Klimaneutral Leben 2035

14 Jahre - viel zu tun: diese 5 Dinge müssen sich verändern

Das Jahr 2035

Bei Energie und Mobilität lassen sich 5 Themenfelder ausmachen, in denen sich etwas verändert hat.

Sauberer Strom

Sauberer Strom

Für alle grün und günstig, z.B. aus Sonnenkraft!

Stromnetze

Stromnetze

Stabile Netze und faire Kosten(-verteilung)!

Mobilitaet

Mobilität

Klimaneutral von A nach B!

Sonnenwaerme für Zuhause

Wärme

Ein nachhaltiges Zuhause – ohne fossile Brennstoffe!

Dienstleistungen

Dienstleistungen

Information is king – Transparenz auch!

Sauberer Strom

1. Grün ist günstig. Dreckig ist teuer!

Saubere Energie ist preiswert, dreckige Energie ist teuer. Damit lohnt es sich für alle, etwas fürs Klima zu tun.

2035 ist das Ziel erreicht: Fossile Energien wurden verteuert, erneuerbare preiswert gemacht. Weil die Nutzer:innen „dreckiger“ Energie – vor allem aus Kohle, Erdgas und -öl sowie Benzin und Diesel – einen immer höheren CO₂-Preis bezahlen müssen, beziehen die Menschen die preiswertere Ökoenergie. Das ist nur fair, denn jede Tonne CO₂ erzeugt Schäden – zum Beispiel in der Umwelt oder für die Gesundheit.

Windkraft

Wer dreckige Energien erzeugt oder nutzt, trägt direkt die damit verbundenen Folgekosten. Auch Verbraucher:innen müssen dann für Diesel, Benzin, Heizöl oder Erdgas tiefer in die Tasche greifen. „Dann doch lieber sauberer Strom zu günstigen Preisen“, denken sich jetzt viele. 2035 fließt deshalb nur noch Ökostrom in den Leitungen und auch im Verkehr und bei der Wärmeversorgung ist der saubere Strom die Energiequelle Nummer eins.

2. Sonnenkraft satt für Hausbesitzende und Mieter:innen!

Der Siegeszug der Solarenergie hat sich im Laufe der 2020er Jahre deutlich beschleunigt. Eine umfassende Solaroffensive und ein neues Solarstromgesetz haben dazu beigetragen, dass heute die meisten Häuser Strom auf dem Dach erzeugen. Ein Bestandteil ist die Einführung einer Solarpflicht für Neubauten.

Sonnenenergie

Besonders nützlich: Hausbesitzende können ihr Dach auch in einem Solarkataster, d.h. das eigene Dach auch zur Verpachtung, anbieten. Bau und Betrieb wird dann über einen Dienstleister abgewickelt. 2035 gibt es nun einen dynamischen Markt für
Solarenergie und vielfältige Dienstleistungen rund um die Versorgung mit erneuerbaren Energien.

Stromnetze

3. Suche Schwarm, biete Strom!

Strom einfach kaufen und verkaufen, denn der Strommarkt wurde endlich geöffnet. Jede:r kann 2035 Strom ins Netz einspeisen – und mit seinem Homemade-Strom einen eigenen Beitrag zur Energiewende leisten. Das Stromnetz ist nicht länger Hindernis für die eigene Energiewende, sondern macht es einfach, je nach Bedarf ganz flexibel mal Strom einzuspeisen, den Stromverbrauch zu drosseln oder Speicherkapazität anzubieten. Wer mag, steuert das Ganze selbst über eine Klima-App. Wem das zu aufwendig ist, der beauftragt einen Klimadienstleister damit.

Stromnetze

4. Stabile Stromnetze und transparente Kostenverteilung!

Endlich fair verteilte Netzentgelte! Statt intransparenter Beträge, die Verbraucher:innen bisher für ihre Netznutzung bezahlen mussten, zahlt jetzt jede:r eine feste Gebühr für seinen Anschluss – gestaffelt nach der Anschlussleistung. Der Flickenteppich aus über 800 teils winzig kleinen Netzbetreibern wurde in 20 regionale Netzcluster aufgeteilt. Das beschleunigt die Digitalisierung und senkt Betriebskosten. Auch Kostenabrechnungen sind nun in Echtzeit einsehbar. So behalten Kundinnen und Kunden den Überblick und Stromsparen wird leicht gemacht.

Mobilität

5. (Klima-)Freie Fahrt für alle!

Pendeln ohne Klimagase, denn endlich wurde genug Geld für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs bereitgestellt. Mehr Busse und Bahnen ziehen mehr Fahrgäste an. Außerdem ist das 365 Euro-Ticket für den ÖPNV ebenso Realität wie der Deutschland-Takt im Fernverkehr. Fahrtzeiten sind viel kürzer, weil jede:r nahtlos den Anschluss erreicht und das Schienennetz verbessert wurde. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern macht auch alle Pendler:innen froh. Außerdem fahren Busse und Bahnen klimaneutral mit Ökostrom oder Wasserstoff.

Auto laden

In den Städten hat sich ebenfalls vieles verändert. Innerstädtische Tempolimits sowie höherer Bußgelder für Falschparker:innen sind vielerorts Normalität. So fließt auch der Fuß- und Radverkehr deutlich besser. Es gibt viel weniger Parkplätze als früher (und damit mehr Platz) – weil sie nicht mehr benötigt werden. „Tür-zu-Tür“ Verkehr mit dem Auto ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Stattdessen wurde das Fuß- und Radverkehrsnetz ausgebaut und ermöglicht eine lückenlose, sichere, umwegfreie und attraktive Mobilität.

6. Laden endlich klimaneutral!

Klimaneutrales Leben in Deutschland hängt maßgeblich vom Autoverkehr ab. Der lange Abschied vom klassischen Verbrennungsmotor wurde auch in Deutschland bis Ende der 2020er Jahre vollzogen. Seitdem dürfen nur noch Neuwagen mit klimaneutralen Antrieben zugelassen werden. Möglich ist das unter anderem deshalb, weil die Ladeinfrastruktur enorm ausgebaut wurde.


E-Auto an Ladesaeule

In der gesamten Republik können E-Autos 2035 kinderleicht geladen werden – überall, mit Ökostrom und zu transparenten Tarifen. Das ist heute der Normalfall. Häufig wird direkt eine Kombination mit dem Stromtarif für zuhause genutzt. Superpraktisch!

Wärme

7. Das klimaneutrale Zuhause!

Sozialgerecht sanieren und Energie sparen. Eine Drittelung der Sanierungskosten zwischen Staat, Eigentümer:in und Mieter:in hat den langjährigen Zielkonflikt zwischen Klimaschutz und bezahlbaren Mieten entschärft. Neue Fördermittel und Kostensenkung durch eine serielle Sanierung haben zu einem Boom geführt. Eine neue Regelung führt dazu, dass Besitzer:innen für ihre Gebäude individuelle Sanierungsfahrpläne erstellen mussten – bei vielen waren diese schon längst überfällig. Zusammen mit der üblich gewordenen Solarenergieerzeugung auf dem Dach sind viele sanierte Gebäude jetzt Nullenergiehäuser, die nicht mehr Energie verbrauchen, als sie selbst erzeugen.

Waerme

8. Es wird ganz warm ums Herz – aber erneuerbar!

Es war schon lange überfällig: das Verbot von Heizungen mit fossilen Brennstoffen. Denn klimaneutrale Energieversorgung und Brennstoffe wie beispielsweise Erdgas schließen sich nun einmal aus. Preiswerte Alternativen und ein Förderprogramm erleichterten den Umstieg. Viele Wärmenetze sind jetzt auf erneuerbare Wärme und Abwärme umgestellt und neue (intelligente) Heizsysteme kommen auf den Markt, die Wärmequellen miteinander kombinieren. Kalte Füße bekommt also auch mit klimaneutralen Heizungen niemand.

Dienstleistungen

9. Beratung, Beratung, Beratung!

Das Klima geht uns alle an. Wie Klimaneutralität im persönlichen Leben aussehen kann, wo es welche Förderungen gibt und wer für welche Anliegen zuständig ist, das wird ganz klar geregelt. Lokale und gut vernetzte Energie- und Klimaschutzagenturen beraten Menschen und Unternehmen offen und kostenlos zu allen wichtigen Energiethemen. „Hab’ ich nicht gewusst“, kann man nur noch schwer für sich in Anspruch nehmen. Neben Beratungen gibt es auch ein breites Angebot an Förderungen und Prämien. Ob Sanierung, ÖPNV oder Ladesäulen – hier wird jede:r fündig.

Menschen zusammen

10. Neutral ist positiv!

Klimaneutral leben ist im Jahr 2035 wirklich leicht und das fühlt sich gut an. Es wird allerdings immer einen (inzwischen kleineren) Teil geben, den wir nicht reduzieren können. Für diese unvermeidlichen Emissionen gibt es die Möglichkeit zur Kompensation. Besonders praktisch: Das geschieht ohne großen Aufwand über eine App, die auch den persönlichen CO₂-Fußabdruck ausweist.

Ruhiges Gewaesser

Da der Begriff „klimaneutral“ inzwischen gesetzlich definiert ist, haben Mogelpackungen hier keine Chance mehr. Vor allem eine Moorschutzstrategie, Projekte zur Wiederbewaldung und die Agroforstwirtschaft sind feste Säulen der CO₂-Kompensation geworden.

Wie wirken sich diese Veränderungen konkret auf den CO₂-Fußabdruck aus?

Zum Ausblick

Eines wird ganz deutlich:

Verhältnisse müssen sich ändern, damit sich Verhalten ändert. Klimaneutrales Leben wird 2035 normal sein – doch dafür müssen wir jetzt gemeinsam die Weichen stellen. Alle Ergebnisse gibt es im vollständigen Report.

Weniger ist mehr. Und gar nichts ist unser Ziel.

Klingt verwirrend? Ok, kleiner Tipp: Es geht um CO₂. Wie wir es gemeinsam vermeiden, reduzieren und kompensieren können – um klimaneutral zum neuen Normal zu machen.

Mehr zum neuen Normal