5 Klimareformen5 Klimareformen

LichtBlick hat 5 Klimareformen erarbeitet, die Klimaneutralität bis 2035 möglich machen

Die Wahl 2021 wird zur Klimawahl. Ihr Ausgang entscheidet, ob wir die Klimaziele des Pariser Abkommens erreichen. Klar ist: Es braucht große politische Veränderungen.

Was ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)?

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Windräder
1.

Ausbautempo bei Wind und Solar verdoppeln

Ohne wesentliche Beschleunigung des Wind- und Solarstromausbaus sind die Klimaziele nicht zu schaffen. Um bis 2035 vollständig auf Ökostrom umsteigen zu können, müssen wir das aktuelle Tempo mindestens verdoppeln. Dafür muss die Energiewende entbürokratisiert und der Strommarkt voll auf erneuerbare Energien ausgerichtet werden.

Frau vor Laptop
2.

EEG-Strom aus neuen Anlagen für Haushalte und Unternehmen

Die Nachfrage nach Ökostrom wächst in Deutschland enorm. Doch Ökostrom ist ein sehr knappes Gut, denn es ist nicht erlaubt, solchen, der über das EEG gefördert wurde, direkt als Ökostrom zu verkaufen. Dadurch entsteht eine wachsende Ökostromlücke. Das muss sich ändern. Daher fordert LichtBlick, Strom aus den neuen EEG-Anlagen künftig direkt an Kund*innen verkaufen zu können. Außerdem sind in Deutschland viel mehr förderfreie Solar- und Windparks nötig, die sich über langfristige Lieferverträge (PPA) refinanzieren. Staatliche Bürgschaften könnten in der Startphase dafür sorgen, dass dieser Markt endlich auch in Deutschland Fahrt aufnimmt.

Was ist das EEG?
Kraftwerk
3.

EEG-Umlage abschaffen, CO₂-Preis erhöhen

Dreckige Energie muss teuer, saubere Energie preiswert werden. LichtBlick fordert deshalb eine Preisreform. Der CO₂-Preis für Brenn- und Treibstoffe aus klimaschädlichem Erdgas und Erdöl soll erhöht, die EEG-Umlage abgeschafft werden. Damit würde Strom für alle um 6,5 Cent pro Kilowattstunde günstiger. Einkommensschwache Haushalte sollten zusätzlich ein „Bürger*innen-Geld“ erhalten, um die Mehrkosten für dreckige Energie ausgleichen zu können.

Was ist das EEG?
Elektromobilität
4.

Wettbewerb und Ökostrom an der Ladesäule

Strom tanken ist in Deutschland immer noch ein Abenteuer. Probleme bei der Nutzung und dem Bezahlvorgang an Ladestationen sowie intransparente und überhöhte Preise sind ein echtes Hindernis für die Verbreitung der Elektromobilität. Der Grund dafür ist, dass die Ladesäulenbetreibenden allein entscheiden, welcher Strom durch ihre Ladesäule fließt und wie viel Geld sie dafür nehmen möchten. LichtBlick fordert einen fairen Wettbewerb an den Ladesäulen. Elektro-Mobilist*innen sollen an jeder öffentlichen Ladesäule den Strom frei wählen und zu einem fairen und transparenten Preis tanken können. Dazu braucht es ein Durchleitungsrecht für alle Stromversorger. Bedeutet: Stromversorger wie LichtBlick können Strom an Ladepunkte liefern, sodass dort alle direkt klimaneutralen Ökostrom beziehen können.

Solaranlagen
5.

Solarpflicht für alle Neubauten

Nur etwa jedes zehnte Dach in Deutschland trägt eine Solaranlage. Das ist erschreckend, denn jedes kahle Dach bedeutet eine vertane Chance für den Klimaschutz. LichtBlick fordert deshalb, bundesweit eine Solarnutzungspflicht für alle Neubauten einzuführen. Hausbesitzende sollten dabei entscheiden können, ob sie eine PV-Anlage selbst installieren oder ihre Dachfläche in ein Verpachtungskataster eintragen wollen. Über dieses kann die Dachfläche für den Bau und Betrieb einer PV-Anlage von Dritten gepachtet werden. So würde nicht nur der Bau neuer Solaranlagen auf Dächern boomen, sondern auch der Markt für die preisgünstige Versorgung mit Solarstrom vom eigenen Dach.

EEG
Was ist das EEG?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) soll den Ausbau von Energieerzeugungsanlagen vorantreiben, die Strom durch erneuerbare Energien erzeugen. Dazu zählen beispielsweise Solar- oder Windenergieanlagen an Land. Es hat sich dabei als wichtigster Antrieb der Energiewende erwiesen. Die erste Fassung des EEG trat im Jahr 2000 in Kraft. Das Gesetz ist seit seiner Einführung politisch umstritten und wurde vielfach geändert. Es verpflichtet die Netzbetreiber, die über das EEG geförderten Anlagen ans Netz anzuschließen und deren Strom bevorzugt ins Netz einzuspeisen und zu nutzen. Außerdem erhalten die Erzeuger*innen von Strom aus erneuerbaren Energiequellen eine finanzielle Förderung in Form einer festen Vergütung pro Kilowattstunde eingespeisten Strom. Die Förderung läuft über einen Zeitraum von 20 Jahren. Die Höhe der Vergütung ist bei kleineren Anlagen im Gesetz festgeschrieben, bei großen Anlagen wird sie über Ausschreibungen am Markt ermittelt. Die Erzeugungskosten für Strom aus erneuerbaren Energien liegen in der Regel über dem Börsenpreis. Anlagenbetreiber*innen erhalten zum Ausgleich der Differenz zwischen Erzeugungs- und Börsenpreis die EEG-Vergütung. Dadurch entstehen Mehrkosten, die über die EEG-Umlage auf den Strompreis umgelegt werden und – mit einigen Ausnahmen – von allen Stromverbraucher*innen zu bezahlen sind. Die Höhe der Umlage wird jährlich neu festgesetzt. Aktuell liegt sie bei 6,5 Cent pro Kilowattstunde. Sie läge höher, wenn nicht seit Beginn dieses Jahres erstmals ein Teil der Mehrkosten durch Steuermittel aus dem Bundeshaushalt gedeckt würde.

Wie wir 2035 klimaneutral leben

Die 1,5-Grad-Marke: nicht nur eine einfache Zahl, sondern ein wichtiges Ziel. Es einzuhalten schaffen wir nur, wenn Deutschland bis 2035 klimaneutral wird. Wie das gelingen kann? Der LichtBlick Klimareport liefert Antworten.

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