Mittelfristig umsetzbar: Heizungserneuerung und Wärmedämmung

 

Neue Heizung

Ist Ihr Gas-Heizkessel älter als 15 Jahre oder liegt der im Schornsteinfegerprotokoll ausgewiesene Abgasverlust bei 10 oder 11 %, sollten Sie über einen Austausch des Heizkessels nachdenken. Je nach Ausgangslage spart diese Maßnahme bis zu 30 % Heizkosten. Der Austausch wird als Einzelmaßnahme vom Staat über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Bafa www.bafa.de mit zinsgünstigen Krediten und Tilgungszuschüssen gefördert.

Brennwert ist mehr wert

Besonders effektiv sind Gas-Brennwertgeräte. Sie holen aus dem Abgas zusätzliche sonst ungenutzte Kondensationswärme. Zudem sind sie leise und in vielen Bauformen (Wand- und Bodenaufstellung) mit und ohne Warmwasserspeicher lieferbar. Bei Sanierung und Neubau sind sie platzsparend im Dachgeschoss unterzubringen. Das spart Platz und Geld, da kein Schornstein notwendig ist.

Schornsteinsanierung

Da die Abgase eines Brennwertkessels deutlich kühler sind als die von alten Kesseln, muss der Querschnitt eines bestehenden Schornsteins verringert werden. Außerdem muss der neue Abgasweg feuchteresistent sein. Deshalb werden in den alten Schornstein Rohre aus Kunststoff, Stahl oder Glas eingezogen und an den Kessel angeschlossen.

Solar mit dabei

Zusätzlich spart eine Solaranlage wertvolles Gas ein. Eine Anlage zur Warmwasserbereitung kostet zirka 3.000–4.000 Euro und spart etwa 5 % Heizenergie. Mehr Ersparnis bringt eine Anlage zur Heizungsunterstützung. Sie kostet etwa ab 10.000 Euro und spart je nach Auslegung etwa 20 % Gas. Die Anschaffung von Solaranlagen wird vom Staat finanziell gefördert. Die aktuellen Konditionen finden Sie hier.

Sonne einplanen

Auf jeden Fall sollte der Warmwasserspeicher für die Nutzung der Solarenergie vorbereitet sein. Dazu benötigt er ein bestimmtes Volumen (ab 300 Liter) und einen Anschluss für den Solarkreislauf. Informationen bekommen Sie bei Fachbetrieben vor Ort.

Wärmedämmung

In Summe gesehen spart die Dämmung des Hauses am meisten Heizenergie, erfordert aber auch recht hohe Investitionen. Deshalb sollten Dämmmaßnahmen auf jeden Fall dann erfolgen, wenn das entsprechende Bauteil sowieso renoviert oder verändert wird. Zum 1. Oktober 2009 ist die Energiesparverordnung (EnEV) 2009 in Kraft getreten. Darin ist auch geregelt, wann und wie stark bei einer Sanierung die neuen Bauteile gedämmt werden müssen. Werden mehr als 10 Prozent eines Bauteils (Dach, Außenwand, Fenster etc.) verändert, müssen diese Bauteile die neue Verordnung einhalten. Insgesamt wurde der Dämmstandard angehoben. und die Wird die Chance nicht genutzt, ist die Möglichkeit einer kostengünstigen Energieeinsparung für Jahrzehnte vertan. Investitionen in die Energie- und damit CO2-Einsparung fördert der Staat durch zinsgünstige Kredite und Zuschüsse. Informationen finden Sie unter www.kfw-foerderbank.de und www.baufoerderer.de.

Dach dämmen

Bei Altbauten geht über das Dachgeschoss besonders viel Wärme verloren. Deshalb packt man auf, zwischen oder unter die Dachsparren Dämmstoff. 22 bis 24 Zentimeter sollte die Dämmstärke schon betragen, wenn man den Standard eines Niedrigenergiehauses erreichen will. Um später einmal wie in einem Passivhaus ganz ohne Heizung auszukommen, sind allerdings mehr als 30 Zentimeter notwendig. Zwischen und unter die Sparren kann man Dämmstoffmatten oder flexible Platten klemmen. Auf den Sparren muss das Material fester sein, hier eignen sich zum Beispiel Holzweichfaserplatten. Nach innen verhindert eine luftdicht verklebte Folie, dass feuchte Raumluft durch Ritzen strömt und Bauschäden verursacht. Außen schützt eine Unterspannbahn oder eine wasserfeste Holzfaserplatte die Konstruktion und die Dämmung vor starken Windstößen, Feuchtigkeit und Flugschnee. Wird das Dachgeschoss nicht bewohnt, muss die oberste Geschossdecke laut Energieeinsparverordnung gedämmt werden sodass der U-Wert der Konstruktion nicht höher als 0,24 Watt/(m²K) ist. Diese Pflicht gilt neu auch für begehbare Geschossdecken und muss bis spätestens Ende 2011 umgesetzt werden.
Idealer Zeitpunkt: Dachgeschossausbau oder Neueindeckung des Daches. Geschossdeckendämmung jederzeit möglich. Einspareffekt: zirka 15–20 % des vorherigen Verbrauchs.

Außenwand dämmen

Am besten werden die Wände von außen gedämmt. Das verhindert und behebt Bauschäden und kaschiert optische Mängel. Am häufigsten zum Einsatz kommen Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), bei denen die Dämmplatten direkt auf die Wand geklebt und gedübelt und anschließend verputzt werden. Wichtig: Wärmebrücken vermeiden. Das sind Bauteile, die Wärme sehr gut leiten, oder Bauteilanschlüsse, die die Dämmung durchbrechen. So ist es zum Beispiel effektiver, eine durchbetonierte Balkonplatte abzubrechen, statt sie rundum zu dämmen. Der Balkon kann später auf eigenen Stützen vor dem Haus stehen. Die ab 1. Oktober 2009 geltende Energieeinsparverordnung schreibt vor, dass nachträglich gedämmte Außenwände mindestens einen U-Wert von 0,24 W/(m²K) erreichen. Je nachdem wie gut die bisherige Wand dämmt und wie gut der neue Dämmstoff gegen Wärmeverlust schützt, sind 12 bis 18 cm Dämmung notwendig.
Bester Zeitpunkt: Wenn die Fassade ohnehin gestrichen werden soll oder der Putz erneuert werden muss, auch bei geplantem An- oder Umbau. Am besten tauscht man auch die Fenster zu diesem Zeitpunkt aus. Einspareffekt: zirka 20–25 % gegenüber vorherigem Verbrauch.

Fenster und Türen austauschen

Üblich sind heute Wärmeschutzfenster mit zwei Scheiben. Sie sind ohne Aufpreis erhältlich. Gekennzeichnet sind sie mit einem Wärmeduchgangskoeffizienten (U-Wert) 1,1 oder 1,0 für das Glas, angegeben in W/Quadratmeter/Kelvin (W/m²K). Auf dem Weg zum Nullenergiehaus sind Passivhausfenster mit drei Scheiben und besonders gut gedämmten Rahmen (Glas U-Wert 0,8 W/m²K) sinnvoller. Wenn man Wanddämmung und Fensteraustausch als Maßnahmen zusammenfasst, kann man die Fensteröffnungen, die nach Süden gerichtet sind, vergrößern, nach Norden möglichst verkleinern. So bekommt das Haus zusätzlich kostenlose Energie von der Sonne und Wärmeverluste werden klein gehalten. Rollläden sollten von außen auf die Fensterrahmen oder die Wand montiert werden. Auch bei Haustüren gibt es besonders gut gedämmte oder sogar für Passivhäuser geeignete Modelle. Entscheidend: Alle Fugen zwischen Rahmen und Wand mit Klebe- und Dichtbändern abdichten und nach Beendigung der Ausbauarbeiten einen Drucktest mit einer sogenannten Blower-Door machen lassen.
Bester Zeitpunkt: Wenn ein An- oder Umbau entstehen soll. Ideal: in Zusammenhang mit einer Außenwanddämmung.
Einspareffekt: 20–25 %.

Kellerdecke und -wände dämmen

Die Dämmung der Kelleraußenwände ist sehr aufwendig, da die Erde rund um das Haus abgegraben werden muss. Ein guter Anlass, es trotzdem zu tun, könnte ein Feuchteschaden sein, für dessen Sanierung das Haus sowieso freigelegt werden muss. Die freigelegten Wände werden mit Bitumenmasse abgedichtet, darauf verklebt man meist Hartschaumplatten, die gegen Feuchtigkeit unempfindlich sind. Einfacher ist die Dämmung der Kellerdecke von unten. Wenn ausreichend Stehhöhe vorhanden ist, sollte man 6–10 Zentimeter Dämmstoff von unten an die Decke kleben, was auch gut in Eigenleistung möglich ist.
Bester Zeitpunkt: Bei Sanierung der Kelleraußenwand. Die Dämmung der Kellerdecke ist dagegen jederzeit möglich.
Einspareffekt: Kellerdecke: 5–6 %. Kelleraußenwände: 10–15 %.

Rollladenkasten und Gurtbandführung dämmen

Rollladen gehören zu den schlimmsten Energielecks im Haus, vor allem in Altbauten. Ihre dünnen Abdeckungen aus Holz oder Gipskarton und die nach außen offene Konstruktion lassen viel Wärme entweichen. Nicht selten zieht es hier mächtig. Abhilfe schaffen Dämmungen aus flexiblen Schaumstoffmatten, die zugeschnitten und mit Bauschaum verklebt werden. Das geht auch in Eigenleistung. Eine Alternative sind Formteile aus Polystyrol, die je nach Rollladenkonstruktion ausgewählt werden müssen und meist nur über den Handwerker erhältlich sind. Für die Führung des Rollladengurtes durch die Wand gibt es Aufsätze, die mit kleinen Bürsten verhindern, dass hier warme Luft entweicht. Neben dem Wärme- wird auch der Schallschutz deutlich verbessert. Nachteil: Die Verkleidung des Rollladenkastens muss abgenommen werden. Ist dieser tapeziert oder verputzt sind Malerarbeiten notwendig.

Elektrospeicherheizung ausmustern

Strom, vor allem solcher aus erneuerbaren Quellen wie bei LichtBlick, ist für viele Anwendungen geeignet. Zum Heizen ist er aber wirklich zu schade. Denn mit Strom zu heizen ist eine der ineffizientesten, teuersten und umweltschädlichsten Varianten. Grund sind die hohen Umwandlungs- und Übertragungsverluste in den Kraftwerken und Übertragungsnetzen und die damit verbundenen Emissionen. Das hat nun auch die Bundesregierung erkannt und das langfristige Aus für Nachtspeicherheizungen beschlossen. Zum 1. 9. 2010 wurde allerdings das entsprechende Förderprogramm geschlossen.