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Photovoltaik-Förderung: Wie euch der Staat in Sachen Solarenergie unter die Arme greift

Ihr überlegt, eine PV-Anlage einzurichten, schreckt aber noch vor den Kosten zurück? Das muss nicht sein! Hier findet ihr Infos über allerlei Möglichkeiten der Photovoltaik-Förderung: Von der Einspeisevergütung bis hin zu speziellen Krediten.

von Kristina

Staatliche Förderung von Photovoltaik auf mehreren Wegen

Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) im eigenen Heim ist eine tolle Sache: Ihr könnt euren Haushalt selbst mit sauberem Strom versorgen – und andere noch mit, wenn ihr den erzeugten Strom ins Netz einspeist. Um das kleine Kraftwerk zum Beispiel auf eurem Hausdach einzurichten, müsst ihr allerdings zunächst mehrere Tausende Euro investieren

Photovoltaik-Einspeisevergütung: Die bekannteste Förderung

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Förderung von Strom aus erneuerbaren Quellen regelt die wohl bekannteste Form der PV-Förderung: die sogenannte Einspeisevergütung. So nennt sich ein Geldbetrag, den euch der Staat garantiert, wenn ihr Strom aus eurer Photovoltaikanlage ins öffentliche Netz einspeist – und zwar

  • für jede produzierte Kilowattstunde (kWh),
  • 20 Jahre lang,
  • ab Beginn eurer Stromproduktion.

Diese Photovoltaik-Vergütung verändert sich ständig und ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt worden. Allerdings gilt ab Betriebsbeginn eurer Anlage zwei Jahrzehnte lang immer genau der Betrag, der zu der Zeit aktuell war, als ihr mit eurer Stromproduktion gestartet seid.

Wie hoch die Einspeisevergütung ausfällt, hängt auch von der Art eurer Solaranlage ab. Generell gilt: Je kleiner die Anlage, desto höher die Förderung. Aktuell gelten unterschiedliche Förderbeträge für

  • Ein- und Zweifamilienhäuser (Nennhöchstleistung bis 10 Kilowatt Peak, kurz: kWp)
  • Anlagen auf Nichtwohngebäuden (bis 100 kWp)
  • Verwaltungen, Schulen, Hallen, Überdachungen (10 bis 40 kWp und 40 bis 100 kWp)

KfW: Photovoltaik-Programme mit günstigen Krediten

Neben Einspeisevergütung      werden PV-Anlagen auch indirekt durch Kredite zu besonders günstigen Konditionen unterstützt. Am bekanntesten sind die Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank). Aufgrund öffentlicher Mittel kann diese Förderbank besonders günstige Kredite anbieten.

Die KfW-Bank hilft im Rahmen des Programms 270 „Erneuerbare Energien Standard“ bei „Einrichtung, Erweiterung und Erwerb von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien einschließlich der zugehörigen Kosten für Planung, Projektierung und Installation“, wie es heißt.

Die KfW fördert auch PV-Anlagen im Bestand, allerdings nur, wenn

  • diese nicht länger als zwölf Monate am Netz sind.
  • ihr die Anlage modernisieren möchtet und sie noch keine KfW-Förderung erhalten hat.

Den günstigen Kredit kann fast jeder beantragen, von Privatpersonen über Freiberufler und Landwirte bis hin zu Unternehmen oder gemeinnützigen Organisationen. Den Antrag auf KfW-Förderung für eure PV-Anlage solltet ihr noch in der Planungsphase bei eurer Hausbank einreichen, also bevor ihr Geld investiert.

Ein Paar unterschreibt einen Kreditvertrag zur Photovoltaik-Förderung
Photovoltaik wird bei der KfW-Bank mit besonders günstigen Krediten gefördert.#© Seb_ra/Fotolia

Regionale Förderprogramme nutzen

Abgesehen von den bundesweiten Möglichkeiten existieren auch einige regionale Förderungen, die euch bei der Finanzierung eurer Photovoltaikanlage nützlich sein können. Dazu gehören zum Beispiel Zuschüsse, die Übernahme von Beratungskosten oder Anschaffungshilfen.

Ihr wollt ausfindig machen, ob ihr von regionalen Fördermöglichkeiten profitieren könnt? Dann fragt am besten bei der Stadt- oder Kommunalverwaltung nach. Davon abgesehen lohnt sich eine Recherche in der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Indirekte Förderung durch Steuervorteile

Zwei Männer recherchieren am Tablet nach einer Förderung für ihre Photovoltaikanlage
Ihr plant den Bau einer Photovoltaikanlage? Förderungsmöglichkeiten in eurer Region findet ihr zum Beispiel in der Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.#© AleksandarGeorgiev/iStock

Wenn ihr mit eurer Photovoltaikanlage Strom ins öffentliche Netz einspeist, werdet ihr zu Stromproduzenten und somit grundsätzlich als Unternehmer tätig, zumindest in der Theorie. Daher müsst ihr auf Einspeisevergütung und Eigenbedarf Umsatzsteuer zahlen – allerdings nur, wenn eure jährlichen Einnahmen 17.500 Euro jährlich übersteigen. Ansonsten fallt ihr unter die sogenannte Kleinunternehmerregelung und braucht diese Steuer nicht zu entrichten.

Manchmal kann es sich übrigens auch lohnen, auf diese Regelung zu verzichten: Denn als Betreiber könnt ihr zahlreiche Ausgaben steuerlich geltend machen.

Photovoltaik-Förderung: Die Möglichkeiten auf einen Blick

  • Es gibt mehrere Wege, auf denen eine Solarstromanlage für euch günstiger wird.
  • Wenn ihr Strom ins öffentliche Netz einspeist, erhaltet ihr über die EEG-Einspeisevergütung pro kWh einen garantierten Geldbetrag.
  • Der Bau einer Anlage wird indirekt durch günstige Kredite unterstützt.
  • Auch regionale Fördermöglichkeiten sind eine Option.

 

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