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Atomenergie, nein Danke – auch nicht fürs Klima

Am 11. März 2011 kam es im Kernkraftwerk Fukushima zu einer verheerenden Reaktor-Katastrophe – ausgelöst durch einen Tsunami nach einem Erdbeben. Bis heute haben die Menschen in der Region mit den Folgen zu kämpfen. Der Super-GAU war für die Bundesregierung Anlass, ihren Ausstieg vom Atomausstieg rückgängig zu machen und dass alle AKW abgeschaltet werden. Am 31. Dezember 2019 wird nun im Atomkraftwerk Philippsburg der nächste Reaktor stillgelegt. Für uns ein Grund, auf die Diskussion rund um Atomenergie, Stromversorgung und Klimaschutz zu schauen.

von Anke

Atomenergie in Deutschland 

Seit Anfang der 1960er Jahre erzeugen Atomkraftwerke in Deutschland Energie. Allerdings bis heute zu sehr hohen Kosten: Mit rund 204 Milliarden Euro staatlichen Subventionen zwischen 1950 und 2010 war Atomenergie nie wirklich günstig. Hinzu kommen die Kosten, die die Energiekonzerne als Entschädigung für die Stilllegungen verlangen und die für den Abriss der Atomkraftwerke sowie die Lagerung des Atommülls entstehen – diese dürften im höheren dreistelligen Milliardenbereich liegen.

Ein unkontrollierbares Risiko 

Vielen von euch sind sicher noch die Reaktor-Unfälle von Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 in Erinnerung. Seit dem Start der Atomenergie-Nutzung hat es weltweit jedoch mehr als 30 Unfälle in Atomkraftwerken gegeben. Das zeigt, wie riskant und unkontrollierbar die Technologie ist. Die Folgen für Menschen nach einem GAU sind auch nach Jahren oder Jahrzehnten noch spürbar und bedrohlich. Hinzu kommen die Umweltkosten: Alleine die Super-GAUs in den AKW von Tschernobyl und Fukushima haben riesige unbewohnbaren Flächen zurückgelassen. Diese beiden Unfälle waren die schwersten, aber nicht die einzigen Störfälle oder "meldepflichtigen Ereignisse" – sie haben jedoch das Vertrauen in einen sicheren Betrieb dieser Technologie zerstört.

Wohin mit dem Müll?

Neben den Risiken während der Laufzeit ist eines der größten, ungelösten Probleme bei der Atomenergie der Umgang mit dem Atommüll. Obwohl es die Technik seit knapp 60 Jahren in Deutschland gibt, wissen die Konzerne bislang nicht, wohin mit dem giftigen Müll aus den Kraftwerken. Zwischen Ende der 1960er bis 1970er Jahre wurden Fässer mit Atommüll in die Schachtanlage Asse in Niedersachsen entsorgt. Und vor einigen Jahren wurde bekannt – das Endlager ist nicht für die ewige Lagerung des strahlenden Ablaufs geeignet. Doch das Problem ist: Es gibt keine Alternative. Momentan läuft noch die Suche nach einem neuen Endlager in Deutschland. In anderen Ländern sieht der Umgang mit dem Müll aus den Atomkraftwerken nicht wesentlich besser aus.

Atommüll-Fässer die übereinandergestapelt sind
Wird oft und gerne ausgeblendet – Atomenergie mag CO2-freie Energie erzeugen, aber der Atommüll ist alles andere als klima- und umweltfreundlich. © iStock / thall

Und was kostet das alles? 

Die Kosten für den Atomausstieg und die Entsorgung des Atommülls sind aktuell nicht wirklich zu bestimmen. Die Bundesregierung hat festgelegt, dass die Konzerne 24 Milliarden Euro in einen Staatsfonds einzahlen sollen. Diese sollen sich durch geschickte Finanzanlagen bis 2100 auf knapp 170 Milliarden Euro vermehren. Doch es ist fraglich, ob diese Summe überhaupt reicht, um die Folgen der Atomenergie zu begleichen. Nur ein Beispiel: Allein die Kosten für den Rückbau von Fukushima könnten sich auf 180 Milliarden Euro belaufen. 

Unser Fazit

Schon vor 20 Jahren war Atomenergie keine gute Option im Kampf gegen die Klimakrise. Und heute braucht sie tatsächlich keiner mehr: Neueste Studien zeigen überaus deutlich, dass die Atomenergie keine Option für den Klimaschutz sein kann. Die Bauzeiten neuer Atomkraftwerke sind viel zu lang - dafür gibt es genügend Beispiele aus den vergangenen Jahren in Europa und weltweit -, die Baurate ist zu klein und die Option ist viel teurer als die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien.

Atomkraft nein Danke-Fahne
Für uns steht fest – Atomenergie ist und bleibt keine Alternative zu erneuerbaren Energien. © iStock / PhotographerCW

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