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Carsharing: Geteiltes Auto ist doppelter Gewinn

Wer der Umwelt zuliebe auf ein eigenes Auto verzichtet, kann trotzdem schnell und unkompliziert ein Fahrzeug ausleihen, etwa für größere Einkäufe. Carsharing macht’s möglich! Was sich hinter diesem klimafreundlichen – und oft kostengünstigeren – Mobilitätskonzept verbirgt, erfahrt ihr hier.

Was ist Carsharing?

Frei ins Deutsche übersetzt bedeutet Carsharing so viel wie “Auto teilen”. Der Grundgedanke dahinter: Ein Auto braucht keine alleinigen Besitzer, weil es einen Großteil des Tages ohnehin nicht genutzt wird. Stattdessen teilen sich viele Menschen an einem Ort eine Anzahl an Carsharing-Fahrzeugen – Kleinwagen, Transporter, Kombis und auch E-Autos – und können diese gegen eine Gebühr ausleihen.

Sie bezahlen dabei lediglich den Preis für die Nutzung. Benzin oder Strom sowie alle weiteren Kosten wie Reinigung, Reparaturen, TÜV, Versicherung und Co. übernimmt in der Regel der jeweilige Carsharing-Anbieter als Fahrzeughalter. Wer sich bei einem solchen Dienst registriert hat, kann dessen Fahrzeuge – sofern sie verfügbar sind – rund um die Uhr nutzen. Das Reservieren, Buchen, Freischalten und Abstellen der Pkw erfolgt in der Regel über eine Smartphone-App des Anbieters.

Stationsbasiertes vs. flexibles Carsharing

Im Grunde genommen gibt es zwei Formen von Carsharing. Bei der stationsbasierten Variante stehen die Autos auf einem festen Parkplatz oder zumindest in einem enger gefassten Umkreis – und müssen dort auch nach der Fahrt wieder abgestellt werden.

Free-Floating dagegen ermöglicht mehr Flexibilität, denn ihr könnt den Wagen irgendwo im Einzugsgebiet abstellen, wenn ihr euer Ziel erreicht habt. So sind auch One-way-Fahrten möglich. Der nächste Nutzer, der ein Auto in dieser Gegend benötigt, ortet es per App und fährt damit weiter zur Adresse seiner Wahl. Diese Form des Carsharings ist in der Regel etwas teurer als die Variante mit festem Standort.

Gruppe von Freunden sitzt in einem Carsharing-Auto
Je mehr, desto besser: Wenn ihr euch beim Carsharing eine Fahrt mit weiteren Personen teilt, wird es günstiger. #© Drazen_/iStock

Welche Carsharing-Anbieter gibt es?

Carsharing-Dienste lassen sich unterteilen in private und in kommerzielle Anbieter. Beim privaten Carsharing stellen zwar Einzelpersonen ihre eigenen Autos zur Verfügung, die An-und Vermietung erfolgt allerdings über Plattformen wie Getaround oder Snappcar. Diese erheben in der Regel eine Vermittlungsgebühr.

Daneben gibt es Carsharing-Angebote diverser Unternehmen wie Daimler, BMW, der Deutschen Bahn oder SIXT, doch auch Start-ups wie Oply aus Luxemburg versuchen, auf dem Markt Fuß zu fassen.

Die bekanntesten Carsharing-Anbieter dürften car2go und DriveNow sein, die mittlerweile zu Share Now zusammengeführt wurden. Doch daneben gibt es mittlerweile über 170 Dienste in mehr als 740 Städten und Gemeinden (Stand: Anfang 2019).

Die Kosten für das Carsharing sind bei vielen flexiblen Free-Floating-Anbietern ähnlich und liegen etwa zwischen 19 und 30 Cent pro Minute. Allerdings bieten die Dienste auch Stunden- und Tagespakete an, die meist günstiger sind als die Minutentarife. Bei SIXT könnt ihr ein Auto ab 59 Euro für 24 Stunden mieten, bei DriveNow ab 109 Euro und bei car2go ab 79 Euro. Beim stationsbasierten Carsharing-Anbieter Flinkster gibt es Tagespreise ab 39 Euro.

Für wen eignet sich Carsharing?

Wer weniger als 5.000 bis 10.000 Kilometer im Jahr mit dem Auto zurücklegt, ist laut der Kampagne “Mein Klimaschutz” des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Carsharing günstiger unterwegs als mit einem eigenen Pkw.

Das Mobilitätskonzept eignet sich vor allem für Personen, die gelegentlich und flexibel auf ein Fahrzeug zugreifen wollen. Denn nicht immer sind Autos in der direkten Umgebung sofort verfügbar.

Bislang sind die Carsharing-Dienste vor allem in (größeren) Städten vertreten. Wenn ihr also zentral wohnt, habt ihr gute Chancen, verschiedene Anbieter nutzen zu können. Über die Smartphone-Apps der Dienste könnt ihr vorher checken, ob euer Abfahrtsort und euer Ziel noch im Einzugsgebiet liegen.

Carsharing – neue Form des Teilens und modernes Mobilitätskonzept

  • Beim Carsharing werden Autos von vielen Personen gemeinschaftlich genutzt, was den Ausstoß von CO2 verringern soll.
  • Es gibt Carsharing-Fahrzeuge mit festen Stellplätzen und Wagen, die flexibel abgestellt werden können.
  • Sowohl Privatpersonen als auch kommerzielle Carsharing-Anbieter können Autos zur Verfügung stellen.

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