partei, keine große Organisation oder NGO haben eine der größten und lautesten Klimaschutz-Bewegungen unserer Zeit ins Leben gerufen. Es sind Schüler*innen, Jugendliche und Studierende, die diese Initiative initiiert haben. Die Schwedin Greta Thunberg hat erstmals am 20. August 2018 gestreikt und ist statt zur Schule vor das schwedische Regierungsgebäude gegangen. Für sie war nicht begreiflich, warum die dringendste Frage unserer Zeit – wie wir den Klimawandel und die Erderwärmung verhindern – bei den Politikern anscheinend so wenig Relevanz hat. Damit hat sie wohl die Gedanken einer ganzen Generation auf den Punkt gebracht. Innerhalb weniger Wochen verbreitete sich ihr Protest dank Social Media in Europa und schließlich weltweit. Heute gehen Jugendliche auf der ganzen Welt und in vielen Städten in Deutschland auf die Straße. Eine der letzten großen Kundgebungen mit mehr als 10.000 Demonstranten fand im Juni in Aachen statt. Greta Thunberg selbst hat bereits auf der UN-Klimakonferenz oder bei einem Wirtschaftsgipfel vor Delegierten gesprochen und den Forderungen ihrer Generation eine Stimme verliehen.

Wer steckt hinter #FridaysForFuture?

#FridaysForFuture lässt sich als typische Grasroot- oder Graswurzel-Bewegung bezeichnen. Sie wurde nicht großartig geplant oder gesteuert. Über Social Media und andere Medien haben sich die Ideen von Greta Thunberg verbreitet. In Deutschland könnten unter anderem die Proteste rund um den Hambacher Wald mit dazu beigetragen haben, dass sich hier die Schüler*innen und Jugendlichen für #FridaysForFuture engagieren. Hinzu kommen eventuell die immer spür- und sichtbareren Auswirkungen des Klimawandels sowie die Untätigkeit der Politik. In Deutschland verleiht Luisa Neubauer der Bewegung ein Gesicht.

Welche Ziele verfolgt #FridaysForFuture?

Dass die Jugendlichen ernst genommen werden können, zeigt sich nicht nur darin, dass sie bereits seit fast einem Jahr für ihre Ideen und Forderungen auf die Straße gehen. Sie haben auch klare Ziele formuliert, die sie von den Politikern in Sachen Klimaschutz einfordern. Die drei wesentlichen Forderungen der Bewegung in Deutschland sind:

  • Nettonull (bei den CO2-Emissionen) 2035 erreichen
  • Kohleausstieg bis 2030
  • 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035

Auch die #FridaysForFuture-Aktivisten*innen Unterstützung von Wissenschaftlern bekommen haben, zeigen ihre Ziele, dass sie beim Kampf um den Klimaschutz bereits viel weiter denken als so mancher Politiker. Bemerkungen, wie „das sollen sie Profis überlassen“, sind damit deutlich widerlegt.

Demonstranten bei FridaysForFuture
Seit fast einem dreiviertel Jahr steht immer freitags “Klimaschutz” auf dem Stundenplan vieler Schüler*innen. # © LichtBlick

Warum müssen die Schüler*innen ausgerechnet am Freitag demonstrieren?

Der Protest ist kontrovers, da er während der Schulzeit passiert. Und vielleicht habt ihr euch auch schon gefragt, warum die Schülerinnen und Schüler nicht zu einem anderen Zeitpunkt protestieren, wenn keine Schule ist. Zwei Gründe sprechen jedoch dafür, dass der Zeitpunkt genau richtig ist. Ein inhaltlicher, der auch von Greta und der Bewegung ausgesprochen wird: Wozu sollen wir lernen für eine Zukunft, die ihr uns jetzt kaputt macht. Und ein struktureller: Hand aufs Herz, welchen Politiker würde es kümmern, wenn ein paar tausend junge Menschen am Sonntag vor Rathäusern stehen mit Plakaten für mehr Klimaschutz?

Nur in dieser Form wird der Protest gehört. Schulleitungen, Behörden und die Politik müssen sich positionieren. Sowohl zu den Forderungen aber auch zur Frage wie mit den „Schulschwänzern“ umgegangen wird.  Übrigens: Bislang wurde nur bekannt, dass eine Schule in Mannheim Bußgeldbescheide verschickt hat – und diese wieder zurückgenommen hat

Wer kann bei #FridaysForFuture mitmachen?

Die Bewegung ist von Schüler*innen und Jugendlichen ins Leben gerufen worden. Nach wie vor sind sie auch die Hauptakteure der Initiative. Doch immer mehr Menschen solidarisieren sich mit #FridaysForFuture und unterstützen auf unterschiedlichen Wegen die Aktion. So gibt es Wissenschaftler, Eltern oder Unternehmen, die für die „For Future“-Bewegung einstehen. Wir von LichtBlick zeigen unsere Unterstützung beispielsweise mit unserer Teilnahme bei „Entrepreneurs for Future“. Hier bekennen sich Unternehmen klar zu den Klimazielen und haben diese auch fest in der Unternehmensphilosophie verankert. Bei LichtBlick setzen wir zum Beispiel nicht nur auf klimafreundliche Energie und Lösungen für die Energiewende, sondern wollen auch bei unserer täglichen Arbeit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wenn ihr also #FridaysForFuture unterstützen wollt, schaut doch einfach einmal, ob es Ortsgruppen bei euch in der Nähe gibt oder kommt zu einer der nächsten Demos. Denn wie es momentan in der Politik aussieht, braucht die Bewegung noch einen langen Atem, bis ihre Forderungen wirklich gehört werden.

Die LichtBlicker bereiten sich im Foyer auf die FfF-Demo vor
Die LichtBlicker bereiten sich im Foyer auf die FfF-Demo vor # ©LichtBlick

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