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Was ihr zu Solarthermie und Photovoltaik wissen müsst

Ihr habt beschlossen, auf Solarenergie zu setzen? Damit ist ein erster Schritt in Richtung Klimaschutz getan. Nun müsst ihr euch noch entscheiden: Solarthermie oder Photovoltaik? Oder ist eine Kombination möglich? Um diese Fragen zu beantworten, solltet ihr die Unterschiede, Vor- und Nachteile kennen. Hier die wichtigsten Infos.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Bevor ihr euch für Solarthermie oder Photovoltaik entscheidet, solltet ihr die Frage klären: Wollt ihr mit Solarenergie Wärme oder Strom erzeugen? Denn die beiden Technologien erfüllen unterschiedliche Zwecke.

Photovoltaik wandelt die Sonnenenergie in elektrische Energie um. Das geschieht über Solarzellen, die als Module einer PV-Anlage auf dem Dach installiert werden. Die Anlage sorgt dafür, dass die Solarenergie zu elektrischem Wechselstrom wird und ins Stromnetz gelangen kann.

Solarthermie dagegen absorbiert die in der Sonnenstrahlung enthaltene Energie und wandelt sie in Wärme um, die zur Wassererwärmung oder – bei einer Kombianlage – auch zum Heizen genutzt werden kann. Dafür sorgen solarthermische Sonnenkollektoren, die ebenfalls auf dem Dach installiert werden. Über sie gelangt die Wärme in einen sogenannten Puffer, der sie speichert und bei Bedarf abgibt. Bei dem Speicher handelt es sich im Prinzip um einen thermisch sehr gut isolierten Wassertank.

Junge Mutter sitzt mit ihrer Tochter auf der Fensterbank
Heizen mit Solarthermie: Die Technologie fängt die Sonnenstrahlung ein und nutzt sie, um Wasser zu erwärmen.#© Halfpoint/iStock

Solarthermie und Photovoltaik im Vergleich: Vor- und Nachteile

Photovoltaikanlage mit Solarzellen auf Hausdach
Wer auf Solarenergie setzt, kann von Fördermöglichkeiten profitieren.#© Kenny10/iStock

Als Verbraucher fragt ihr euch sicher: Was lohnt sich mehr? Photovoltaik oder Solarthermie? Pauschal lässt sich darauf allerdings keine Antwort geben, da der Ertrag unter anderem von eurem Wohnort, der Ausrichtung des Dachs sowie eurem Warmwasser- und Stromverbrauch abhängt. Vor- und Nachteile von Solarthermie und Photovoltaik lassen sich aber gut gegenüberstellen.

Pro Photovoltaik:

  • Eine PV-Anlage ist als Fertigmodul einfacher auf dem Dach zu installieren als ein komplett neues Heizsystem.
  • Mit Photovoltaik lässt sich Geld verdienen: Die Einspeisevergütung liefert über einen Zeitraum von 20 Jahren regelmäßige Einnahmen. Die gewonnene Wärme aus Solarthermieanlagen kann nicht verkauft werden und dient nur dem Eigenverbrauch. Insgesamt wird PV zurzeit noch stärker gefördert als Solarthermie.
  • Mit einer Photovoltaikanlage lässt sich an sonnigen Tagen der Stromverbrauch eines Einfamilienhaushalts decken. Mit Solarthermieanlagen kann auch an sonnigen Tagen in der Regel (noch) nicht der gesamte Warmwasser- und Wärmebedarf eines Haushalts abgedeckt werden.

Pro Solarthermie:

  • Sonnenkollektoren benötigen weniger Platz als PV-Anlagen.
  • Solarthermieanlagen sind in der Regel etwas günstiger als Photovoltaikmodule.
  • Nach der aufwendigen Installation fallen in der Regel keine hohen Wartungs- und Betriebskosten mehr an, weil Solarthermieanlagen unempfindlicher sind als Photovoltaikmodule.

Das Einsparpotenzial bei der Wärmeversorgung ist hoch. Viele Heizkessel in deutschen Haushalten sind ohnehin veraltet und arbeiten ineffizient. Wer über einen klimafreundlichen Austausch der Heizung nachdenkt, kann auf Förder-Unterstützung hoffen. Mehr dazu findet ihr in unserer Infobox.

PV mit Solarthermie kombinieren? Auch das ist möglich!

Übrigens müsst ihr euch nicht zwangsläufig zwischen einer der beiden Technologien entscheiden. Habt ihr ausreichend Platz auf dem Dach und Budget zur Verfügung, könnt ihr auch beide Systeme nebeneinander installieren.

Außerdem gibt es mittlerweile Anlagen, die eine Kombination aus Solarthermie und PPV darstellen. Sie werden als Hybridkollektoren oder auch Photothermie-Anlagen angeboten und wandeln die Sonnenenergie sowohl in Wärme als auch in Strom um.

Das Problem an Hybridmodulen: Zum einen sind solche Anlagen noch recht teuer. Zum anderen können sich beide Technologien gegenseitig stören. Denn die Solarthermie benötigt große Wärme, bei Photovoltaik hingegen fällt der Ertrag umso höher aus, je niedriger die Temperatur der Solarzellen ist.

Eine Lösung wäre hier ein separates Kühlsystem für die Hybridkollektoren, das allerdings mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Auch eine Wärmepumpe kann dafür sorgen, dass Hybridkollektoren effizienter werden. Die Kollektoren nehmen die Energie der Sonnenstrahlen direkt auf und leiten sie an die Pumpe weiter. Eine Wärmepumpe benötigt zwar zusätzliche Energie, diese könnte aber teilweise mit über die PV-Anlage gewonnenen Solarstrom erzeugt werden. Ansonsten könnt ihr natürlich den Reststrom auch von LichtBlick beziehen. Mit unserem Ökostrom heizt ihr somit auch 100% klimafreundlich und CO2-frei.

Solarthermie und Photovoltaik: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Photovoltaikanlagen erzeugen Strom, Solarthermiesysteme eignen sich zur Warmwassererzeugung und zum Heizen.
  • Beide Technologien haben ihre Vor- und Nachteile.
  • Ob sich Photovoltaik oder Solarthermie mehr für euch rechnet, hängt von eurem Wohnort, Dach und Verbrauch ab.
  • Hybridkollektoren wandeln Sonnenenergie in Wärme und in Strom um.

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