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Wohlfühlort fürs Viertel

17.01.2019

 

Ein gemütlicher Ort, an dem sich Hans und Franz treffen, zusammen futtern, trinken und manchmal auch auf den Tischen tanzen – so beschreiben die Betreiber ihre „alternative Tapas-Bar“, die 2009 am Lorsenplatz gegründet wurde und seit 2014 in der Amundsenstraße zu Hause ist. „Uns wurde schon öfter gesagt, dass die wohltuende, familiäre Offenherzigkeit unserer Crew den Laden ausmacht – und so soll es auch sein“, erzählt Matze. Er ist einer der sechs Freunde, die das El Brujito betreiben – viel mehr als Herzensangelegenheit denn als Geschäft. Die meisten haben noch andere Jobs. „Wir müssen natürlich auch Rechnungen bezahlen, aber dieses Projekt machen wir, weil wir gern aktive Bewohner Altonas sind“, so Matze. „Wir haben schlicht Freude daran, den Menschen im Viertel und drumherum einen Wohlfühlort zu bieten, an dem sie Freunde treffen oder kennenlernen können.“

Ein Anliegen, das auch durch schwere Zeiten half: Zuerst musste das El Brujito weg vom Lorsenplatz – wurde „bilderbuchmäßig weggentrifiziert“. Und als endlich ein neuer Standort gefunden und der Umzug geschafft war, starb völlig unerwartet der Gründer und Inhaber der damals schon beliebten Nachbarschaftskneipe, Karsten Siem. „Mit gebrochenen Herzen standen wir plötzlich vor der Frage, ob wir das El Brujito ohne ihn und ohne große kaufmännische Erfahrungen weiterführen wollen und können.“ Für das „Ja“ sorgten schließlich auch Freunde, Bekannte und Gäste. Sie ermöglichten den Erhalt des El Brujito per Crowdfunding-Kampagne.

Eine St.-Pauli-Kneipe für St.-Pauli-Fans? „Fußballfans sind wir komischerweise alle nicht – aber wir finden es toll und beeindruckend, für wie viele soziale und kulturelle Knotenpunkte die St.-Pauli-Fanszene hier sorgt. Generell sind uns Fußballfarben oder Vereinszugehörigkeiten vollkommen egal. Unsere Tür steht allen offen – solange sie respektvoll miteinander umgehen.“ Respektvoll umzugehen versuchen sie im El Brujito auch mit Ressourcen – das wiederum passt zu KiezStrom: „Generell versuchen wir Strom nicht über unseren Bedarf hinaus zu verschwenden. Natürlich freuen wir uns aber auch, dass wir zumindest indirekt etwas Gutes beitragen können, wenn wir auch an schlecht besuchten Abenden mal alle Lichter anlassen.“

www.el-brujito.de