Lesen Sie, wie man in der Küche und im Bad viel Energie und damit Geld sparen kann.
Gerätekauf
Generelles
Mit dem Kauf eines Elektrogerätes entscheiden sie für Jahre über ihren Stromverbrauch in diesem Bereich. Ein Blick auf die Qualität des Geräts lohnt sich also.
Lebenskosten von Haushaltsgeräten vergleichen
- Beim Kauf eines Großgerätes wie Waschmaschine oder Kühlschrank stehen die Ausstattung und der Anschaffungspreis in der Aufmerksamkeit der Käufer ganz oben. Doch der Energieverbrauch spielt gerade bei langlebigen Geräten eine große Rolle. So können zum Beispiel nach Berechnungen der Deutschen Energieagentur dena die Gesamtkosten zweier 6-Kilo-Waschmaschinen über die Lebensdauer um mehr als 250 Euro auseinander liegen, obwohl beide auf dem EU-Label mit der Energieeffizienzklasse A ausgezeichnet sind.
- Deshalb sollte man sich nicht ausschließlich auf die Effizienzklassen verlassen sondern auch immer die absoluten Werte beim Strom- und Wasserverbrauch vergleichen. Um diese Rechnung einfacher zu machen, hat die Initiative Energie Effizienz unter www.stromeffizienz.de -> Checks und Rechner -> Gerätecheck eine kostenlose Rechenhilfe für die Haushaltsgerätewahl ins Netz gestellt. Sortiert nach Gerätetypen kann man hier zwei Alternativen vergleichen oder schauen, was der Austausch eines Oldies spart, vorausgesetzt man hat die Verbrauchsangaben parat.
- Oft macht sich ein höherer Einkaufspreis für ein Energiespar-Modell durch die eingesparten Stromkosten bezahlt.
Energielabel
- Fast alle größeren Hausgeräte sind je nach Stromverbrauch in die Energieeffizienzklassen A–G und Kühlgeräte seit einiger Zeit zusätzlich mit A+, A++, A+++ unterteilt und mit entsprechenden Aufklebern versehen. Diese Erweiterung um die Pluszeichen wird schrittweise bis 2020 auch auf Spülmaschinen und Waschmaschinen ausgedehnt.
- Geräte mit einem geringen Stromverbrauch sind mit A gekennzeichnet, Geräte mit besonders hohem Verbrauch mit einem G. Da die Klassen A bis G nur relativ zum Durchschnittsverbrauch eingeteilt werden, sagt diese Kennzeichnung nicht unbedingt etwas darüber aus, ob das Gerät wirklich zu den sparsamsten seiner Klasse gehört. Achten Sie deshalb auch auf den absoluten Verbrauch pro Jahr/pro Durchgang, der ebenfalls auf dem Energielabel angebracht ist.
- Darüber hinaus enthält das Label noch weitere Angaben. Zum Beispiel zur Geräuschentwicklung.
Waschmaschine
- Größe ist nicht alles. Waschmaschinen mit sieben oder acht Kilo Fassungsvermögen lohnen sich nur für wirklich große Familien. Wer seine Wäsche nach Waschtemperatur und/oder Farbe sortiert bekommt solche Großmodelle kaum voll. Der Effekt: Je Kilo Wäsche steigt der Verbrauch von Strom und Wasser. Für vierköpfige Familien mit viel Wäsche sind 6-Kilo-Modelle ideal. Hier spart man gegenüber den Megamodellen auch bei der Anschaffung. Kleinere Haushalte sind auch mit der klassischen 5-Kilo-Maschine gut bedient.
- Waschmaschinen mit maximal 1.600 oder 1.800 Umdrehungen pro Minute schleudern zwar mehr Wasser aus der Wäsche als solche mit 1.400 Umdrehungen, sie sind aber meist auch deutlich teurer in der Anschaffung. Und da der Spar-Effekt durch die höheren Drehzahlen nicht besonders kräftig ausfällt, ist eine Maschine mit 1.400 Umdrehungen oft die bessere Wahl. Das gesparte Geld kann man ja in andere Stromsparideen stecken.
Wäschetrockner
- Auf einen Wäschetrockner sollte man am besten verzichten, doch das ist nicht in allen Wohnungen oder Familien möglich. Und oft nicht sinnvoll: Denn wenn im Winter die durchs Wäschetrocknen feuchte Raumluft häufiger weggelüftet werden muss, benötigt das mehr Energie als ein Wäschetrockner.
- Am sparsamsten ist ein mit Gas betriebener Trockner, allerdings ist nur ein Modell am Markt. Die Anschaffung lohnt nur, wenn bereits ein Gasanschluss vorhanden ist.
- Bei den elektrischen Modellen erreichen Geräte mit Wärmepumpe die Effizienzklasse A, normale Abluft- oder Kondenstrockner nur die Klasse B oder C. Pro Trockenzyklus spart ein Wärmepumpentrockner etwa 1,5 Kilowattstunden Strom. Die Geräte sind allerdings in der Anschaffung teurer, auf die Lebensdauer gerechnet dennoch sparsamer.
- Wichtig ist das Zusammenspiel mit einer Waschmaschine mit hoher Schleuderzahl (1.400 Umdrehungen). Denn trockenere Wäsche braucht weniger Strom zum Trocknen.
- Bei normalen Geräten arbeiten Ablufttrockner etwas sparsamer als Kondenstrockner, deren Abwärme allerdings im Haus bleibt. Bei schlecht gedämmten Wänden und schlechter Lüftung besteht durch die in den Innenraum geblasene feuchte Luft der Kondenstrockner Schimmelgefahr.
Kühlgeräte
- Achtung beim Kühlgerätekauf ab 1.7. 2010!
Ab diesem Datum dürfen nur noch Kühl- und Gefriergeräte verkauft werden, deren Stromverbrauch der Klasse A genügt. Geräte der heutigen Energieklassen "B" bis "G" werden künftig vom Markt verschwinden. Die neue Kennzeichnung "A+", "A++" und sogar "A+++" soll es Käufern erleichtern, den Verbrauch der Geräte zu vergleichen und Stromfresser zu erkennen. Das Problem dabei: Verbraucher werden beim Kauf in die Irre geführt, weil sie ein ‚A’-Gerät für energieeffizient halten, sofern sie die spezielle Einstufung bei Kühl- und Gefriergeräten nicht kennen. Bis mindestens 2014 dürfen die Technik-Oldies weiterhin als vermeintlich sparsame A-Geräte angeboten werden. Ein falscher Kauf geht da schnell ins Geld. Denn der Unterschied im Stromverbrauch zwischen den einzelnen Pluszeichen liegt pauschal bei 20 %. Ein A+++-Gerät benötigt also zirka 60 % weniger Strom als ein simples A-Gerät. Ab 1.7.2012 dürfen A-Geräte nicht mehr verkauft werden. Darüber hinaus zeigt das EU-Energiesparlabel neue Symbole. Die Milchtüte steht für das Kühlvolumen und die Schneeflocke für das Gefriervolumen. Unverändert bleibt die Angabe des jährlichen Energieverbrauchs. Verbindlich werden die neuen Angaben ab 1.1.2012.
- Bei einer Kombination von Kühl- und Gefrierschrank erkundigen Sie sich nach Geräten, die sich getrennt öffnen und abtauen lassen. Falls Sie schon ein Gefriergerät besitzen, können Sie beim Neukauf eines Kühlschranks auf das Tiefkühlfach verzichten und damit 20 % Strom einsparen.
- Kaufen Sie Kühl- und Gefriergeräte nicht zu groß. Für einen Single-Haushalt sind 100 bis 140 Liter Volumen ausreichend. Familien rechnen mit 50 Liter pro Person.
- Seit 1990 ist der Stromverbrauch von Kühl- und Gefriergeräten um 60 % und mehr gesunken, die Strompreise gestiegen. Die Anschaffung eines neuen Gerätes lohnt sich also schneller. Mit einem Strommessgerät, das Sie bei Kommunen, Verbraucherzentralen oder Baumärkten ausleihen können, kommen Sie Energiefressern auf die Spur.
Geschirrspüler
- Geschirrspüler sind aus deutschen Küchen kaum noch wegzudenken. Sie sind nicht nur bequem, sondern sparen gegenüber dem Abspülen von Hand auch Wasser und Strom. Das liegt daran, dass aktuelle Sparmodelle das Wasser mehrfach über das Geschirr schicken, bevor es in den Abfluss gepumpt wird. Dazu messen bei den Automatikprogrammen Sensoren, wie verschmutzt das Wasser ist. Lange Einweichzeiten verringern den Wasserverbrauch und senken damit zusätzlich die Stromkosten.
- Der Erfolg: Mit sieben bis zehn Litern Wasser und 0,73 bis 1 Kilowattstunden Strom werden rund 140 Geschirr- und Besteckteile sauber. Abspülen von Hand benötigt drei bis fünf Mal so viel Wasser und Strom. Der Nachteil: Die Spülgänge laufen sehr lange, zwei bis drei Stunden sind keine Seltenheit. Deshalb lohnt es sich, auf leise Geräte zu achten. Angegeben wird das Geräusch in Dezibel. Rund 42 bis 44 dB sind zurzeit die Bestmarke. Beim Kauf lohnt es sich zudem, die Angebote zu vergleichen. Denn gerade bei Markengeräten gibt es erhebliche Preisunterschiede, bis zu 1.000 Euro hat die Stiftung Warentest herausgefunden. Übersichten über aktuelle Geräte und Tests finden Sie unter www.spargeraete.de und unter www.test.de.
Herd und Backofen
- Wenn Sie sich einen neuen Herd anschaffen, lassen Sie sich im Fachgeschäft über dessen Stromverbrauch informieren. Auch für Backöfen gilt das EU-Label mit den Einteilungen von A – G, das für unterschiedliche Backofengrößen vergeben wird.
- Wenn Sie zwischen Gas- oder Elektroherd wählen können, ist das Kochen und Backen mit Gas vorzuziehen, da es rund 50 % weniger Energie benötigt. Der Umstieg kann allerdings gewöhnungsbedürftig sein.
- Beim Elektroherd ist zu beachten, dass die Wärme bei Herdplatten aus Glaskeramik effizienter übertragen wird als bei gusseisernen Platten. Am sparsamsten sind Induktionskochfelder. Dafür kann allerdings die Anschaffung neuen Kochgeschirrs nötig sein.
- Umluftbacköfen sind sparsamer als herkömmliche Backöfen.
Kaffeemaschine
- Anregend ist eine Tasse Kaffee immer, ob es das auch für die Stromrechnung gilt, entscheidet sich bei Kauf der Kaffeemaschine. Bei den klassischen Brühmaschinen verursachen vor allem die Warmhalteplatten unnötigen Verbrauch. Deshalb ist es besser eine Maschine mit Thermoskanne zu kaufen oder den fertigen Kaffee in eine solche Warmhaltekanne umzuschütten – was auch dem Kaffeegeschmack zugutekommt.
- Aber auch die beliebten Vollautomaten brauchen im Ruhezustand häufig unnötig Strom. Deshalb sollte die Maschine nach 15 oder spätestens 30 Minuten von alleine abschalten (Auto-Power-off) und über einen Netzschalter verfügen um sie vollständig vom Stromnetz trennen zu können. Informieren Sie sich deshalb beim Kauf auch über den Stand-by-Verbrauch. Immerhin spart ein effizienter Vollautomat gegenüber einem schlechten Modell ohne Abschaltung im Durchschnitt glatte 32 Euro pro Jahr an Stromkosten. Bei einer Lebensdauer von acht Jahren sind das mehr als 250 Euro.
Elektrische Warmwasserbereitung
- Rund 20 % aller Haushalte nutzen Strom zur Warmwasserbereitung, häufig in dezentralen Boilern oder Warmwasserspeichern. Das ist meist weniger effizient als eine Zentralheizung mit Warmwasserbereitung oder eine Solaranlage, aber gerade Mieter können sich die Technik nicht aussuchen. Bei langen Leitungswegen zwischen Heizkessel und Zapfstelle kann eine elektrische Warmwasserbereitung allerdings sinnvoll sein.
Heizungs- und Zirkulationspumpe
- Einer der größten Stromverbraucher im Haus sind Pumpen, die das Wasser in der Zentralheizung oder im Warmwassernetz umwälzen. Denn viele Heizungspumpen sind veraltet, überdimensioniert und arbeiten rund um die Uhr, obwohl nachts nicht geheizt wird. Gegenüber einer alten Standardpumpe mit 90 Watt Leistung sparen moderne Hocheffizienzpumpen der Effizienzklasse A zum Beispiel bis zu 90 % Strom und damit in einem Einfamilienhaus rund 80 bis 100 Euro Stromkosten pro Jahr. Die Anschaffung einer neuen Pumpe kostet inklusive Einbau zirka 350 Euro. Die Förderung der staatlichen KfW-Förderbank wurde zum 1. 9. 2010 eingestellt.