Wirklich schlecht gedämmte Häuser mit alten Heizanlagen werden auch durch konsequentes Lüften und bewusstes Heizen nicht zu Energiesparern. Die Wärme geht einfach durch dünne Wände, ungedämmte Dächer und zugige Fenster verloren. Einige kleinere Wärmelecks kann man aber auch mit einfachen Mitteln stopfen:
Wer ein Haus besitzt, gemietet oder gepachtet hat, für das der Bauantrag vor dem 31. 12. 1994 gestellt und die Gebäudehülle später nicht zu mehr als 50 Prozent durch Anbau oder Aufstockung verändert wurde, bekommt vom Staat über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle www.bafa.de einen Zuschuss für eine Energieberatung. Dazu kommt ein zugelassener Fachmann ins Haus, begutachtet die Bausubstanz und die Heiztechnik und macht schriftliche Vorschläge, wie sich Energie und damit Kosten und Umweltbelastung senken lassen. Den Antrag auf Zuschuss stellt der Berater direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Bafa. Für ein Ein- oder Zweifamilienhaus beträgt er 300 Euro für Ein- / Zweifamilienhaus, für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten sind es 360 Euro. Erstreckt sich die Beratung auch auf die Stromeinsparung, wird ein zusätzlicher Bonus von 50 Euro gezahlt. Auch für eine Thermografie, also eine Aufnahme mit der Wärmebildkamera, winkt extra Geld: pro Einzelbild um 25 auf maximal 100 Euro. Die Wärmebildkamera enttarnt besonders hartnäckige Wärmelecks. Zum Beispiel Rollladenkästen, schlechte Fenster oder Bauteile, über die besonders viel Wärme verloren geht.
Seit Oktober 2009 unterstützt das BAFA statt einer Thermografie auch einen Luftdichtigkeitscheck (Blower-Door-Test) mit 100 Euro. Insgesamt ist der Zuschuss auf höchstens die Hälfte der Beratungskosten (brutto) gedeckelt. Eine Liste zugelassener Berater findet sich hier.
Undichte Fensterrahmen, das sind solche ohne Dichtung im Rahmenfalz, kann man mit Klebebändern abdichten. Das spart bis zu 5 % der Heizkosten.
Bei Wohnungsaußentüren und Balkontüren hilft ein Dichtungsband gegen unangenehmen Luftzug (Ausnahme: Türen mit Hebemechanik) und eine unten aufgeklebte Bürstendichtung.
In Heizkörpernischen sind die Außenwände häufig sehr dünn, deshalb geht hier besonders viel Energie verloren. Mit Aluminium beschichtete Folien bringen eine kleine Verbesserung. Sie lassen sich auch bei montiertem Heizkörper verkleben. Besser sind Polystyrolplatten, für deren Montage allerdings in den meisten Fällen der Heizkörper abgenommen werden muss. Mieter benötigen dafür die Zustimmung des Vermieters. Generell sollten Sie vor der Dämmung fachlichen Rat von einem Energieberater oder Architekten einholen, denn die Innendämmung der Heizkörpernischen kann gravierende Bauschäden durch Kondensation von Feuchtigkeit in der Wand zur Folge haben. Auf jeden Fall muss die Dämmung vollflächig verklebt sein und die Nische sollte auch an den Seiten und oben gedämmt werden.