14. Dezember 2018

Jahresrückblick aus dem Regenwald

Seit vierzehn Jahren schützen wir Regenwald in Ecuador – pro Kunde und Monat stellen wir einen Quadratmeter Regenwald unter Schutz. Regelmäßig berichtet Carlos Zorrilla von DECOIN, unserem Partner vor Ort, über Aktuelles aus der Intag-Region. Im aktuellen Bericht blickt er auf das Jahr 2018 zurück.

 

Regenwald-Schutz ist wichtiger denn je

Regenwald-Schutz heißt auch Trinkwasser-Schutz, Foto: Mara Berg/LichtBlick
Regenwald-Schutz heißt auch Trinkwasser-Schutz,
Foto: Mara Berg/LichtBlick

Wieder geht ein Jahr seinem Ende entgegen. Trotz mancher Frustration war es auch ein sehr erfolgreiches Projektjahr für GEO schützt den Regenwald, LichtBlick und DECOIN.

Vor kurzem ist mir klar geworden, dass unsere Zusammenarbeit demnächst seit 15 Jahren bestehen wird. Nur diese langfristige Kooperation hat es möglich gemacht, dass die Intag-Region als Modell für gemeindebasierten Naturschutz bekannt geworden ist. Das LichtBlick-Projekt hat uns ermöglicht, rund 8.000 Hektar Bergnebelwald zu schützen. Insgesamt sind in Intag 13.000 Hektar Wald geschützt. Tausende Bewohner der Region verdanken die Versorgung mit sauberem Trinkwasser dem Projekt. Manchmal vergessen wir, wie wichtig dieser Teil der Naturschutzarbeit ist. Doch das saubere Trinkwasser trägt dazu bei, die Gesundheit der Menschen zu bewahren, die sich für den Naturschutz engagieren. Und es ist für Menschen der wichtigste Anreiz, um ihre Waldflächen zu beschützen. Auf diese Weise gewinnen alle – das ist das Ziel aller Naturschutzprogramme, doch nur die wenigsten erreichen es tatsächlich.

 

Umweltbildung


Umweltbildung ist ein wichtiges Element beim
Regenwald- und Klimaschutz, Foto: Susana Navarrete

Vor mehr als einem Jahrzehnt haben wir begriffen, dass die Menschen ein ökologisches Grundverständnis brauchen. Denn ohne dieses Verständnis wird ihr Wunsch die verbleibenden Wälder der Region zu bewahren zum Scheitern verurteilt sein. Und so begannen wir, so viel Geld wie möglich in Umweltbildungsmaßnahmen zu investieren und hierfür auch zusätzliche Mittel einzuwerben. Unsere Philosophie wird geleitet durch den alten, aber sehr wahren Spruch, dass wir nur das schützen, was wir lieben und nur lieben, was wir zu lieben gelernt haben. Da die Schulen absolut kein Wissen über die spektakuläre Natur der Intag-Region vermittelten, mussten wir alles daransetzen, in der Bevölkerung die Kultur des Umweltschutzes zu verankern, der Wertschätzung der Natur. Unsere Umweltbildungsaktivitäten in diesem Jahr haben 495 Schüler von 15 Grund- und weiterführenden Schulen erreicht, ein Programm, das zum großen Teil durch das Projekt finanziert worden ist. Dank LichtBlick konnten wir 400 Grundschüler mit dem Buch “Der große Kapokbaum” beschenken – ein wundervoll illustriertes Kinderbuch mit einer starken Botschaft für den Naturschutz. Die Umweltbildung beinhaltete auch Ausflüge in die Natur – meist in Gegenden, aus denen das Trinkwasser der Gemeinden stammt. Das ist der beliebteste Teil der Umweltbildungs-initiative; oft sind Eltern interessiert, ihre Kinder auf den Ausflügen zu begleiten.

 

Landkäufe

Wenn Sie dies lesen, haben wir 93 Hektar Wald gekauft; er wird den Schutzwald der lokalen Regierung des Bezirks Cuellaje vergrößern, dessen Fläche nun auf mehr als 4.000 Hektar angewachsen ist. Der Großteil der Gemeindeflächen grenzt an das Cotacachi-Cayapas Naturreservat – eines der bedeutendsten Naturschutzgebiete weltweit.

Die Waldkauf-Prozesse in diesem Jahr liefen quälend langsam ab. Der Preisanstieg für Land wurde verschärft, nachdem die Regierung die Straße nach Intag asphaltiert hat. Eine weitere Erschwerung der Landkäufe brachte der Wegfall einer speziellen Landsteuer, die die Vorgänger-Regierung eingeführt hatte. Zuvor war diese Steuer für die Menschen ein Anreiz, um große Landflächen zu verkaufen und auf diese Weise ihre Steuerlast zu verringern. Ein weiterer Kauf von 267 Hektar Wald ist in Vorbereitung.

 

Bergbau und Zukunftsaussichten

Ein besonderer Erfolg des Projekts ist, dass es die Bergbaufirmen dort, wo die Gemeinden in Besitz ihres Wassereinzugsgebietes und von Schutzwaldflächen sind, nicht gewagt haben Probebohrungen zu initiieren. Das heißt, neben der Versorgung mit sauberem Trinkwasser und dem Schutz der Waldbewohner und ihrer Lebensräume, sind die Gemeindeschutzgebiete eine wirksame Barriere gegen Bergbau!

Wir hoffen, dass das Projekt noch lange weitergeht. Die Welt benötigt ganz dringend Beispiele von Regionen, in denen Mensch und Natur positiv miteinander agieren. Und hier haben wir ein positives Beispiel, und was für eines! Und DECOIN wird weiterhin den Schutz dieser wundervollen und artenreichen Wälder vorantreiben. Darauf stoßen wir an: Auf unsere Kooperation im kommenden Jahr!

 

Unsere Autorin


Anke Blacha
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