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Ihr Betreibt eine Photovoltaik-Anlage? Das müsst Ihr bei der Steuererklärung beachten!

Ihr plant eine PV-Anlage auf eurem privaten Hausdach? Tolle Idee! So helft ihr dem Klima und macht euch ein Stück unabhängig vom Energiemarkt. Allerdings solltet ihr auch das Thema „Photovoltaik und Steuer“ im Blick haben. Die wichtigsten Infos.

Wer Strom verkauft, wird Unternehmer

Eure PV-Anlage erzeugt mehr Strom als ihr selbst verbrauchen könnt? Dann fließt der überschüssige Solarstrom ins öffentliche Netz und ihr profitiert von der Einspeisevergütung. Damit werdet ihr steuerrechtlich zu Unternehmern. Das heißt: Ihr müsst eure gewerbliche Tätigkeit dem Finanzamt melden.

In dem entsprechenden Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Photovoltaik-Anlagenbetreiber beantwortet ihr dann neben den üblichen Angaben für Gewerbetreibende speziell folgenden Fragen:

  • Wo befindet sich die PV-Anlage?
  • Wer ist der Eigentümer?
  • Wer betreibt die Anlage?
  • Wann wurde sie in Betrieb genommen?
  • Was passiert mit dem erzeugten Strom?

Auf den Erlös aus eurer Anlage müsst ihr Einkommenssteuer abführen und eine entsprechende Einkommenssteuererklärung abgeben.

Mann hält Dokumente zu Photovoltaik und Steuer in der Hand
Schon bei der Planung eurer PV-Anlage solltet ihr an die Steuern denken.#© MartinPrescott/iStock

Kleinunternehmer können sich Umsatzsteuer sparen

Ob ihr auch Umsatzsteuer zahlen müsst, hängt davon ab, wieviel ihr mit eurer Anlage verdient. Macht ihr mehr als 17.500 Euro Gewinn im Jahr, seid ihr dazu verpflichtet, die Steuer abzuführen. Ihr liegt darunter? Dann könnt ihr frei entscheiden. Aufgrund der sogenannten Kleinunternehmerregelung habt ihr die Möglichkeit, euch vom Finanzamt von der Umsatzsteuer befreien zu lassen.

Obwohl das erst einmal gut klingt und die Aussicht auf weniger Papierkram verlockend sein mag, kann es manchmal sinnvoll sein, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten und eine Umsatzsteuererklärung anzufertigen. Denn als umsatzsteuerpflichtige Unternehmer genießt ihr einen finanziellen Vorteil: Die sogenannte Vorsteuererstattung. Darüber bekommt ihr zum Beispiel folgende Kosten zurück:

  • die Umsatzsteuer, die ihr beim Kauf der Anlage an den Installateur zahlt
  • Betriebskosten
  • Reparaturen
  • Reinigung

Außerdem erhaltet ihr auch die komplette Mehrwertsteuer für den Kauf der Solaranlage bei der ersten Steuererklärung zurück: Ihr zahlt sie als Vorsteuer in Höhe von 19 Prozent beim Kauf der Anlage – und das Finanzamt erstattet sie euch mit der ersten Umsatzsteuererklärung.

So kommen schnell einige Tausend Euro zusammen. Als Kleinunternehmer hingegen könnt ihr von dieser Möglichkeit nicht profitieren.

Meldet ihr euch umsatzsteuerpflichtig, müsst ihr neben der Einkommenssteuererklärung allerdings auch regelmäßig beim Finanzamt Folgendes einreichen:

  • Umsatzsteuervoranmeldung (monatlich, bis spätestens 10. des Folgemonats)
  • Umsatzsteuererklärung (jährlich)

Photovoltaik: Auf Eigenverbrauch Steuern zahlen?

Hand tippt auf Taschenrechner, daneben viele Papiere
PV-Anlage und Steuern: Es gibt viel zu kalkulieren – und bestenfalls eine Menge zu sparen.#© wutwhanfoto/iStock

Ihr wollt den Strom aus eurer PV-Anlage ausschließlich für euren eigenen, privaten Bedarf verwenden? Dann ist das Thema Steuern für euch schnell abgehakt: Für euch bleibt alles wie gehabt. Allerdings solltet ihr für den Fall, dass euch das Finanzamt doch eines Tages kontaktiert, vorbereitet sein.

Denn dann gilt es, den Fiskus davon zu überzeugen, dass ihr eure Anlage als „Liebhaberei“ betreibt und keine „Gewinnerzielungsabsicht“ verfolgt, wie es offiziell heißt, sprich: den Solarstrom gewinnbringend vermarktet. Ganz leicht fällt euch das, wenn ihr eine sogenannte Inselanlage betreibt, also ein in sich abgeschlossenes, kleines PV-System wie Solarmodule auf dem Balkon – denn damit könnt ihr sowieso keinen Strom ins öffentliche Netz einspeisen.

Anders verhält es sich, wenn eure Anlage mit dem Netz verbunden ist und ihr theoretisch auch Strom verkaufen könnt. Dann solltet ihr für den Fall des Falles eine entsprechende Kalkulation zur Hand haben, die sauber dokumentiert, dass ihr auch über längere Zeit keinen Gewinn mit eurem Solarstrom erwirtschaftet.

PV-Anlagen und Steuer: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ob und welche Steuern ihr für eure PV-Anlage zahlt, hängt von mehreren Faktoren ab.
  • Wer Solarstrom verkauft, wird steuerrechtlich zum Unternehmer und muss sich beim Finanzamt melden.
  • Liegt euer Gewinn unter 17.500 Euro, fallt ihr unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung.
  • Gerade in den Anfangsjahren kann es sich finanziell lohnen, freiwillig Umsatzsteuer zu zahlen – und von der Vorsteuererstattung zu profitieren.

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