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Fahrrad zum E-Bike umbauen: Nur was für Profis?

Elektrofahrräder sind ein teures Vergnügen. Ein E-Bike selber zu bauen, scheint da eine vielversprechende Alternative zu sein. Wer sein Fahrrad auf E-Bike umrüsten will, sollte allerdings einige Dinge beachten. LichtBlick nennt die wichtigsten Vor- und Nachteile – und verrät, worauf es ankommt.

Vorbereitung: Macht ein Umbau überhaupt Sinn?

Wer sein Fahrrad zum E-Bike umbauen möchte, findet bei den Nachrüstsätzen inzwischen ein reichhaltiges Angebot. Die Preise reichen von rund 500 bis über 2.000 Euro. Wer den Umbau in Erwägung zieht, sollte zunächst das alte Zweirad genau unter die Lupe nehmen:

● Sind Rahmen und Gabel meines Fahrrads stabil genug? Halten sie das Gewicht und die auftretenden Kräfte eines zusätzlichen Elektroantriebs aus? Bereits die Sichtkontrolle trennt die Spreu vom Weizen: Feingliedrige Rahmen und Gabeln sind eher nicht geeignet.

● Benötigt das Fahrrad andere Bremsen? Mehr Gewicht und Geschwindigkeit bedeuten mehr Belastung der Bremsen. Im Idealfall sollten deshalb hydraulische Scheibenbremsen zum Einsatz kommen.

● Wie alt ist mein Fahrrad? Ist es älter als fünf Jahre, wird Materialermüdung Diese Schäden sind besonders gefährlich, da von außen oft nicht zu sehen.

Fahrrad auf E-Bike umrüsten: Auswahl der Antriebskomponenten

Ein Umrüst-Kit, um ein Fahrrad umzubauen, besteht üblicherweise aus drei Teilen:

  • Motor: Ihn gibt es als Vorderrad-, Mittel- oder Hinterradmotor. Die Motoren am Vorder- und Hinterrad sind besonders einfach zu montieren: Die Reifen werden jeweils mit einem Laufrad mit integriertem Nabenantrieb ersetzt. Beim Mittelmotor ist der Austausch des Tretlagers nötig.
  • Elektronik für die Steuerung: Hier gibt es sehr günstige Varianten mit einem sogenannten Tretsensor. Hochwertigere Steuerungslösungen haben weitere Sensoren, etwa für das Drehmoment, sowie Neigungs- und Kraftmesser an Bord.
  • Akku: Er kann je nach Voraussetzung zu einem finanziellen Vorteil werden. Wer weiß, dass er mit seinem neuen E-Bike keine längeren Touren machen will, kann auf einen kleineren und damit günstigeren Akku zurückgreifen.
Kette und Antrieb eines E-Bikes
Gekaufte E-Bikes bieten in vielen Fällen Rahmenlösungen, die speziell auf den E-Antrieb abgestimmt sind. # ©123ducu/iStock

E-Bike selber bauen: Das sind die Vor- und Nachteile

Rein handwerklich fordert es keine große Begabung, um ein Fahrrad zum E-Bike umzubauen. Bis zu sechs Arbeitsstunden sollten in den meisten Fällen genügen, um den Umbau abzuschließen.

Wer sein E-Bike selber bauen will, sollte aber diese Vorteile und Nachteile kennen:

Vorteile eines auf E-Bike umgerüsteten Fahrrads:

  • Das alte Rad findet weiter Verwendung und muss weder verschrottet noch verkauft werden.
  • Der Umbau kann im Vergleich zum Kauf eines neuen E-Bikes Geld sparen.
  • Der neue E-Antrieb des Fahrrads kann bei Akku, Steuerung und Motor genau auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt werden.

Nachteile eines E-Bikes Marke Eigenbau:   

  • Leitungen, Motor und Akku sind bei den meisten Nachrüst-Systemen bei Weitem nicht so elegant zu integrieren wie bei gekauften E-Bikes.
  • Ein umgebautes Rad fährt sich anders als ohne E-Antrieb. Die neue Gewichtsverteilung und neu wirkende Kräfte können dazu führen, dass die Fahreigenschaften schlechter werden.

Die Motorisierung sorgt für höheren Verschleiß, etwa bei den Bremsen, der Kette, beim Rahmen oder der Gabel. 

Fahrrad auf Elektro umrüsten – Fazit

Wer sein Fahrrad selber zum E-Bike umbauen will, findet eine gute Bandbreite an Möglichkeiten. Allerdings sollten diese Voraussetzungen stimmen:

  • Ihr habt als E-Bike-Schrauber nicht zwei linke Hände.
  • Ihr wisst, für welche Zwecke ihr das E-Bike braucht.
  • Ihr kennt die technischen Möglichkeiten. 
  • Ihr könnt die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen.  
  • Ihr könnt die Risiken richtig einschätzen.
  • Ihr betankt eure Akkus optimalerweise mit sauberem Ökostrom –  wie ihn LichtBlick anbietet

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