Fragen und Antworten zur THG-Quote

Emissionshandel erklärt: Hier findet ihr alles Wissenswerte.

Fragen zur Anmeldung

  • Auch in diesem Fall ist der gesamte Schätzwert anrechenbar. Bei einem Neuwagen bekommst du unabhängig vom Datum der Fahrzeugzulassung den vollen Betrag. Bei einem Gebrauchtwagen kann es sein, dass der/die Vorbesitzer*in das Fahrzeug bereits registriert hat. In diesem Fall bekommst du den Betrag ab dem Folgejahr.

  • Ja, grundsätzlich gilt: Besitzt du das Auto und den Fahrzeugschein, bist du zur Teilnahme an der Registrierung berechtigt. Sprich bei Rückfragen einfach deine/n Arbeitgeber*in direkt an.

  • Ja, sofern du Halter*in des Fahrzeugs bist und den Fahrzeugschein besitzt, kannst du das Fahrzeug registrieren.

  • Eine Meldung für das jeweils vorangegangene Jahr ist stets nur bis zum 28. Februar möglich. Private Halter*innen können ihr E-Auto erstmalig für das Jahr 2022 anmelden.

  • Die THG-Quote wird einmal pro Jahr gewährt. Wird ein E-Auto verkauft, kann nur eine Person die THG-Quote für das laufende Jahr beantragen: entweder der/die Vorbesitzer*in oder der/die neue Besitzer*in. Erst im Folgejahr ist die Beantragung wieder ausschließlich durch den/die Käufer*in möglich.

Fragen zur THG-Quote

  • Die Minderung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor wird vor allem über drei Ansätze verfolgt:

    1. Reduzierung des Verkehrsaufkommens

    2. Verlagerung des Aufkommens auf emissionsärmere Verkehrsmittel

    3. Umstieg auf alternative, klimaschonende Antriebsarten

    Vor allem der dritte Ansatz soll durch die THG-Quote angeregt werden. Der Hintergedanke: Wer CO₂-emittierende Kraftstoffe in den Verkehr bringt, muss dafür zahlen – und zwar Jahr für Jahr mehr. Diese steigenden Kosten werden die Mineralölkonzerne auf die Preise umschlagen: Benzin und Diesel werden immer teurer. So sollen Autofahrer sowie Fuhrpark- und Flottenbetreiber animiert werden, auf sauberere Antriebe umzusteigen. Leider können nicht alle Mobilitätsanforderungen mit Fahrrad & Co. gelöst werden. Daher unterstützt das Instrument der THG-Quote zumindest einen Übergang zu anderen klimaschonenden Antriebsarten, wie etwa E-Mobilität.

  • Verpflichtend ist die THG-Quote für Unternehmen, die Kraftstoffe vertreiben. In der Regel sind das die Mineralölkonzerne. Sie müssen die Treibhausgasemissionen, die bei der Herstellung und Nutzung ihrer Produkte entstehen, vermindern. Dies können sie durch den Einsatz von Biokraftstoffen möglich machen – aber auch durch den Erwerb von THG-Einsparungen, z. B. von emissionsfrei fahrenden Elektroautos. Gut für alle, die ein E-Auto besitzen. Denn wenn ihr schon heute auf emissionsarme Kraftstoffe setzt, profitiert ihr gleich doppelt: Ihr schont Klima und Umwelt – und könnt eure THG-Quote verkaufen.

  • Der Wert vermiedener Treibhausgasemissionen, also die THG-Quote für ein Elektroauto, wird gesetzlich festgelegt. Die Grundlage dafür bildet ein Verbrauchswert von 1,9 Megawattstunden pro Fahrzeug. Der wird dann mit dem THG-Emissionswert multipliziert, den das Umweltbundesamt festlegt. Beim aktuellen Wert sind das jährlich 270 Kilogramm CO₂. Damit regt die neue Quotenregelung den Umstieg auf klimaschonende Kraftstoffe gleich doppelt an:

    1. Wer auf alternative Kraftstoffe umsteigt, erhält einen direkten finanziellen Anreiz.

    2. Benzin und Diesel werden durch die THG-Quote teurer – und so immer unattraktiver.

  • Die THG-Quote allein löst nicht das Klimaproblem im Verkehr. Zur Verkehrsvermeidung oder zur Verlagerung auf das Fahrrad oder den öffentlichen Verkehr trägt sie kaum bei. Sie unterstützt aber den Umstieg auf klimaverträgliche Antriebe und muss im Zusammenspiel mit den CO₂-Flottengrenzwerten sowie der aktuell üppigen Förderung der E-Mobile und der Ladeinfrastruktur gesehen werden. Nur zusammen führen diese Instrumente dazu, dass zum einen Autos klimaverträglicher werden – und zum anderen auch die Mineralölwirtschaft ihren Teil zum Klimaschutz beiträgt. Die THG-Quote macht konventionellen Kraftstoff nach und nach teurer. So wird dessen Marktstellung gegenüber klimaverträglicheren Alternativen immer weiter verschlechtert. Dass Fahrer*innen von Diesel- und Benzinfahrzeugen letztlich einen weiteren Anreiz für den Umstieg auf E-Mobile finanzieren, entspricht dem Verursacherprinzip.

    Neben allen Vorteilen sieht LichtBlick die Umsetzung des THG-Quotenhandels in Deutschland kritisch:

    Punkt 1: Die THG-Quote macht keinen Unterschied zwischen Ökostrom und Normalstrom, obwohl Ökostrom eine vielfach bessere Klimabilanz hat. Diese Benachteiligung von sauberem Strom muss durch eine Anrechnung der tatsächlichen CO₂-Emission korrigiert werden. Nur bei Ökostrom läge diese bei annähernd null. Bislang wird jedoch nur Strom aus eigenen PV-Anlagen bevorzugt – und auch nur dann, wenn diese nicht ans Netz angeschlossen sind. Diesen Fall gibt es in der Realität allerdings so gut wie nie.

    Punkt 2: Die Lenkungswirkung der THG-Quote wird massiv eingeschränkt, da z. B. Betreiber öffentlicher Ladesäulen die Einnahmen aus dem THG-Quotenhandel einstreichen, während die Stromlieferanten leer ausgehen. Anders als bei den privaten Ladepunkten führt dies hier zu Monopolgewinnen anstatt zu echten Anreizen, die an die Nutzer*innen weitergereicht werden. Zudem drohen Doppelzählungen, denn die THG-Quote kann sowohl von Ladesäulenbetreibern als auch von Fahrzeughalter*innen abgerufen werden.

    Punkt 3: Es wird mit jährlichen, vom Umweltbundesamt festgelegten Pauschalwerten für die verbrauchte Strommenge agiert. Das ist realitätsfern. Es braucht dringend Schritte für eine kWh-scharfe Abrechnung der THG-Quote.

  • Mit Treibhausgasen sind Gase in der Erdatmosphäre gemeint, die den sogenannten Treibhauseffekt hervorrufen. Die bekanntesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO₂), Methan und Lachgas kommen natürlicherweise in geringen Konzentrationen in der Atmosphäre vor. Die Funktionsweise von Treibhausgasen lässt sich wie folgt einfach erklären: Die Erdatmosphäre liegt wie eine schützende Hülle um unseren Planeten. Die enthaltenen Treibhausgase wie Wasserdampf, Kohlendioxid und Methan lassen Sonnenstrahlung durch, verhindern aber, dass die in Wärme umgewandelte Sonneneinstrahlung wieder ins All entweicht. Ähnlich wie bei einem Gewächshaus. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt wäre es für uns viel zu kalt zum Leben. Treibhausgase sind also erst einmal gut. Aber: Weil wir immer mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausstoßen, nimmt die Erderwärmung immer weiter zu. Das ist der so genannte menschengemachte Treibhauseffekt.