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Adieu "Stinker": So sorgt ihr für mehr E-Mobilität in eurem Leben

Wer mehr E-Mobilität in sein Leben integrieren will, steht schnell vor der Frage, wie und wo er damit anfangen kann. Dabei sind die ersten Schritte mit wenig Veränderungen im eigenen Verhalten verbunden. Tipps, wie ihr in die Welt der Elektromobilität eintauchen könnt.

von LichtBlicker

1. Die Taxi-Gewohnheiten ändern

Als erster Schritt in Richtung mehr E-Mobilität ist es ratsam, die eigenen Taxi-Gewohnheiten zu überdenken. Elektrotaxis sind hierzulande derzeit noch selten: 2018 gab es bundesweit circa 56.000 Taxis, davon waren laut Verbandsangaben nicht mehr als 100 Wagen als reine Stromer auf den Straßen. Allerdings gibt es bereits jetzt ortsabhängig Dienste, die mit E-Autos unterwegs sind.

Macht euch schlau, was in eurem Wohnort an Alternativen zu finden ist. Bochum zum Beispiel hat mit Bednarz Elektro Taxi ein Unternehmen, das seit ein paar Jahren auf Elektrotaxis setzt. Berliner rufen sich am besten ein CleverShuttle. In Hamburg gibt es mit MOIA einen neuen Dienst mit elektrischen Sammeltaxis. Uber bietet eine entsprechende Option ebenfalls an, wenn ihr per App eine Fahrt buchen wollt.

Wenn ihr wenig zu transportieren und es sehr eilig habt, könnt ihr für kürzere Strecken auch auf die inzwischen in jeder Großstadt verteilten E-Scooter setzen. Diese sollten aber nicht als Ersatz für kurze Fußwege herhalten – denn sonst zahlt ihr Geld und verbrennt Ressourcen statt etwas zu tun, das gut für eure Gesundheit ist.

2. Öffentliche Verkehrsmittel für den Arbeitsweg nehmen

U-Bahn fährt oberirdisch an den Landungsbrücken
Wer die Öffis nutzt, schont den Planeten. Nicht nur auf der Schiene, sondern immer öfter auch auf der Straße laufen die nämlich vollständig elektrisch. # © jotily/iStock

Ein ganz einfacher Schritt für alle, die in einem Ballungszentrum leben: Prüft, ob ihr mit Bus, Tram, S- oder U-Bahn zur Arbeit kommen könnt und lasst das Auto einfach mal stehen. Richtet euch dafür ein, indem ihr eine Monatskarte kauft – häufig wird diese vom Arbeitgeber bezuschusst oder sogar ganz übernommen.

Wer mit den Öffis zur Arbeit fährt, schont nicht nur das Klima und sorgt für weniger verstopfte Straßen in der Stadt. Denn im Stau stehen sorgt für Stress und kostet Kraft, die tagsüber im Job und abends bei der Familie besser investiert ist. Außerdem könnt ihr unterwegs im Netz surfen, lesen, Musik oder Podcasts hören, Serien schauen, E-Mails checken, eine Präsentation vorbereiten oder entspannen.

3. Carsharing mit Elektroautos

Elektroautos im Carsharing
Beim Carsharing lassen sich Elektroautos nicht nur nutzen, sondern auch einfach mal ausprobieren. Vielleicht als Probe für die eigene Anschaffung?#© wallix/iStock

Bei den meisten Carsharing-Diensten sind Elektroautos nicht teurer als Verbrenner. Wer kein eigenes Auto hat, zeitweise aber eines nutzen will, findet hier die Möglichkeit zu mehr E-Mobilität.

Freefloater bringen beim Carsharing die größte Flexibilität für den Nutzer. Berliner können sich bei Sixt Share etwa einen Renault Zoe schnappen oder bei WeShare auf einen VW e-Golf zugreifen. In Hamburg gibt es bei car2go den Smart EQ fortwo und die Mercedes B-Klasse ED oder bei DriveNow den BMW i3. Da car2go und DriveNow inzwischen gemeinsame Sache machen, könnt ihr hier auch die Fahrzeuge des jeweils anderen Dienstes in der App finden.

In vielen Regionen gibt es zudem stationsgebundene Dienste, die zum Teil sogar rein elektrische Fahrzeugflotten betreiben. Der ADAC hat dazu eine nützliche Liste bereitgestellt.

4. E-Bike fahren – auch auf längeren Strecken

Mann fährt auf einem Pedelec
Wer per Pedelec pendelt, macht Sport, schwitzt kaum und schont Geldbeutel und Umwelt.#© visualspace/iStock

An diesem Punkt schafft ihr euch ein erstes eigenes Fahrzeug aus der Kategorie der E-Mobilität an. Für das E-Bike oder Pedelec braucht ihr nicht einmal einen Führerschein, wenn es nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde fährt und nicht mehr als 50 Prozent der Fahrtenergie zugibt.

Auf ebenen Wegen fühlt es sich dank der Unterstützung des Motors jedenfalls fast so an, als würdet ihr im Leerlauf treten. Und am Berg kommt ihr trotz des höheren Gewichts im Vergleich zum normalen Fahrrad auch nicht ins Schwitzen.

Das Pedelec lohnt sich vor allem für all diejenigen, die regelmäßig damit zur Arbeit fahren wollen. Wie hartgesotten ihr die Sache durchzieht, liegt natürlich bei euch. Vielleicht wollt ihr für Wind und Wetter auf öffentliche Verkehrsmittel oder den Pkw zurückgreifen, vielleicht trotzt ihr den Elementen in jeder Lage. Der große Vorteil, wenn ihr das Auto stehen lasst und stattdessen in die Pedale tretet: Ihr nutzt den Arbeitsweg gleichzeitig als Sport – ohne dabei Freizeit opfern zu müssen.

5. Die Bahn statt Auto oder Flugzeug nutzen

Weite Strecken innerhalb Deutschlands werden immer noch am liebsten mit dem eigenen Pkw zurückgelegt. Mit etwas Planung lässt sich die Bahn aber dennoch gut zum Reisen nutzen.

Vor allem auf mittleren Strecken helfen Sparpreise wie das Quer-durchs-Land-Ticket oder die Ländertickets, die Kosten niedrig zu halten. Auf längeren Strecken solltet ihr früh buchen, um Sparpreise abzugreifen. Oft lohnt es sich außerdem, weitere Strecken zu buchen und dann einfach früher auszusteigen. Darüber hinaus plant gerade die Bundesregierung, die Mehrwertsteuer für Fernverkehr der DB zu reduzieren. Die Bahn verspricht, diese Kostensenkungen direkt an die Kunden weiterzugeben.

Restkontingente der DB werden bei Anbietern wie Ltur sehr günstig verkauft. Wer häufig mit der Bahn fährt, sollte eine Bahncard haben. Die lohnt sich bei der Abschaffung des eigenen Pkw besonders. Ob in der 25er, der 50er oder gar der 100er Variante, hängt natürlich von eurem Reiseverhalten ab.

6. Das Lasten-Pedelec als Autoersatz

Ein abgestelltes Lastenrad
Lastenräder gibt es mit und ohne Motor – bei längeren Strecken lohnt sich durchaus die Pedelec-Variante.#© simona flamigni/iStock

Ihr wollt den eigenen Verbrenner abschaffen, müsst aber trotzdem noch große Einkäufe oder den Nachwuchs sicher und zügig von A nach B bringen? Dann solltet ihr überlegen, ein Lasten-Pedelec anzuschaffen – oder testweise erst einmal auszuleihen.

StadtRAD Hamburg etwa verleiht Lasten-Pedelecs für die erste halbe Stunde sogar kostenlos. In Berlin gibt es diverse kommerzielle Anbieter, mit dem Projekt fLotte aber auch eine kostenlose Alternative. Die Frachtvariante des E-Bikes verfügt je nach Modell über Platz für bis zu drei Mitreisende und hilft, auch schwere Gegenstände zu transportieren.

Der Anschaffungspreis eines guten Lasten-Pedelecs liegt zwischen dem eines regulären Fahrrads und eines Kleinwagens. Da diese Fahrzeuge recht groß sind, solltet ihr sie zum einen in einem ebenerdigen Schuppen unterbringen können und zum anderen um ein Fahrrad regulärer Größe ergänzen. Schließlich wollt ihr nicht jede Strecke in einem riesigen Gefährt zurücklegen müssen.

7. Einen eigenen Elektro-Pkw anschaffen

Ein Mann lädt ein Elektroauto
E-Mobilität ist Zukunft: Ein eigenes Elektroauto hilft, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.^#© Fotograf/iStock

Der größte Schritt zu mehr E-Mobilität im Leben ist wohl die Anschaffung eines eigenen Stromers. Auch die konservativeren Autobauer haben inzwischen erkannt, dass sie nicht mehr ewig auf Verbrenner setzen können. In den nächsten Jahren rollen so einige Modelle vom Band, die heutige Standards in Sachen Reichweite und Komfort noch einmal übertreffen dürften.

Für die Anschaffung solltet ihr zunächst einmal darauf schauen, ob ihr das Fahrzeug in der geplanten Nutzung aufladen könnt. Stromzapfsäulen kommerzieller Anbieter gibt es inzwischen viele – vielleicht auch in der Nähe eurer Adresse oder eurer Arbeitsstätte. Dabei gibt es allerdings aktuell durchaus noch Probleme bei der Preistransparenz und somit Unsicherheit, was die Ladung am Ende kosten wird. Ideal ist die Lademöglichkeit zu Hause. Wer zur Miete wohnt, kann eventuell mit dem Vermieter über die Installation eines Systems verhandeln. Ökologisch sauber ist das Ganze aber nur, wenn ihr am Ende auch Ökostrom zapft – wie den von LichtBlick.

Dank staatlicher Förderung könnt ihr beim Kauf eines Elektroautos sogar Geld sparen. Je nach Preis fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Stromer mit bis zu 4.000 Euro Umweltbonus. Das senkt den Anschaffungspreis eines Elektroautos ein Stück weit. Hinzu kommen regionale Förderprogramme, wie etwa das Pendler-Angebot in Hamburg. Informiert euch, was für Förderungen ihr in eurer Region bei Leasing oder Kauf nutzen könnt.

Achtet beim Kauf eines Elektroautos darauf, was ihr künftig damit machen möchtet. Ihr fahrt nur den Arbeitsweg? Dann reicht die kurze Reichweite günstiger E-Kleinwagen. Möchtet ihr auch weitere Strecken zurücklegen, dann wird es im Kauf entsprechend höherpreisiger, da der Akku das teuerste Bauteil der Autos ist.

Schritt für Schritt zu mehr E-Mobilität: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Der Einstieg in die Elektromobilität ist ganz einfach.
  • Selbst kleine Anfänge sorgen für mehr saubere Luft.
  • E-Fahrzeuge wie Lasten-Pedelecs können auch ausgeliehen oder getestet werden, bevor ein eigenes angeschafft wird.

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