Effiziente Energienutzung im Wohnbereich

Gerätekauf
Generelles

Obwohl die Beleuchtung und die Unterhaltungselektronik selten rund um die Uhr in Betrieb sind, macht sich bei gleicher Ausstattung ein etwas höherer Einkaufspreis für ein Energiespar-Modell durch die eingesparten Stromkosten bezahlt. Achten Sie also auf den Stromverbrauch – nicht nur im Betrieb sondern auch im Ruhezustand. Achten Sie auch auf einen echten Ein- und Ausschalter am Gerät und probieren Sie das komplette Abschalten im Geschäft aus.

Beleuchtung
  • LED-Lampen sind momentan die sparsamste Variante, bei der Beleuchtung Strom zu sparen. Gute Modelle sind sogar heller als vergleichbare Glühlampen und haben ein besseres Lichtspektrum als Energiesparlampen (siehe www.oekotest.de, Test 11/2011). Auch ihre Lebensdauer ist nach Herstellerangaben mit 25.000 Stunden sehr hoch. Allerdings gibt es große Qualitätsunterschiede unter den Anbietern und die Leuchtkraft lässt über die Jahre etwas nach. Auch der Elektrosmog ist relativ hoch, weswegen Experten empfehlen, LED genauso wie die noch stärker strahlenden Energiesparlampen nicht in Schreib- oder Nachttischleuchten einzusetzen. LED-Lampen sind allerdings noch teuer, deshalb macht ihr Einsatz vor allem in häufig genutzten Leuchten Sinn. Vorher ausprobieren ob Lampe und Leuchte zusammenpassen.
  • Überlegen Sie vor dem Kauf einer Leuchte genau, wo sie stehen und welchen Zweck sie erfüllen soll. Bedenken Sie schon beim Kauf den Einsatz von Energiesparlampen. Indirektes Licht ist meist ineffizient.
  • Eine Energiesparlampe verbraucht bei in etwa gleicher Helligkeit bis zu 80 % weniger Energie als normale Glühlampen. Eine Energiesparlampe mit 11 oder 12 Watt wird von den Herstellern mit einer 60-Watt-Glühlampe verglichen. In der Helligkeit gibt es aber Unterschiede, zumindest im Labor. Dort messen die Techniker die Helligkeit beziehungsweise den Lichtstrom in Lumen (lm). Eine Glühlampe kommt auf 700 Lumen, eine 12-Volt-50-Watt-Halogenlampe hat zirka 900 bis 1200 Lumen. Energiesparlampen mit 11 Watt leuchten mit zirka 570 Lumen, bei 15 Watt sind es rund 800 Lumen. Billigmodelle bringen es bei 11 Watt bisweilen nur auf 430 Lumen.
  • Nicht alle Energiesparlampen halten gleich lange durch. Markenmodelle sind oft langlebiger als Billiglampen. Die durchschnittliche Lebensdauer ist auf der Packung angegeben, vergleichen lohnt sich.
  • Spezielle Energiesparlampen sind auch dimmbar. Entweder stufenlos mit einem Drehdimmer oder in 2 oder 4 Stufen mit dem normalen Lichtschalter, der dafür mehrmals hintereinander betätigt wird.
  • Achten Sie auf die Lichtfarbe: Gemessen wird die Lichtfarbe in Kelvin (K). Üblich sind folgende Lichtfarben: Warmweiß (ww) entsprechend 2.700–2.900 K, Kaltweiß 3.300–5.000 K, Tageslichtweiß (tw) > 5.000 K. Während in Wohnräumen warmweiße Lampen zum Einsatz kommen, sind es in Büros und Werkstätten häufig tageslichtweiße Lampen.
Fernseher
  • Moderne Fernseher verbrauchen bis zu 80 % weniger Strom als alte Röhrenfernseher. LCD-Fernseher verbrauchen weniger Strom als Modelle mit Plasma-Bildschirm. Besonders sparsam sind LCD-Fernseher mit LED-Technik. Mit diesen Geräten kann man auch im Großformat Strom sparen. Achten Sie beim Neukauf auf den Verbrauch im Ruhezustand (Stand-by). Dieser muss nach der neuen EU-Ökodesign-Richtlinie seit Anfang 2010 unter 1 Watt und bei einer Informationsanzeige unter 2 Watt liegen.
  • Bei Plasma- und LCD-Fernsehern steigt der Stromverbrauch mit der Bildschirmgröße stark an, was die Ersparnis gegenüber der alten Röhrenglotze wieder zunichtemachen kann. So liegt der Stromverbrauch großer Bildschirme deutlich über dem eines modernen, energiesparenden Kühlschranks! Überlegen Sie, ob Sie wirklich einen besonders großen Fernseher benötigen und vergleichen Sie den Stromverbrauch: Sparsame Geräte verbrauchen nur etwa die Hälfte so viel Strom wie Energiefresser.

    Hier einige Anhaltspunkte für stromsparende Fernseher:
     
    Bildschirmdiagonale Niedrigster Stromverbrauch pro Jahr *
    48 cm 40 kWh
    56 cm 43 kWh
    66 cm 55 kWh
    80 cm 75 kWh
    94 cm 83 kWh
    102 cm 92 kWh
    117 cm 111 kWh
    132 cm 132 kWh

             *Bei durchschnittlich vier Stunden Betrieb pro Tag (Stand: 02-2011).
               Quelle: www.stromeffizienz.de  Deutsche Energie Agentur dena.

               Verbrauchsübersicht

  • EU-Label auch für Fernseher. Seit dem 30. November ist auch für Fernseher das EU-Energiesparlabel Pflicht. Es gibt an, wie viel Strom das Gerät bei einer durchschnittlichen Benutzung pro Jahr verbraucht. Mit Piktogrammen sind zudem die Bildschirmgröße, der Stromverbrauch im Betrieb und das Vorhandensein eines echten Ausschalters vermerkt. Die Skala reicht von G (sehr hoher Verbrauch) bis A+++ (sehr niedrig). Die Ansprüche sind durchaus angemessen, die beste Klasse A+++ wird aktuell (Stand: November 2011) von keinem Gerät erreicht. Beachten muss man allerdings, dass die Messungen im sogenannten Home-Modus erfolgen, bei dem der Bildschirm auf mindestens 65 Prozent der maximalen Helligkeit eingestellt sein muss. Diese Einstellung reicht im täglichen Betrieb oft nicht für ein gutes Bild. Deshalb muss man viele Fernseher nach dem Auspacken nachregeln und der Stromverbrauch kann in der Praxis höher sein, als auf dem Etikett angegeben. Trotzdem lohnt sich der Kauf eines sparsamen Gerätes: Bei gleicher Ausstattung verursachen sparsame Geräte bis zu 70 Prozent geringere Stromkosten als stromhungrige Modelle der Klasse F.

 

Spielkonsolen
  • Sie stehen nicht nur bei Kids auf dem Wunschzettel ganz oben: Spielkonsolen wie Xbox, Playstation und Wii. Dass der elektronisch animierte Zeitvertreib bei falscher Bedienung die Stromkosten  rasant in die Höhe treibt, wird beim Kauf oft übersehen.
  • Wegen ihrer hochwertigen Grafik und der hohen Rechenleistung besonders stromintensiv arbeiten nach Untersuchungen der US-amerikanischen Umweltschutzorganisation National Resources Defense Council (NRCD) die Xbox von Microsoft (118 Watt) und die Playstation 3 von Sony (154 Watt). Die Nintendo Wii ist dagegen mit 16 Watt eher genügsam.
  • Entsprechend gestalten sich die Stromkosten: Läuft die Konsole drei Stunden pro Tag, sind es bei der Xbox rund 27 Euro und bei der Playstation rund 33 Euro, die am Jahresende auf der Rechnung stehen. Die Wii belastet das Haushaltsbudget mit etwa 3,60 Euro, jeweils bei einem Preis von 20 Cent je Kilowattstunde.
LED statt Leuchtstoffröhre

Auch Leuchtstoffröhren kann man problemlos gegen LED-Lampen austauschen: Die LED-Röhren passen direkt in die bestehende Fassung und verbrauchen bis zu 75 Prozent weniger Strom als übliche Leuchtstoffröhren. Sie werden direkt an 230 Volt angeschlossen, ein vorhandenes Vorschaltgerät oder einen Starter muss man also vorher ausbauen. Dafür flackern LED nicht und bieten sofort volle Lichtstärke. Die Lebensdauer ist mit 50.000 bis 100.000 Stunden nach Herstellerangaben sehr hoch, sodass sich der noch recht hohe Anschaffungspreis nach wenigen Jahren bezahlt macht. Wie bei normalen Lampen mit Gewindesockel auch, lohnt sich der Umstieg auf LED vor allem dort, wo die Leuchte lange in Betrieb ist, hier also auch im gewerblichen Bereich oder in Büros.

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Strom sparen bei der Bedienung
Beleuchtung
  • Nutzen Sie Ihre Leuchten nur dann wenn sie sie wirklich brauchen. Für häufig nur kurzzeitig genutzte Bereiche sind Bewegungsmelder eine mögliche Lösung.
  • Weiterer Vorteil von Energiesparlampen und LED-Lampen: In vielen Leuchten kann man aus Sicherheitsgründen nur Glühlampen bis 40 oder 60 Watt einsetzen. Wem das zu dunkel ist, der erzielt mit einer entsprechend helleren Energiesparlampe mehr Licht und spart trotzdem – ohne die Leuchte zu überlasten.
  • Energiespar- und LED-Lampen sind heute keine klobigen Klötze mehr. Sogar für Strahler, Downlights und Kleinleuchten sind entsprechende Modelle im Handel!
  • Sind Ihre Räume hell gestrichen? Je heller Wände und Decken, desto weniger Licht benötigen Sie!

Weitere nützliche Infos zum Thema Beleuchtung finden Sie hier.

Unterhaltungselektronik
  • Sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit nicht dem laufenden Radio oder Fernseher schenken, schalten Sie das Gerät ganz aus.
  • Der Stand-by-Betrieb bei älteren Fernsehern verbraucht zirka 150 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Gute neuere Modelle verbrauchen zwar mit 1 Watt und darunter weit weniger, trotzdem raten wir Ihnen: Ganz ausschalten! Dazu sollte das Gerät über einen echten Ausschalter verfügen.
  • Ein Vorschaltgerät (Preis zirka 20 Euro) reduziert den Stand-by-Verbrauch auf ein Minimum (0,3 Watt) und erspart Ihnen das Ausschalten am Netzschalter. Das lohnt vor allem bei älteren Geräten. Ein Tastendruck auf der Fernbedienung schaltet den Fernseher und alle dazugehörenden Geräte, wie Set-Top-Boxen. Spielkonsolen, DVD-Spieler, Aktivboxen, wieder ein. Nicht ganz so bequem, aber preiswerter in der Anschaffung ist eine schaltbare Steckerleiste.
  • Eine Ausnahme bilden Pay-TV-Receiver: Diese laden auch nachts Updates durch den Anbieter herunter. Deshalb sollten diese Geräte besser im Stand-by-Zustand sein.
  • Wer bequem oder vergesslich ist und seine SpielKonsole nicht ausschaltet, macht aus dem Spielspaß ein teures Vergnügen. Denn auch wenn nicht aktiv gespielt wird, ziehen zumindest die Xbox und die Playstation 3 fast genau so viel Strom aus dem Netz wie bei vollem Spielbetrieb. Die Xbox ist in diesem Fall für rund 205 Euro und die Playstation sogar für rund 267 Euro Stromkosten verantwortlich. Auch hier ist die Wii sparsamer: bei drei Stunden täglicher Spielzeit und 21 Stunden inaktivem Betrieb fallen rund 20 Euro Stromkosten an.
    Deshalb sollte man die Einstellungen zum Strom sparen aktivieren, die im Lieferzustand ausgeschaltet sein können,  und die Konsolen bei Nichtgebrauch in den Stand-by Modus schalten, in dem die Konsolen 1 bis 3 Watt verbrauchen. Noch besser ist ganz ausschalten oder an eine schaltbare Steckerleiste anschließen, um sie vollständig vom Stromnetz zu trennen.
Mobiltelefone und andere Kleingeräte
  • Auch Kleinvieh braucht Strom: Nehmen Sie Ladegeräte von Mobiltelefonen, PDAs und Laptops nach dem Ladevorgang aus der Steckdose.
  • Achten Sie bei Kleingeräten (schnurlose Telefone, externe Netzteile etc.) auf den Stromverbrauch. Da diese Geräte häufig rund um die Uhr in Betrieb sind, kommen etliche Kilowattstunden zusammen.

Weitere nützliche Infos zum Thema Strom sparen bei Unterhaltungselektronik finden Sie hier.

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