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Smart Heating: Wenn die Heizung mitdenkt

Auf dem Weg nach Hause schon mal die Wohnung vorwärmen? Die Smart-Home-Heizung macht es möglich. Mit einem entsprechenden System könnt ihr nicht nur die Heizung von unterwegs per App steuern, sondern auch jede Menge Energie und Geld sparen.

von Kristina

Die Heizung als Energiefresser

Die Heizung ist der größte Energiefresser in bundesdeutschen Privathaushalten. Außerdem entsteht beim Heizen eine Menge klimaschädliches Kohlendioxid – besonders, wenn es sich um ältere Anlagen handelt. Durch falsches Heizverhalten verschwenden wir also nicht nur Energie und Geld, sondern schaden auch unserer Umwelt. Denn Hand aufs Herz: Wer ist nicht schon mal aus dem Haus geeilt und hat vergessen, die Heizung herunterzuregeln?

Ein Katze liegt auf einer Heizung
An kalten Tagen mögen es nicht nur Stubentiger mollig warm – dank Smart Heating lassen sich Energie und Kosten sparen.#© 2Ban/iStock

Wäre es nicht toll, wenn ihr das per Smartphone von unterwegs erledigen könntet – oder euch gar nicht darum zu kümmern bräuchtet? Tatsächlich gibt es bereits entsprechend schlaue Heizsysteme, die unter Schlagworten wie „Smart-Home-Heizung“ oder „Smart Heating“ angeboten werden.

Eine intelligente Heizung ist nicht nur praktisch, sie kann auch ein Weg sein, euren Energieverbrauch beim Heizen zu optimieren. Anbieter gehen von einer Ersparnis von bis zu 30 Prozent aus, verschiedene Studien schätzen sie – je nach ursprünglichem Heizverhalten der Bewohner – auf zwischen zehn und 25 Prozent.

Wie hilft Smart Heating beim Energiesparen?

Grundsätzlich basiert ein smartes Heizsystem auf einer Verknüpfung der Heizung mit dem Internet. Die Smart-Home-Heizung besitzt verschiedene Funktionen, die den Heizprozess an euren Tagesablauf anpassen und dadurch Energie sparen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Steuerung der Heizung in einzelnen Räumen
  • Tag- und Nachtprogramme: Je nach Programmierung reguliert sich die Heizung selbst. Sie fährt beispielsweise zu bestimmten Zeiten automatisch herunter. So spart ihr Heizenergie, wenn alle Bewohner schlafen oder bei der Arbeit, in der Kita oder in der Schule sind. Auf Wunsch heizt das System die Räume rechtzeitig vor, sodass sie warm sind, wenn ihr nach Hause kommt.
  • Personenerkennung: Die Heizung merkt, in welchen Räumen sich Personen aufhalten, und erwärmt dann vor allem diese Zimmer. Nicht oder wenig genutzte Räume heizt das System weniger stark oder gar nicht. Haben alle Bewohner das Haus verlassen, schaltet sich die Heizung automatisch ab.
  • Berücksichtigung von Wetterprognosen: Daten und Vorhersagen können automatisch eingelesen werden, sodass sich die Heizung anpassen kann. Ist es kalt, heizt sie stärker, bei Wärme und Sonnenschein weniger.

Darüber hinaus gibt euch Smart Heating die Möglichkeit, die Heizung zu überwachen. So lassen sich zum Beispiel jederzeit Informationen über die aktuelle Temperatur im Haus oder den Brennstoffverbrauch abrufen.

Falls ihr möchtet, könnt ihr auch Fachhandwerker*innen den Zugriff auf die Kontroll- und Steuerfunktionen der smarten Heizung gewähren. Das ermöglicht Folgendes:

  • Der Fachbetrieb wird direkt über Störungen informiert.
  • Probleme können per Fernwartung behoben werden.

Wie lässt sich die smarte Heizung steuern?
App und Spracherkennung

Die intelligente Heizung lässt sich per App bedienen, statt analog am Regler zu drehen. So könnt ihr auch von unterwegs die Heizung nach euren Wünschen regulieren.

Falls ihr Sprachsteuerungssysteme wie Alexa (Amazon), Siri (Apple) oder Google Assistant nutzt, ist es möglich, diese, je nach Anbieter, ebenfalls mit der intelligenten Heizung zu verknüpfen. Per Zuruf wie „Alexa, stell die Temperatur im Wohnzimmer auf 21 Grad!“ springt dann die Heizung an.

Smart Home: Heizkörperthermostat leicht nachzurüsten

Am leichtesten ist es, eine intelligente Heizung einzubauen, wenn ihr in einem Einfamilienhaus wohnt: Die Technik wird direkt an der Heizungsanlage angebracht und reguliert von dort aus die Temperatur in den einzelnen Zimmern.

Aber auch, wenn ihr in einer Mietwohnung lebt und nicht wisst, wo die Heizungsanlage untergebracht ist, könnt ihr eure bestehende Heizung intelligenter machen. Analoge Geräte lassen sich mit einem Smart-Home-Heizkörperthermostat ausstatten. Diese Thermostate sind leicht nachträglich anzubringen und ersetzen den alten Drehregler – wenn euer/eure Vermieter*in das Okay gibt. Sie steuern die Temperatur über eingebaute Stellantriebe. Integrierte Sensoren messen die Temperatur, vergleichen sie mit den gewünschten Werten und regeln bei Bedarf nach.

Was kostet Smart Heating – und für wen lohnt es sich?

Ein Smart-Home-Heizkörperthermostat zeigt die aktuelle Temparatur an
Smart-Home-Heizkörperthermostate lassen sich relativ leicht nachträglich an der Heizung anbringen.#© djedzura/iStock

Viele Hersteller bieten euch sogenannte Starter-Pakete an. Diese enthalten in der Regel einen Zentralregler („Home Base“) der das System steuert und mehrere Thermostate zur Aufrüstung vorhandener Heizkörper. Solche Einsteiger-Sets kosten zwischen 100 und 350 Euro. Für einzelne Thermostate zahlt ihr zwischen 35 und 70 Euro.

Smart-Heating-Komponenten dürften besonders für diejenigen interessant sein, deren Zuhause eigentlich energetisch saniert werden müsste – dies aber aufgrund hoher Kosten oder anderer Gründe nicht geschieht. Denn die meisten Smart-Heating-Systeme lassen sich installieren, ohne dass umgebaut werden muss. Ersetzen die intelligenten Thermostate die alten Regler, auf denen sich die Temperatur oft nur grob einstellen lässt, hat sich die Anschaffung schnell wieder amortisiert.

Beispiel: Eine Familie mit durchschnittlichem Heizverhalten zahlt für ihre 70 Quadratmeter große Wohnung laut Heizkostenspiegel 2018 im Durchschnitt knapp 790 Euro. Allerdings schwanken die Kosten je nach Gebäudezustand stark:

  • Energetisch gute Wohnungen: 550 Euro
  • Energetisch schlechte Wohnungen: 1.180 Euro

Die Anschaffung von fünf Smart-Heating-Thermostaten kostet etwa 300 Euro – eine Summe, die in einer schlecht isolierten Altbauwohnung mit hoher Heizkostenrechnung bereits nach einem Jahr an Heizkosten eingespart sein könnte.

Smart-Home-Heizung: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Smart Heating spart bis zu 30 Prozent Energie und Heizkosten.
  • Die Heizleistung passt sich an eure individuellen Bedürfnisse an. Sie schaltet sich zum Beispiel automatisch an und ab.
  • Bei Störungen ist eine schnelle Fernwartung durch Fachbetriebe möglich.
  • Bestehende Heizungen lassen sich durch Equipment wie smarte Thermostate aufrüsten – auch in einer Etagenwohnung.

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