Wie entsteht eigentlich Biogas?

Die Erzeugung von Biogas in Biogasanlagen ist ein komplexer mehrstufiger Prozess, bei dem organische Materialien bei bestimmten Temperaturen und unter Luft- und Lichtabschluss durch Mikroorganismen zersetzt werden. Als Substrat (= Ausgangsstoff) eignen sich neben nachwachsenden Rohstoffen (Energiepflanzen) verschiedene Reststoffe wie pflanzliche Abfälle aus der Landwirtschaft, Gülle, Nebenprodukte aus der Lebensmittelindustrie sowie Abfälle organischen Ursprungs, zum Beispiel Inhalte der Biotonne oder Grünschnitt aus der Landschaftspflege.

Nach entsprechender Aufbereitung werden die Substrate im Herzstück der Biogasanlage, dem Fermenter, vergoren. Die Hauptrolle spielen dabei anaerobe Bakterien, die bei der Umwandlung der im Substrat enthaltenen Kohlenstoffverbindungen sogenanntes Rohbiogas bilden. Dieses setzt sich aus Methan (etwa 60 %), Kohlendioxid (rund 35 %) und geringen Anteilen von Stickstoff, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff zusammen. Rohbiogas ist direkt am Herstellungsort energetisch nutzbar. Normalerweise wird es in ein Blockheizkraftwerk geleitet und dort in einem Gasmotor zur Strom- und Wärmeerzeugung verbrannt. Alternativ kann das Rohbiogas inzwischen aber auch auf Erdgasqualität aufbereitet und in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden. So ist es an den Verbrauchsschwerpunkten in ganz Deutschland nutzbar.

Bei der Biogasaufbereitung wird das Rohbiogas in einem chemisch-physikalischen Verfahren in mehreren Schritten von Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff gereinigt und der Methangehalt auf 98 % gesteigert. Das so veredelte Biogas, auch als Biomethan bezeichnet, besitzt die gleichen chemischen und brenntechnischen Eigenschaften wie Erdgas und muss vor der Einspeisung in das Erdgasnetz nur noch auf den entsprechenden Betriebsdruck verdichtet werden.