© UnternehmensGrün / Jörg Farys

Entrepreneurs for Future: Nachhaltig nachgedacht mit LichtBlickerin Illy

Was kann die Wirtschaft für den Klimaschutz tun? Dieser Frage widmet sich die Initiative „Entrepreneurs for Future“, die sich in Anlehnung an „Fridays for Future“ gegründet hat. In Hamburg trafen sich etwa 100 Interessierte, um über eine nachhaltige Ökonomie zu diskutieren. Dabei: Illy, Mitarbeiterin bei LichtBlick. Der Ökoenergieversorger sucht aktuell nach neuen Lösungen, um die Lebensqualität der Menschen zu steigern und zugleich der Umwelt zu nutzen.

Volles (beta-)Haus: Großes Interesse an nachhaltiger Ökonomie

„Cool, das ist ja richtig voll hier!“ Illy schaut sich im Café des betahauses in der Hamburger Sternschanze um. Der Ort, an dem die LichtBlick-Beschäftigte und andere Mitarbeitende der im betahaus ansässigen Start-Ups sonst eine Pause einlegen oder Innovationen diskutieren, ist heute bis auf den letzten Klapphocker gefüllt. Alle Blicke sind nach vorn gerichtet. Auf der Bühne prangt ein großes Plakat mit der Aufschrift „#Entrepreneurs4Future“ (E4F). Dahinter verbirgt sich eine wachsende Initiative aus Unternehmen, die sich für mehr Nachhaltigkeit in der Wirtschaft einsetzt – und heute zum Ideenaustausch zu einem "Barcamp" geladen hat.

„Toll, was die Fridays auf die Beine stellen!“

Gegründet hat sich E4F in Anlehnung an die Klimaschutzbewegung Fridays for Future (FFF). Einige Mit den Menschen von FFF haben sich die Eröffnungsredenden, E4F-Geschäftsführerin Katharina Reuters und Unternehmer Inas Nureldin, heute bereits bei der allfreitäglichen Demo auf dem Rathausmarkt getroffen. „Da hat ein Junge, halb so groß wie ich, alles im Griff“, zeigt sich Inas, Gründer der nachhaltigen Digitalbank Tomorrow, beeindruckt. LichtBlickerin Illy nickt zustimmend. „Es ist so toll, was die Fridays auf die Beine stellen, das müssen wir einfach unterstützen!“

Klimaschutzversprechen: LichtBlick unterzeichnet E4F-Stellungnahme

Als Ökostromanbieter hat sich LichtBlick seit jeher das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Daher hat das Unternehmen natürlich auch die E4F-Stellungnahme unterzeichnet, in der sich mittlerweile mehr als 2.300 Unternehmen, Gründende und Selbstständige dazu verpflichten, den Klimaschutz voranzubringen. „Weil mir eine Welt ohne fossile Energieträger, die nur auf Erneuerbaren Energien beruht, am Herzen liegt“, formuliert es LichtBlick-Geschäftsführer Wilfried Gillrath, dessen Statement bei der Veranstaltungseröffnung auf einer Leinwand eingeblendet wird. Fortlaufend sucht LichtBlick deshalb nach Innovationen, die das Leben der Menschen verbessern können und zugleich der Umwelt helfen.

Doch wie kann eine entsprechend nachhaltige Ökonomie gelingen? Diese Frage beschäftigt Illy und die anderen teilnehmenden Menschen heute beim Barcamp. Dazu gibt es verschiedene, parallel laufende Diskussionsrunden, sogenannte Sessions. Auch Lichtblick bietet eine an. „CO2-neutral leben! Aber wie?“ lautet die Überschrift, unter der Illys Kollege Stefan eine Sitzung leitet.

CO2-neutral leben! Aber wie?

„Das Problem ist: Ich möchte nachhaltig leben, aber zugleich fällt es mir persönlich dann doch schwer, auf manche Dinge zu verzichten – zum Beispiel darauf, in den Urlaub zu fliegen“, beschreibt Illy ihren Spagat zwischen Wunsch und Realität. „Und ich glaube, das geht vielen so!“ Das Lichtblick-Thema trifft einen Nerv: Fast 20 der insgesamt rund 100 Teilnehmenden am Barcamp sind zur Session gekommen, um sich Gedanken zu machen.

Kaum ist die Runde eröffnet, sprudeln die Ideen. „Recycling“, „Einsatz erneuerbarer Energien“, „Kleinerer Wohnraum“: Diskussionsleiter Stefan kommt kaum mit, die Schlagworte auf bunte Klebezettel zu schreiben und an eine Stehtafel zu heften. „Woraus ziehen wir eigentlich Glück?“ fragt ein Teilnehmer. Illy hebt die Hand. „Irgendwie ist heutzutage doch fast alles mit dem Thema Konsum verknüpft. Ich denke da gerade an ein Geschäft mit dem Namen ‚Kauf dich glücklich‘. Das ist doch absurd!“ Nicken von allen Seiten. Stefan notiert „Mindset“. Die innere Haltung des Einzelnen sei ein wesentlicher Punkt, um das Thema Klimaschutz in der Gesellschaft zu verankern.

„Bildung“, sagt Illy, selbst Mutter eines Sohnes, „Bildung ist extrem wichtig“. Im Laufe der Diskussion wird klar, dass es an vielen Stellschrauben zu drehen gilt: Neben dem persönlichen Engagement jedes Einzelnen sei die vorherrschende Frage, was Unternehmen selbst konkret zum Klimaschutz beitragen könnten: Indem sie zum Beispiel Papiermüll vermeiden, ihren Mitarbeitenden Fahrräder oder E-Fahrzeuge zur Verfügung stellen oder eine klimafreundliche Kantine. „Ein öffentliches Portal, in dem Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck bestimmen können, wäre toll“, sinniert Illy.

Erst Gesetzesänderungen bringen die Wende

Am längsten Hebel sitzt jedoch die Politik, in diesem Punkt sind sich die Teilnehmenden an der Session ziemlich einig. Erst Gesetzesänderungen – von Verboten oder hohen Steuern auf klimaschädliche Produkte bis hin zu Vorteilen für besonders nachhaltige Betriebe – werden demnach die Wende bringen. „Denn von allein macht das leider kaum jemand“, sagt ein Teilnehmer und belegt sein Statement durch eine Anekdote:

„Ein Plastikstrohhalm-Fabrikant wurde gefragt, ob die Gesetzesänderung, wegen der sein Produkt nicht mehr verkauft werden darf, für ihn schwere wirtschaftliche Einbußen bedeute. Er sagte: Nein – er habe schon lange Öko-Alternativen in der Schublade gehabt. Als sich das Gesetz änderte, habe er eben umgeschwenkt. Vorher habe er keinen Grund gesehen.“ Illy schmunzelt. „Genau so sieht es aus.“ Und um weitere Gesetzesänderungen zu forcieren, werden die E4F künftig immer wieder Seite an Seite mit den Fridays for Future auf die Straße gehen.

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